Strukturanalyse

Zur Erhebung der Strukturen in der deutschen Pflegekinderhilfe wurde ein Fragebogen entwickelt und an 624 Jugendämter übersandt. Die kommunalen Spitzenverbände hatten den Kommunen eine Beteiligung zwar nicht nachdrücklich empfohlen, jedoch eine Beteiligung an der Erhebung freigestellt. Von den kommunalen Spitzenverbänden im Land Niedersachsen wurde unter Hinweis auf die Erhebung des GISS im Jahr 2001 von einer Beteiligung abgeraten. Zum 24. April 2006 lagen 170 verwertbare Rückläufe vor. Der Abgabetermin wurde auf Wunsch mehrerer Kommunen um einen Monat auf den 30. April 2006 verschoben. Hier einige vorläufige Ergebnisse aus der Erhebung:

Konzeptionen: 57 von 170 Gebietskörperschaften verfügten nach ihren Angaben über Gesamtkonzeptionen zur Pflegekinderhilfe in schriftlicher Form. Neben bzw. gesondert zu den Gesamtkonzeptionen wurden 24 schriftliche Konzeptionen zum engeren Bereich der Vollzeitpflege gemeldet, in 37 Kommunen bestanden schriftliche Konzeptionen zur Bereitschaftspflege. Darüber hinaus haben 64 Jugendämter angegeben, über mündliche Gesamtkonzeptionen zur Pflegekinderhilfe zu verfügen.

Schlüsselzahlen: Von 158 Gebietskörperschaften mit eigenständigen Pflegekinderdiensten wurden zum 24.04.2006 102 Schlüsselzahlhinweise vorgelegt. Die Schlüsselzahlangaben bezogen sich dabei auf alle Formen der Vollzeitpflege, jedoch nicht – soweit in den Fragebögen entsprechend gekennzeichnet – auf Bereitschaftspflege, Familienpflege nach § 35a SGB VIII, Adoptionspflege und Tagespflege. 21 Kommunen meldeten Schlüsselzahlgrößen (d.h. Verhältnis von einer Vollzeitfachkraft zur Zahl der zu betreuenden Pflegekinder) bis 1:35, 43 Kommunen Schlüsselzahlen zwischen 1:36 – 1:50, weitere 43 Kommunen Schlüsselzahlen zwischen 1:51 – 1:85 und 9 Kommunen Schlüsselzahlen ab 1:86. Damit überschreitet ein erheblicher Teil der Kommunen die vom Deutschen Städtetag und Deutschen Landkreistag im Jahr 1978 empfohlene Schlüsselzahl von 1:50.

Zentrale Fragen der Pflegekinderarbeit: 146 von 170 Kommunen beantworteten die Frage nach zentralen Themen für die Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe. Wie dem nachfolgenden Diagramm zu entnehmen ist, bezog sich nahezu die Hälfte der Anmerkungen auf die drei Themenblöcke ‚Qualifizierung der Pflegeeltern’, ‚Gewinnung von Pflegeeltern bzw. -familien’ und häufig damit in Verbindung gebracht wurde die Angabe: ‚Zunahme hochbelasteter Kinder und Jugendlicher zur Vermittlung in Familienpflege’.

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