Internationaler Vergleich

Ein internationaler Vergleich soll in zweierlei Hinsicht erfolgen: Zum einen sollen einige Aspekte aus der Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen vertieft herausgearbeitet und in einer rechtsvergleichenden Untersuchung beleuchtet werden. Von Interesse ist hierbei insbesondere, wie die Rechtspraxis zu Eingriffen in das elterliche Sorgerecht, zu Rückführungen in die Herkunftsfamilie und Umgangsrechtsbeschränkungen, v.a. bei Langzeit- und Dauerpflegeverhältnissen, im Vergleich aussieht.

Die gesetzlichen Regelungen lassen aufgrund ihrer offenen Formulierungen mitunter wenig Unterschiede erkennen. Zudem kann erfahrungsgemäß eine gewisse Diskrepanz zwischen gesetzlichen Vorgaben und praktischer Umsetzung nicht ausgeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund sollen Interviews mit ExpertInnen und PraktikerInnen des jeweiligen Landes durchgeführt werden.

Zum anderen sollen in engem Bezug dazu europäische Fallzahlen erhoben und fachliche Konzepte beschrieben sowie diskutiert werden, um die Situation der Pflegekinderhilfe in Deutschland mit der in anderen Staaten vergleichen zu können. Von besonderem Interesse soll dabei die Frage sein, welchen Stellenwert die Entwicklung einer dauerhaften Lebensperspektive für das Kind (permanency planning) in anderen Ländern einnimmt und wie die praktische Umsetzung konkret aussieht. Außerdem soll Unterschieden in der Bedeutung der Verwandtenpflege nachgegangen werden. Dazu sind neben der Analyse der jeweiligen Länderstatistiken und der Fachliteratur Interviews mit ExpertInnen und die Vergabe von Expertisen geplant. Außerdem ist in diesem Zusammenhang ein Workshop mit internationalen ExpertInnen Mitte des Jahres 2007 vorgesehen.

Kontakt

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Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
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