Dipl. Soz. Tino Schlinzig

We are family?! Herstellung und Aushandlung familialer Wirklichkeit(en) durch Akteure in multilokalen Fortsetzungsfamilien

(Arbeitstitel)

Promotion, TU Dresden; assoziiertes Mitglied der Schumpeter-Forschungsgruppe „Multilokalität von Familie“

Kontakt:
tino.schlinzig@tu-dresden.de

Kurzfassung des Promotionsthemas:
Das klassische Modell der bürgerlichen Kernfamilie hat seine dominante Stellung im gesellschaftlichen Gefüge familialer Arrangements eingebüßt. Alternative Formen familialen Zusammenlebens erleben neben ihrer quantitativen Zunahme eine Aufwertung. Tortzdem stellt das im öffentlichen Diskurs weiterhin dominante Bild der modernen Kleinfamilie, insbesondere Akteure vor besondere Herausforderungen, die in erweiterten und dynamischen Familiennetzwerken leben. Für sie ist es im besonderen Maße notwendig, innovative Deutungsmuster vorzuhalten, um den vorhandenen Mangel gesellschaftlich geformter Begrifflichkeiten und Verhaltenscodizes auszugleichen, sich nach innen als Familie zu begreifen und nach außen als solche darzustellen. Das Promotionsprojekt nimmt deshalb insbesondere die kollektiv geformten Identitäten multilokal situierter, binuklearer Fortsetzungsfamilien und die denen zugrunde liegenden täglichen Aushandlungs-, Konstruktions- und Darstellungsprozesse in den Blick. Darüber hinaus werden kulturelle Leitbilder und sozialen Normen berücksichtigt, welche die Kommunikation und Interaktionen innerhalb dieser Familien und mit ihrer sozialen Umwelt anleiten. Der empirische Zugang umfasst ein mehrere Methoden und Ebenen umfassendes, qualitatives Untersuchungsdesign. Besonderes Augenmerk wird den zwischen beiden Familienkernen pendelnden, das Familiensystem vermittelnden Kindern zuteil.

Vita:
Diplom-Soziologe, geb. 1979; Studium der Soziologie, Rechts- und Kommunikationswissen-schaften an der Technischen Universität Dresden und Victoria University of Wellington. 2006-2008 wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung der TU Dresden und im DFG-Projekt ‚Sozialwissenschaftliche Telefonbefragungen in der Allgemeinbevölkerung über das Mobilfunknetz’. Seit 2008 wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mikrosoziologie und seit 07/2009 im Sonderforschungsbereich 804, Teilprojekt ‚Transzendenz und Gemeinsinn in privaten Lebensformen’ der TU Dresden.

Arbeitsschwerpunkte:
Familiensoziologie, Wissenssoziologie, Raumsoziologie, Qualitative und Quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung

Bisherige Veröffentlichungen:
Schneiderat, Götz; Schlinzig, Tino (2012): Mobile- and Landline-Onlys in Dual-Frame-Approaches: Effects on Sample Quality. In: Häder, Michael; Häder, Sabine; Kühne, Mike (Hrsg.): Telephone Surveys in Europe: Research and Practice. Springer, S. 121-145.

Schlinzig, Tino; Schneiderat, Götz (2009): Möglichkeiten zur Erhöhung der Teilnahmebereitschaft bei Telefonumfragen über Festnetz und Mobilfunk. Zum Potenzial von Warmkontakt und randomisierter Geburtstagsauswahl. In: Weichbold, Martin; Wolf, Christof; Bacher, Johann (Hrsg.): Umfrageforschung. Grenzen und Herausforderung. Sonderheft der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie, Band 9, Wiesbaden, S. 21-43

Häder, Michael; Kühne, Mike; Schlinzig, Tino (2009): Mode-Effekte bei telefonischen Befragungen über das Festnetz und den Mobilfunk: Auswirkungen auf die Datenqualität. In: Weichbold, Martin; Wolf, Christof; Bacher, Johann (Hrsg.): Umfrageforschung. Grenzen und Herausforderung. Sonderheft der Österreichischen Zeitschrift für Soziologie, Band 9, Wiesbaden, S. 45-62

Schneiderat, Götz; Schlinzig, Tino (2009): Teilnahmebereitschaft an Mobilfunkbefragungen, Design der Studie und Befunde. In: Häder, Michael; Häder, Sabine (Hrsg.): Telefonbefragungen über das Mobilfunknetz. Konzept, Design und Umsetzung einer Strategie zur Datenerhebung. Wiesbaden, S. 83-164

Schlinzig, Tino (2008): Standortreflexionen - Thinking about view points. In: Schiewe, Christine (Hrsg.): Surfaces. Verlag für moderne Kunst. Nürnberg, S. 10-17

Schlinzig, Tino (2007): Arbeit und Strafvollzug. In: Weinert, Karen (Hrsg.): Büroklammern biegen. Ein fotografisches Katalog- und Ausstellungsprojekt. Potsdam, S. 13-21

Kontakt

+49 89 62306-317
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Mehr zum Projekt

Diese Seite verwendet Cookies um die Funktionalität sicherzustellen, Zugriffe zu analysieren und die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Durch die weitere Verwendung stimmen Sie der Verarbeitung von Cookies zu. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerspruch finden Sie in der Datenschutzerklärung.