Dipl. Geogr. Giulia Montanari

Multilokales Familienleben aus der Perspektive von Großeltern – Eine zeitgeographische Untersuchung

(Arbeitstitel)

Promotion, Insitut für Länderkunde Leipzig; assoziiertes Mitglied der Schumpeter-Forschungsgruppe „Multilokalität von Familie“

Kontaktdaten:
G_Montanari@ifl-leipzig.de

Kurzfassung des Promotionsthemas:
Ausgangspunkt des Promotionsvorhabens ist der Begriff der multilokalen Mehrgenerationenfamilie (Bertram 2000, 2002; Lauterbach 2004, Lange/Lauterbach 1998), der die familienhistorische Überlegung in den Mittelpunkt stellt, dass sich heute in nur wenigen Fällen Konstellationen finden lassen, in denen drei Generationen einen gemeinsamen Haushalt führen. Stattdessen ist es für die heranwachsende Generation üblich mit Beginn, spätestens mit Ende der Ausbildung und der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit einen eigenen Haushalt zu gründen, der sich in mehr oder weniger großer Entfernung zu dem der Eltern befindet. Familiärer Alltag findet nun in und zwischen diesen verschiedenen Haushalten statt, wobei durch mehr oder weniger regelmäßige gegenseitige Besuche (z.B. bei der Betreuung von Enkelkindern) ein Netz von Orten des Familienlebens aufgespannt wird. Dieses Netz und die Rhythmen der Bewegungen darin wandeln sich mit der Zeit, insbesondere nach biographischen Ereignissen wie der Geburt von Enkelkindern, Trennung oder Scheidung in der Eltern- oder Großelterngeneration, oder dem Eintritt in den Ruhestand. Vor dem Hintergrund modernisierungstheoretischer Überlegungen zur Flexibilisierung der Arbeit, Pluralisierung von Familienformen und beschleunigter sozialer Zeitstrukturen wird mit Hilfe eines zeitgeographischen Ansatzes der Frage nachgegangen, wie sich Familienalltag in und zwischen verschiedenen Orten aus der Perspektive von Großeltern gestaltet. Schwerpunkt der empirischen Arbeit sind narrativ orientierte Gespräche mit Großeltern, die durch ergänzende quantitative Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Datensätze ergänzt werden.

Vita:
Dipl. Geogr., geb. 1982; 2003-2009 Studium der Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München; 2006 Auslandssemester an der Universität Örebro, Schweden; 2009-2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Geographie der LMU München; seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Länderkunde (Leipzig) im Drittmittelprojekt "Wohnstandortentscheidungen in polyzentrischen Stadtregionen".

Arbeitsschwerpunkte:
Sozialgeographie, Geographie und Emotionen, Multilokalität und Mobilität von Familie, räumliche Bindung und Identität im Alter, Alltagsorganisation im Alter, subjektorientierte qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung.

Bisherige Veröffentlichungen:
Haunstein, Stefan/Montanari, Giulia/Wiest, Karin (2012): Wohnstandortentscheidungen in der Region Halle/Leipzig: Charakteristische Standortprofile und Nachfragergruppen am Beispiel von fünf Quartieren. In: Statistischer Quartalsbericht der Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen, 2, S. 17-23

Montanari, Giulia (2011): Rezension: Christian von Scheve (2009). Emotionen und soziale Strukturen – Die affektiven Grundlagen sozialer Ordnung [17 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research, 12. Jahrgang, Heft 1, Art. 28. Online unter: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1101287

von Streit, Anne/Montanari, Giulia/Popp, Monika/Hafner, Sabine/Heinritz, Günter/Miosga, Manfred (2010): Policies and strategies for the creative knowledge economy in the region of Munich – How to enhance the city’s competitiveness. ACRE report WP 10.7. Amsterdam

von Streit, Anne/Montanari, Giulia/Popp, Monika/Hafner, Sabine/Heinritz, Günter/Miosga, Manfred (2009): Creative Munich? The views of high-skilled employees, managers and transnational migrants. ACRE report WP 8.7. Amsterdam

Kontakt

+49 89 62306-317
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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