Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen haben im Frühjahr/Frühsommer des Jahres 2020 so ziemlich alles auf den Kopf gestellt, was Familien und vor allem Frauen sich über Jahrzehnte an Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie erarbeitet haben: Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen waren geschlossen und Homeoffice für viele Arbeitnehmer*innen erzwungen statt selbstgewählt. Im Forschungsprojekt „Mütter und Väter während der Corona-Pandemie“ wollen wir untersuchen, wie die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Homeschooling und Kinderbetreuung in Zeiten ohne institutionelle Versorgung geregelt wird und wie Eltern mit dieser besonderen Situation umgehen.

Wir gehen dabei davon aus, dass die Corona-Krise zu einer Neuordnung von Aufgabenbereichen zwischen den Eltern beitragen kann, wenn verhandelt werden muss, wer wann welche Carearbeit bzw. Erwerbsarbeit leisten soll/kann und wer wann nicht. Dies kann entlang traditioneller Geschlechterkonzepte geschehen. Es kann aber auch dazu führen, dass genau diese aufgebrochen werden, wenn die Zuständigkeiten nicht mehr selbstverständlich geregelt sind.

Wir legen mit unserer Studie das Hauptaugenmerk auf solche Familienkonstellationen, in denen zum Beispiel getrenntlebende Mütter und Väter sowie Mütter mit Führungsverantwortung („Familienernährerinnen“) durch Corona vor besonderen Herausforderungen stehen.

Mit einem qualitativen Design wollen wir näher analysieren, wie Familien die Monate März-Juli/August 2020 erlebt haben und wie es ihnen gelungen ist, Familienleben, Kinderbetreuung, Homeschooling und Erwerbsarbeit zu vereinbaren. Dabei bieten Interviews die Möglichkeit, verschiedene Phasen der Corona-Einschränkungen in den Blick zu nehmen und so die Veränderungsprozesse sichtbar zu machen.

Geplant sind ca. 20 problemzentrierte Interviews, die jeweils zur Hälfte in den beiden kooperierenden Institutionen durchgeführt werden. Dazu suchen wir:

Mütter und Väter (auch gleichgeschlechtliche Eltern), die:

  • getrennt vom anderen Elternteil leben und/oder
  •  in denen beide oder (mindestens) die Mutter/eine der Mütter Führungsverantwortung für Mitarbeiter*innen hat und/oder
  • in denen sich die Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit zwischen den Elternteilen durch Corona stark verändert hat.

Die Erkenntnissen aus den Interviews sollen, im Sinne eines Mixed-Methods-Approaches, in Bezug zu den Daten des DJI-Surveys AID:A 2019 und dessen ergänzender Corona-Befragung (Feldphase Juli/August 2020) gesetzt werden.

Kontakt

+49 89 62306-220
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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