Vier Fragen an das Projekt KitaNet

Das Projektvorhaben „Kindertageseinrichtungen als vernetzte Organisationen im Sozialraum (KitaNet)“ ist an der Universität Hildesheim angesiedelt und untersucht, inwieweit sozialräumliche Vernetzung von Kindertageseinrichtungen (Kitas) einen Beitrag zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern leistet. Zur Bearbeitung der Projektziele werden Methoden der qualitativen Netzwerkanalyse und der Dokumentenanalyse genutzt und auf die Identifikation von Netzwerkstrukturen der dienstleistungsinfrastrukturellen Öffnung von Kitas im Sozialraum und den damit verbundenen Herstellungsweisen struktureller Inclusiveness abgezielt.

Das Projektteam besteht aus Prof. Dr. Peter Cloos (Uni Hildesheim), Tom Töpfer (Uni Hildesheim) und Prof. Dr. Inga Truschkat (FU Berlin). Ehemalige Projektmitglieder sind Dr. Alice Altissimo, Britta Karner und Dr. Sabrina Volk.

Um einen Einblick in die Arbeit des Projektes zu bekommen, haben wir vier Fragen an das Projektteam gestellt.

 

Was ist das Ziel Ihrer Forschung?

Das Projektvorhaben KitaNet untersucht, inwieweit sozialräumliche Vernetzung von Kitas einen Beitrag zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern leistet. In einem drei Bundesländer vergleichenden Design werden in KitaNet

a) anhand von Analysen bildungspolitischer Dokumente Erwartungen hinsichtlich Vernetzung und Sozialraumorientierung an Kita untersucht,

b) anhand qualitativer Netzwerkkarteninterviews mit Kitaleitungen typische Netzwerkstrukturen und -orientierungen von Kitas und damit verknüpfte Konstruktionen von Inclusiveness erforscht sowie

c) anhand von Interviews mit Kooperationspartner*innen analysiert, in welche übergreifenden sozialräumlichen Netzwerke Kitas eingebettet sind und welche multiprofessionellen Perspektiven damit verknüpft sind.

Ziel ist schließlich die Identifikation der Gelingensbedingungen für die infrastrukturelle Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern durch die sozialräumliche Vernetzung von Kitas.

 

Was macht für Sie eine gute Kita aus?

In Bezug auf sozialräumliche Vernetzung ist eine gute Kita mit ausreichend Ressourcen ausgestattet, um diese durchzuführen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die Vernetzungserfordernisse in Abhängigkeit der sozialräumlichen Bedarfslagen, der organisationsspezifischen Strukturen sowie der multiprofessionellen und verwaltungsspezifischen Infrastruktur variieren.

 

Was sind aus Ihrer Sicht wichtige Baustellen für eine Verbesserung der Qualität in Kitas?

Kitas werden bildungspolitisch zunehmend aufgefordert, sich sozialräumlich zu vernetzen. Sozialräumliche Vernetzung ist jedoch keine Erwartung, die isoliert an Kitas gestellt werden sollte und die nicht per se zu dem gewünschten Effekt einer besseren Teilhabe führt. Idealerweise sollte sozialräumliche Vernetzung durch eine kommunale Teilhabeplanung bzw. regionale Vernetzungskonzepte flankiert werden. Über diese würden sowohl sozialräumliche Bedarfe übergreifend analysiert als auch multiprofessionell Koordinationsprozesse im Sozialraum unterstützt und begleitet. In der kindheitspädagogischen Forschung und Qualifizierung in Weiterbildung sowie Fach- und Hochschule finden Fragen der Steuerung sozialräumlicher Vernetzungsprozesse noch zu wenig Berücksichtigung. In der Organisation Kita bedarf es einer intensivierten reflexiven Auseinandersetzung mit den organisationsspezifischen und sozialräumlichen Potentialen der Vernetzung für die Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern.

 

Wie können Kitas von Ihren Ergebnissen profitieren?

Durch die Identifikation der Gelingensbedingungen für die infrastrukturelle Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern durch die sozialräumliche Öffnung von Kitas trägt das Projekt insgesamt maßgeblich zur Qualitätsentwicklung früher Bildung im Sinne der Schaffung möglichst förderlicher Entwicklungsumgebungen und guter Startchancen bereits in frühen Phasen der Bildungsbiographie bei. Durch einen projektbegleitenden Austausch mit Praxispartner*innen werden Handreichungen zur sozialräumlichen Vernetzung von Kitas mit Fallvignetten erstellt, die zur Nachnutzung online zur Verfügung gestellt und als Online-Broschüre publiziert werden. Für Aus- und Weiterbildung aber auch für Fachberatung und Organisationsentwicklung entwickeln wir Materialien, über die pädagogische Fachkräfte Wissen zum Thema Netzwerkarbeit sowohl aufbauen als auch kritisch reflektieren können.

 

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

Webseite des Projekts KitaNet

 

Weitere Projektvorstellungen finden Sie hier:

Die Projekte stellen sich vor


Broschüre zur Förderrichtlinie als PDF-Datei: