Vier Fragen an das Projekt iQuaKi

Das Projekt „Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung durch eine web-mediierte Weiterbildung zur unterstützenden Fachkraft- Kind-Interaktion in heterogenen Kleinkindgruppen“ (iQuaKi) richtet den Fokus auf die Weiterentwicklung der Interaktionsqualität pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Tagesfamilien im U3-Bereich. In der ersten Projektphase wurde eine Online-Weiterbildung für Fachkräfte entwickelt, die in der zweiten Projektphase auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert wird. Mit Hilfe von Videos werden in der Weiterbildung theoretische Inhalte zur Beziehungsqualität praxisnah und spannend vermittelt. Die Fachkräfte werden herausgefordert, die eigene pädagogische Praxis genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie reflektieren diese mit einem externen Coach sowie intern im Einrichtungsteam.

Um einen Einblick in die Arbeit des Projektes zu bekommen, haben wir vier Fragen an das Projektteam – bestehend aus den Wissenschaftlerinnen Sonja Perren, Yvonne Reyhing und Bettina Brun – gestellt.

 

Was ist das Ziel Ihrer Forschung?

Die Beziehungsgestaltung der Fachkräfte ist für die Entwicklung der Kinder von großer Bedeutung. Für das Projekt wurde eine Online-Weiterbildung entwickelt, die insbesondere drei hervorzuhebende Elemente vereint: (1) die Vermittlung von Wissen hinsichtlich der kindlichen Entwicklung sowie (2) darauf bezogene, unterstützende Fachkraft-Kind-Interaktionen, und (3) das Beobachten von Beispielsituationen anhand von Alltagaufnahmen aus Kindertageseinrichtungen. Zusätzlich schafft die Weiterbildung eine Verknüpfung zur eigenen Praxis und bietet Möglichkeiten, das Gelernte im Alltag umzusetzen und dies alleine sowie mit dem Team zu reflektieren. Durch Video-Coaching werden die Teilnehmenden in ihrer individuellen Praxis bei der konkreten Umsetzung und Reflexion der gelernten Inhalte unterstützt.

Das Ziel der Studie ist es, die Wirkung der Online-Weiterbildung auf das pädagogische Handeln der Fachkräfte zu evaluieren. Zudem wird überprüft, ob entstandene Veränderungen im pädagogischen Alltag auch zu Veränderungen in der Entwicklung der Kinder führen.

 

Was macht für Sie eine gute Kita aus?

In einer guten Kindertageseinrichtung ist die Beziehung zu den Kindern von Neugierde und Aufmerksamkeit gegenüber den kindlichen Entwicklungsprozessen geprägt. Die Fachkräfte gestalten die Beziehung zu den Kindern in einer wertschätzenden und feinfühligen Art und Weise. Neben dem positiven Beziehungsaufbau wird auch Wert auf die Anregung der Kinder zum Denken und die Unterstützung des Lernens gelegt. Dies sind wichtige Aspekte pädagogischer Qualität, welche für die Entwicklung der Kinder nachweislich besonders bedeutsam sind. Um diese Qualität zu erreichen und zu sichern, reflektieren Fachkräfte das eigene pädagogische Handeln und tauschen sich im Team und mit der Leitung über Entwicklungspotenziale aus. Sie nehmen Weiterbildungsangebote wahr und ziehen bei Bedarf externe Fachpersonen hinzu. Dies ist ein fortlaufender und nie abgeschlossener Prozess. Eine gute Kita zeichnet sich demnach durch eine kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung des pädagogischen Handelns aus.

 

Was sind aus Ihrer Sicht wichtige Baustellen für eine Verbesserung der Qualität in Kitas?

Den Fachkräften gelingt es im deutschsprachigen Raum sehr gut, wertschätzend und feinfühlig auf die Kinder einzugehen. Den Kindern situationsspezifisches Feedback zu geben, welches weiterführende Informationen enthält, scheint hingegen mit größeren Herausforderungen verbunden zu sein. Ebenso können im pädagogischen Alltag weniger Gelegenheiten beobachtet werden, in denen die Kinder spontan und aktiv in individuellen Lernprozessen begleitet oder das kindliche Verständnis über Zusammenhänge sowie das Wissen der Kinder aktiv erweitert werden. Bisher sind kaum wissenschaftlich evaluierte Weiterbildungen im deutschsprachigen Raum vorhanden, die die Beziehungsgestaltung im U3-Bereich in den oben genannten Aspekten individuell und ressourcenschonend fördern. Es bedarf nachweislich wirksamer Weiterbildungsangebote, die dazu beitragen, die wichtigen Schlüsselkompetenzen der Fachkräfte, jeweils angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Fachkraft und der Kita, weiterzuentwickeln.

 

Wie können Kitas von Ihren Ergebnissen profitieren?

Diese Online-Weiterbildung bietet eine große Chance die Qualitätsentwicklung in frühkindlichen Bildungseinrichtungen flächendeckend und ressourcenschonend zu verbessern. Sie vereint zahlreiche Elemente, welche in verschiedenen Studien als wirksame Komponenten von Weiterbildungen identifiziert wurden. Es ist gelungen, diese Elemente in einem innovativen Online-Format umzusetzen, so dass Fachkräfte individuell und flexibel ihre persönliche Beziehung zu den Kindern weiterentwickeln können.

Zwar gibt es im deutschsprachigen Raum viele Weiterbildungen für den U3-Bereich – auch zur Beziehungsgestaltung – , allerdings sind diese selten wissenschaftlich untermauert. Deshalb ist die Evaluation der Online-Weiterbildung wichtig. Sie liefert neben konkreten Aussagen zur iQuaKi-Weiterbildung auch neues Wissen zur Wirkung guter Interaktionsqualität und zur allgemeinen Qualitätsentwicklung in Kitas.

 

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

Zum Projekt iQuaKiZur Online-Weiterbildung der iQuaKi-Studie

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