Ausgangssituation

Die Diskussion um lokale Bildungslandschaften und deren praktische Ausgestaltung muss vor folgender Ausgangssituation betrachtet werden.

Die PISA-Studie verdeutlichte, dass in Deutschland ein besonders straffer Zusammenhang von sozialer Herkunft, Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg herrscht. Der sogenannte "PISA-Schock", der die öffentliche und fachpolitische Diskussion um die herkunftsbedingte Bildungsbenachteiligung nachhaltig beeinflusste, rückte auch die Frage um die Gestaltung von Lerngelegenheiten in den Vordergrund und mündete schließlich in der Forderung, Bildung, Erziehung und Betreuung als Gesamtzusammenhang zu verstehen (JMK/KMK 2004).

Die Gestaltung eines integrierten Gesamtzusammenhangs steht allerdings vor einer Vielzahl von strukturellen Herausforderungen, von denen hier einige stichwortartig dargestellt werden:

  • Voneinander separierte kommunale Planungshorizonte (z.B. jeweils getrennte Schulentwicklungs-, Jugendhilfe-, Raum- und Sozialplanung)
  • Oft keine pädagogische Expertise in den kommunalen Schulbehörden
  • Trennung von innerer und äußerer Schulaufsicht
  • Mangel an partizipativen Planungselementen, z.B. im Hinblick auf die Gestaltung von Schule und lokalem Umfeld als anregender Lebens- und Lernumgebung
  • Mangel an quartiersübergreifenden Strategien der Kinder- und Jugendhilfe zur besseren sozialen Durchmischung.

Hinzu kommen oft unzureichende Rahmenvereinbarungen auf lokaler Ebene, die die Gestaltung eines Gesamtzusammenhangs zusätzlich erschweren.
Weitere Herausforderungen, die es auf der lokalen Ebene zu bewältigen gilt, sind Probleme in der Steuerung und Qualitätsentwicklung, welche sich aus dem forcierten Ganztagsschulausbau (IZBB) ergeben. Dieser gilt als Strategie, den Gesamtzusammenhang von Bildung, Erziehung und Betreuung herzustellen und so auch den Abbau herkunftsbedingter Bildungsbenachteiligung voranzutreiben. Da er im Wesentlichen auf der Kooperation von Schule und außerschulischen Akteuren (z.B. Jugendhilfe) basiert, müssen Instrumentarien der Steuerung und Qualitätsentwicklung entwickelt werden - dies jedoch häufig unter zu geringen finanziellen Ressourcen im Personalbereich.

Kontakt

+49 89 62306-204
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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