Ausgangssituation

Die PISA-Studien verdeutlichten, dass in Deutschland ein besonders straffer Zusammenhang von sozialer Herkunft, Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg besteht. Der sogenannte "PISA-Schock" rückte die Frage nach einer vernetzten Gestaltung von Lerngelegenheiten und Bildungssettings in den Mittelpunkt der fachpolitischen Diskussion und mündete schließlich in der Forderung, Bildung, Erziehung und Betreuung künftig als einen auf lokaler Ebene auszugestaltenden Gesamtzusammenhang zu verstehen.

Die Gestaltung eines integrierten Gesamtzusammenhangs steht allerdings vor einer Vielzahl von strukturellen Herausforderungen:
  • Voneinander separierte kommunale Planungshorizonte (z.B. jeweils getrennte Schulentwicklungs-, Jugendhilfe-, Raum- und Sozialplanung)
  • Oft keine pädagogische Expertise in den kommunalen Schulbehörden vorhanden
  • Trennung von innerer und äußerer Schulaufsicht
  • Mangel an partizipativen Planungselementen, z.B. im Hinblick auf die Gestaltung von Schule und lokalem Umfeld als anregender Lebens- und Lernumgebung
  • Mangel an quartiersübergreifenden Strategien der Kinder- und Jugendhilfe zur besseren sozialen Durchmischung.


Hinzu kommen oft unzureichende Rahmenvereinbarungen auf lokaler Ebene, die die Gestaltung eines Gesamtzusammenhangs zusätzlich erschweren.
Weitere Herausforderungen, die es auf der lokalen Ebene zu bewältigen gilt, sind Probleme in der Steuerung und Qualitätsentwicklung, welche sich aus dem forcierten Ganztagsschulausbau (IZBB) ergeben. Da dieser im Wesentlichen auf der Kooperation von Schule und außerschulischen Akteuren (z.B. Jugendhilfe) basiert, müssen Instrumentarien der Steuerung und Qualitätsentwicklung entwickelt werden - dies muss jedoch häufig unter zu geringen finanziellen Ressourcen im Personalbereich erfolgen.

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