Es handelte sich um eine explorative Feldstudie in ausgewählten Tageseinrichtungen für Kinder. Hauptziel war die Untersuchung von Konflikten unter Kindern auf der Basis einer Beobachtungsstudie. Teilnehmende und systematische Beobachtungen lieferten empirisches und dokumentarisches Material zu Konfliktanlässen und Konfliktverläufen bei Kindern im zweiten, im vierten und im sechsten Lebensjahr. Das erkenntnisleitende Interesse richtete sich auf die Sichtweise von Kindern und ihre soziale Kompetenz. Als Forschungsmethode wurde ein "verstehender Zugang" gewählt, um Beweggründe von Kindern und die Bedeutung von Konflikten für die Kinder zu erfassen:Was sind Konfliktauslöser für Kinder und welche Konfliktlösungen finden sie? Über welches Verhaltensrepertoire verfügen Kinder unterschiedlichen Alters und Geschlechts?

 

An der Untersuchung waren fünf Kindertagesstätten, vier davon in München, eine in Hessen, beteiligt:eine Krippe (0- bis 3jährige), zwei Einrichtungen mit altersgemischten Gruppen (0- bis 6jährige), zwei Kindergärten (3- bis 6jährige). Die Untersuchungsphase der teilnehmenden und systematischen Beobachtung lief über einen Zeitraum von etwa einem Jahr (jeweils an 2 Tagen im Abstand von 2 bis 3 Wochen ). Zu Beginn wurden die Rahmenbedingungen der Einrichtungen, Situationsmerkmale und Verlaufsformen von Konflikten unter Kindern und Einstellungen von Erzieherinnen erfaßt. Später wurden gezielt - mit Video - an ausgewählten Orten, ausgewählte Kindern und deren Interaktionen aufgezeichnet und im Anschluß die festgehaltenen Aushandlungsprozesse zwischen den Kindern analysiert.Es fanden während des Projekts fortlaufend informelle Gespräche mit den beteiligten Erzieherinnen, Klausurtage mit den Teams der beteiligten Einrichtungen und Gesprächskreise mit allen fünf Einrichtungen statt, bei denen die Erzieherinnen Einblick in die Beobachtungen erhielten und es zu Diskussionen über das Gesehene kam.Beabsichtigt war damit ein enger Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, der deutlich werden ließ, welche Probleme für die Erzieherinnen bewältigt werden müssen, wollen sie in ihrer Einrichtung eine Kultur der Konfliktbewältigung entwickeln. Die Eltern der beteiligten Einrichtungen wurden zu Beginn und nach Abschluß der Untersuchungsphase in jeder Einrichtung über den Verlauf des Projekts und dessen Ergebnisse informiert.Die Auswertungen der Beobachtungen, die Auswertungen der Interviews und des im Projekt angelegten Erfahrungs- und Informationsaustauschs mit den beteiligten Erzieherinnen sind Grundlage für die Entwicklung von Konzepten zur Aus- und Fortbildung von Erzieher/innen. Zusätzlich zum Abschlußbericht wurde ein Videofilm erstellt, in dem Konfliktszenen von Kindern so aufbereitet sind, daß sie sich zur Wahrnehmungsschulung in der Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen eignen.

 

 

Kontakt

+49 89 62306-204
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Gefördert / finanziert durch

Bundesministerium für Famile, Senioren, Frauen und Jugend

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