Die erste Welle des Jugendsurveys, die 1992 durchgeführt worden ist, nahm die politische Wende in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung zum Anlass die gesamtdeutsche Frage, die Bewertung und Verarbeitung der politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse durch junge Menschen in Ost und West als einen Themenschwerpunkt der Studie auszuwählen. Ein weiterer Befragungsschwerpunkt der ersten Welle waren die politischen Orientierungen und Verhaltensweisen Jugendlicher und junger Erwachsener. Der Jugendsurvey versuchte mit der starken Gewichtung dieses Themenbereichs eine Forschungslücke zu schließen, da in den repräsentativen empirischen Jugendstudien dieses Thema bis dahin vernachlässigt worden war und hier ein systematischer Vergleich mit Erwachsenenstudien nicht möglich war. Die zentralen Themen der 1. Welle waren:

 

  • Aspekte der Lebenslage (Daten zu Bildung und Ausbildung, zur beruflichen Situation, zur familiären Situation, zur Einschätzung der Lebenssituation)
  • Einstellungen zur Vereinigung Deutschlands
  • Wertorientierungen und Geschlechtsrollenorientierungen
  • politische Orientierungen
  • nationale Identität, Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit
  • Vertrauen in gesellschaftliche und politische Institutionen
  • politische Partizipation und Partizipationsbereitschaften
  • soziale Desorientierung und Devianzbereitschaft.

 

 

 

Studienbeschreibung:Erhebungszeitraum: September 1992 bis Oktober 1992Primärforscher: Deutsches Jugendinstitut (DJI), MünchenDatenerhebung: GFM-GETAS, HamburgInhalt:Lebensverhältnisse, Wertorientierungen, politische Orientierungen und politische Verhaltensbereitschaft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.Fragen zu:

 

  • Allgemeine Lebenszufriedenheit (Skalometer);
  • subjektiver Altersstatus;
  • wichtigste Charakteristika und Ausstattungsmerkmale von Erwachsenen sowie Angabe der davon selbst bereits erreichten Ausstattungsmerkmale;
  • Häufigkeit unterschiedlicher Vorstellungen und Ansichten im Vergleich zur Familie, zum Freundeskreis, zu Arbeitskollegen sowie im Vergleich zur ganzen Bevölkerung;
  • Vertrauen in Institutionen: Gewerkschaften, Kirche, Gerichte, Parteien, Bundeswehr, Presse, Großunternehmen, Bundesregierung, Bundesumweltministerium, Bürgerinitiativen, Polizei, Fernsehen, Bundesverfassungsgericht, Bundestag und Greenpeace;
  • Verbundenheit mit der Gemeinde, dem Bundesland, den alten und neuen Bundesländern, mit Deutschland insgesamt sowie der EG;
  • Ignoranz der Politiker und Gefühl der politischen Wirksamkeit; politisches Verständnis und Kompliziertheit der Politik;
  • Nationalstolz; Gründe für den Nationalstolz;
  • Demokratieverständnis (Skala);
  • ausreichende Berücksichtigung der DDR-Interessen bei der Vereinigung Deutschlands;
  • Möglichkeiten des Lernens von den Menschen im anderen Teil Deutschlands;
  • persönliche Vor- oder Nachteile durch die deutsche Vereinigung;
  • Aspekte des persönlichen Lebens, die durch die Vereinigung tangiert wurden, und derzeitige Zufriedenheit in diesen Bereichen; Verbesserung/Verschlechterung seit der Vereinigung;
  • Wertorientierungen (Skala);
  • Wichtigkeit von Lebensbereichen;
  • Postmaterialismus-Skala;
  • Einstellung zur Idee der Demokratie und zur Zufriedenheit mit der Demokratie in der Bundesrepublik;
  • Einstellung zur Idee des Sozialismus und zum Sozialismus in der DDR;
  • detaillierte Angaben über derzeitige und frühere Mitgliedschaften sowie Intensität der Beteiligung an den Aktivitäten in Verbänden oder Vereinen; Übernahme von Funktionen in diesen Vereinen;
  • Einstellung zu und eigene Aktivitäten in Friedensinitiativen, Umweltschutzgruppen, Selbsthilfegruppen, nationalistischen Gruppierungen, linken Gruppierungen, Menschenrechtsgruppen usw.;
  • Geschlechtsrollenorientierungen (Skala);
  • Einstellung zum Nationalsozialismus und Einstellung zu einer Führungsrolle in Europa (Skala);
  • rassistische Einstellungen;
  • Einstellung gegenüber Ausländern (Skala);
  • Selbsteinstufung auf dem Links-Rechts-Kontinuum;
  • Sympathie-Skalometer für die Parteien;
  • gerechter Anteil beim Leben in der Bundesrepublik;
  • Anomieitems - soziale Verunsicherung, Devianzbereitschaft ("Normlosigkeit");
  • Wunsch nach und Realisation von Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Berufsleben;
  • Politikinteresse;
  • Häufigkeit politischer Gespräche mit Eltern, Ehepartnern, Freunden, Schulkameraden und Arbeitskollegen;
  • Bereitschaft zu politischen Partizipationsmöglichkeiten (21 Items);
  • erfolgte politischen Betätigung bei diesen Möglichkeiten.
  • Geschlecht;
  • Geburtsjahr;
  • Geburtsmonat;
  • angestrebter Schulabschluß, Schulabschluß, Ausbildungsabschluß, angestrebter Ausbildungsabschluß;
  • Erwerbsstatus;
  • berufliche Stellung;
  • Berufszufriedenheit;
  • Familienstand;
  • Schulabschluß, Erwerbsstatus, berufliche Stellung von Partner(in);
  • Kinderzahl, Kinderwunsch;
  • Aufwachsen bis zum 16. Lebensjahr;
  • Schulabschluß, Erwerbsstatus, berufliche Stellung von Mutter und Vater;
  • Religionszugehörigkeit, Kirchgangshäufigkeit;
  • Wohnen im Haushalt der Eltern;
  • Zeitpunkt des Verlassens des elterlichen Haushalts;
  • Wohnform;
  • regionale Herkunft und Wohndauer im Bundesland;
  • Telefon im Haushalt;
  • Zusammenleben mit 16-29jährigen im Haushalt, Anzahl der Ausländer darunter.


Zusätzlich verkodet wurde:

  • Wohnlage, Nachbarwohngebäudetypen;
  • Einschätzung der Schichtzugehörigkeit des/der Befragten;
  • Einschätzung des politischen Interesses und der politischen Kenntnisse des/der Befragten;
  • Interviewdauer; Interviewdatum;
  • Intervieweridentifikation;
  • Interviewergeschlecht;
  • Intervieweralter;
  • Gebiet (alte/neue Bundesländer), Gemeindekennziffer, Bundesland, politische Ortsgröße, Boustedt-Indx/BIK-Größenklasse.


Grundgesamtheit und Auswahl:
Untersuchungsgebiet: BRD. Mehrstufig geschichtete Zufallsauswahl (ADM-Mastersample) von deutschen Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren mit Wohnsitz in der Bundesrepublik. Disproportionale Auswahl alte Bundesländer - neue Bundesländer. Random-Route bei der Auswahl der Zielhaushalte und Auswahl der Zielpersonen im Haushalt durch Zufallszahlen-Auswahlschlüssel.
Erhebungsverfahren: Mündliche Befragung mit standardisiertem Fragebogen
Fallzahlen: 7090 (4526 alte Bundesländer, 2564 neue Bundesländer)

Wichtigste Veröffentlichung:
Ursula Hoffmann-Lange (Hrsg.), Jugend und Demokratie in Deutschland. Opladen: Leske+Budrich 1995.

Der Datensatz ist beim Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung an der Universität zu Köln unter der ZA-Studiennummer 2527 erhältlich. Dort ist auch eine CD-ROM erhältlich, die Daten und Forschungsdokumentationen der 1. Welle wie auch der 2. Welle des Jugendsurveys enthält (www.gesis.org).

Kontakt

+49 89 62306-127
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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