Adressaten der Kinder- und Jugendhilfe

Die Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe auf kommunaler Ebene existieren nicht zum Selbstzweck. Sie erfüllen sozialstaatliche Aufgaben im Dienste der lokalen Gemeinschaft, indem sie sowohl Hilfe- als auch Kontrollfunktionen übernehmen. Inwiefern dies gelingt, hängt von dem Passungsverhältnis zwischen Angeboten und Bedürfnissen ihrer Adressaten ab. Hierbei beeinflussen Merkmale der Adressaten die Gestalt der Kinder- und Jugendhilfe, indem diese versucht, das Passungsverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage zu optimieren. Auch umgekehrt beeinflusst etwa das Image und das organisationale Handeln der Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe die Hemmschwelle der Adressaten, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Der Adressatenbezug erfolgt bislang empirisch:

1. über qualitative Vertiefungsstudien (z.B. beim Thema Partizipation)

2. über eine Analyse der Daten zur Inanspruchnahme aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik

3. über Analysen von repräsentativen Bevölkerungsumfragen wie dem Sozio-Ökonomischen Panel oder dem DJI-Survey AID:A (Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten)

4. über Analysen der Verfahren und Strukturen in Hinblick auf die Berücksichtigung der Adressaten (z.B. Gestaltung des Hilfeplanverfahrens, Jugendhilfeplanung, Informationsmaterialien, Beschwerdeverfahren)

Ansprechpartner: Dr. Eric van Santen

Veröffentlichungen

Erzberger, Christian/Herz, Andreas/Koch, Josef/Lips, Anna/Santen, Eric van/Schröer, Wolfgang/Seckinger, Mike (2019): Sozialstatistische Grundlage sozialer Teilhabe von Care Leaver*innen in Deutschland. Datenreport auf der Basis der Erziehungshilfeforschung und repräsentativer Paneluntersuchungen. Hildesheim: Universitätsverlag Download (DOI)

Zankl, Philipp/Santen, Eric van (2019): Die Inanspruchnahme der Schulsozialarbeit aus der Perspektive von Schülerinnen und Schüler. Ergebnisse auf Basis des DJI-Surveys AID:A II. In: Unsere Jugend, 71. Jg., H. 11+12, S. 497-507 Download (DOI)

Santen, Eric van (2019): Die Studie „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A) – Anlage, Inhalte und Auswertungsbeispiel zur Inanspruchnahme sozialstaatlicher Leistungen von Personen mit Migrationshintergrund. In: Begemann, Maik-Carsten/Birkelbach, Klaus (Hrsg.): Forschungsdaten für die Kinder- und Jugendhilfe. Qualitative und quantitative Sekundäranalysen. Wiesbaden: Springer VS, S. 107-126

Cameron, Claire/Hollingworth, Katie/Schoon, Ingrid/Santen, Eric van/Schröer, Wolfgang/Ristikari, Tiina/Heino, Tarja/Pekkarinen, Elina (2018): Care leavers in early adulthood: how do they fare in England, Finland and Germany? In: Children and Youth Services Review. 87. Jg., H. 4, S. 163-172

Santen, Eric van (2017): Determinanten der Abbrüche von Pflegeverhältnissen – Ergebnisse auf der Basis der Einzeldaten der Kinder- und Jugendhilfestatistik. In: Neue Praxis. 47. Jg., H. 2, S. 99-123

Santen, Eric van (2016): Sind Dauerpflegeverhältnisse wirklich von Dauer? In: Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. (NDV). 96. Jg., H. 9, S. 387-389

Pluto, Liane (2015): Veränderte Sicht auf AdressatInnen durch Veränderungen in den ambulanten Hilfen. In: Kommission Sozialpädagogik (Hrsg.): Praktiken der Ein- und Ausschließung in der Sozialen Arbeit. Weinheim und München, S. 255-264

Prein, Gerald/Santen, Eric van (2015): Ist die Inanspruchnahme institutionalisierter Hilfen sozial selektiv? Zu den Effekten des Bildungsniveaus der Eltern auf die Inanspruchnahme je nach Problembelastung der Kinder und Jugendlichen. In: Walper, Sabine/Bien, Walter/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.): Aufwachsen in Deutschland heute. Erste Befunde aus dem DJI-Survey AID:A 2015. München: Deutsches Jugendinstitut, S. 59-62 Download

Santen, Eric van/Prein, Gerald (2013): Effekte der Angebotsdichte sozialstaatlicher Leistungen und Angebote auf die soziale Selektivität der Inanspruchnahme – Empirische Hinweise an den Beispielen Kinderbetreuung und Jugendzentren. [Effects of provision density of social welfare services on the social selectivity of take up - empirical references by the examples child care and youth centres] Zeitschrift für Sozialreform, 59. Jg., H. 1, S. 85-110

Prein, Gerald/Santen, Eric van (2012): Wie verteilt der Sozialstaat seine Angebote? Zu den Effekten der Ausgestaltung sozialstaatlicher Angebote auf deren Inanspruchnahme. In: Rauschenbach, Thomas/Bien, Walter (Hrsg.): Aufwachsen in Deutschland. AID:A – Der neue DJI-Survey. Weinheim und Basel: BELTZ Juventa, S. 68-84

Santen, Eric van (2012): Wenn die Pflegeeltern nicht mehr wollen. Abbrüche von Fremdpflegeverhältnissen durch Pflegefamilien – Empirische Hinweise. Sozialmagazin, 37. Jg., H. 5, S. 31- 35

Petrat, Anke/Santen, Eric van (2010): Helfen Hilfen? Internationale Befunde zu Hilfekarrieren in den erzieherischen Hilfen. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 13. Jg., H. 2, S. 249-271. Download (DOI)

Santen, Eric van (2010): Predictors of Exit Type and Length of Stay in Non-Kinship Family Foster care – The German Experience. Children and Youth Services Review, Vol. 32 (10), 1211-1222 Download (DOI)

Santen, Eric van (2010): Prädiktoren für Verweildauer und Übergangsraten in Fremdunterbringung. neue praxis, 40. Jg., H. 6, S. 608­–626

Santen, Eric van/Seckinger, Mike (2009): Jugend in der Kinder- und Jugendhilfe - Vom Fokus zum Rand? In: H.G. Homfeldt/J. Schulze-Krüdener (Hrsg.): Basiswissen Soziale Arbeit Lebensalter und Soziale Arbeit, Band 3, Jugend. Baltmannsweiler; 2009, S. 186-209

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