Mit dem gesamtgesellschaftlichen Individualisierungsschub, der Ausweitung des Bildungssystems, den gestiegenen Qualifikationsanforderungen und dem zunehmenden Defizit an Arbeitsplätzen und Wohnungen hat sich das Ende der Jugendphase erheblich hinausgezögert. Der Wohnungsmarkt ist dabei spezifisch für junge Nachfrager zu einer schwierigen Hürde bei der Realisierung von Lebensplänen geworden. Oft wird er zum wichtigen Faktor der partiellen sozialen und ökonomischen Ausgrenzung unterprivilegierter Jugendlicher und junger Erwachsener, da Wohn- und Arbeitssituation mit individueller Entfaltung und sozialer Anerkennung eng verknüpft sind. Zu dieser Situation wurden für Deutschland und europaweit Daten und Fakten zusammengetragen.


Inhalt und Methoden:

Die Studie über "Jugend-Wohnen und Ausgrenzung" befaßt sich mit dieser Situation. Dabei wird nicht nur nach dem Zugang zum Wohnungsmarkt, der konkreten Wohnsituation und den vorhandenen Wohnpolitiken gefragt, sondern auch nach den vorhandenen Hürden und Hilfen, die benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene vorfinden, wenn sie auf der Suche nach einer Wohnmöglichkeit sind. Die Analyse vorhandener Daten bezieht sich dabei auf unterschiedliche Zielgruppen. Aus den Ergebnissen und deren Vergleich mit denen der anderen europäischen Partner wurden Empfehlungen zur Entwicklung jugendpolitischer Antworten auf unterschiedlichen Ebenen formuliert.
Folgende Arbeitsschritte wurden durchgeführt:

  • Erstellung eines Berichts zur Wohnsituation Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland auf der Basis einer Sekundäranalyse diesbezüglich vorhandener statistischer Daten und empirischer Untersuchungen.
  • Analyse von Daten aus dem DJI-Familien- und DJI-Jugendsurveys, speziell mit Variablen, die mit der Wohnsituation bzw. den Wohnbedürfnissen Jugendlicher und junger Erwachsener (von 16 bis 30 Jahren) verbunden sind.
  • Durchführung einer qualitativen Studie auf der Basis von 20 Expertengesprächen, Fallstudien und 30 narrativer Interviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Projekten der Jugendhilfe. Dabei werden Problemwahrnehmungen, Bedürfnisse, Erwartungen und Vorschläge bezüglich einer Verbesserung der Wohnsituation bzw. Lebenslage benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener untersucht.
  • Mitwirkung beim Vergleich der Befunde aus den Teilnehmer- Ländern und Erstellung eines Berichts zu "Wohnsituation und Ausgrenzung Jugendlicher und junger Erwachsener in Europa". Erarbeitung von Empfehlungen für eine europäische Politik.

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