Internationale Kooperation

Frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) wird auch international große Bedeutung eingeräumt. So wurden u.a. verschiedene Initiativen zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich gestartet. Das Internationale Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC) am Deutschen Jugendinstitut unterstützt dabei den internationalen Austausch und ist bzw. war mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in den folgenden Gremien vertreten:

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Gemeinsam mit dem BMFSFJ beteiligt sich das Internationale Zentrum am OECD-Netzwerk zur Frühkindlichen Bildung und Betreuung (OECD Network on Early Childhood Education and Care).

Das 2007 gegründete Netzwerk erhielt durch den OECD-Ausschuss für Bildungspolitik (Education Policy Committee) das Mandat, die OECD-Mitgliedsstaaten dabei zu unterstützen, effektive und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende politische Maßnahmen für die FBBE zu entwickeln. Das Ziel ist es, zu mehr sozialer Gerechtigkeit beizutragen und Bildungschancen für alle Kinder zu verbessern.

Zentrale Aufgaben des Netzwerks im Bereich frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung:

  • Unterstützung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs zwischen den OECD-Mitgliedsstaaten in Bezug auf politische Maßnahmen und Praktiken, Forschung und gute Praxis
  • Identifizierung neuer Themenbereiche zur Untersuchung und Erforschung politischer Fragestellungen zur Verbesserung der Qualität von Systemen
  • Aufbereitung und Analyse neuer Forschungserkenntnisse sowie zu politischen Ansätzen, die die Qualität in Systemen steigern
  • Entwicklung von Indikatoren für internationale Vergleiche
  • Organisation von Workshops zu bestimmten politisch relevanten Fragestellungen

Ein auf frühkindliche Bildung und Erziehung spezialisiertes Team des OECD-Direktorats für Bildung koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den Netzwerkmitgliedern und entwickelt neue Projekte. Bei den zweimal jährlich stattfindenden Netzwerktreffen kommen die nationalen Delegierten der Mitgliedsstaaten zusammen, um neue und laufende Arbeitsprogramme und Projekte zu diskutieren.

Laufende und aktuelle Projekte des OECD Netzwerks zur frühkindlichen Bildung und Betreuung sind u.a. die OECD-Fachkräftebefragung in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung.

Die OECD-Fachkräftebefragung in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung ist die aktuellste internationale Vergleichsstudie der OECD, an der auch Deutschland beteiligt ist. Ziel der Fachkräftebefragung ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten, spezifische Stärken, nationale Traditionen und Besonderheiten im Hinblick auf die pädagogischen Orientierungen und Praktiken, die Arbeitsbedingungen und Qualifikationen pädagogischer Fachkräfte aufzudecken. Im Herbst 2016 fand die Pilotierung der internationalen Fragebögen statt. Im Frühsommer 2017 fand der Feldtest der Befragung statt, dem im Frühsommer 2018 die Haupterhebung der Studie folgen wird. 2019 werden erste Ergebnisse vorliegen, welche sowohl in einem internationalen Bericht unter Autorenschaft der OECD, wie auch in einem nationalen Bericht vom DJI veröffentlicht werden. 

Starting Strong VI

Das neue Projekt (Laufzeit 2017-2020) befasst sich mit Qualitätsdimensionen in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Entwicklung. Es sollen Modelle identifiziert werden, wie Qualitätsstandards reguliert und implementiert werden können, die nachweislich positive Effekte auf die kindliche Entwicklung und das Wohlbefinden haben.

Hierfür wird ein Literaturüberblick erstellt sowie eine Metaanalyse (Zusammenfassung vorliegender Studien zur Wirksamkeit verschiedener Faktoren und Strukturen auf die kindliche Entwicklung) durchgeführt. Zudem werden Ergebnisse der OECD-Fachkräftebefragung sowie der bereits vorliegenden Starting Strong Publikationen einbezogen werden. Auch wenn es grundsätzlich Ziel ist, international Qualitätsstandards in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zu ermitteln, soll kein allgemeingültiges Qualitätsmodell befördert werden, sondern evidenzbasierte Empfehlungen ausgesprochen und anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Ländern und Kontexten aufgezeigt werden, wie Qualitätsregulierungen abgewägt und Feinabstimmungen vorgenommen werden können.   

Starting Strong 2017

Die Publikation Starting Strong 2017 - Key OECD Indicators on Early Childhood Education and Care (2017) vereint Schlüsselindikatoren zu Systemen frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung. Die Publikation liefert einen ausführlichen Überblick zu Systemen frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung im internationalen Vergleich für 35 OECD-Mitgliedsstaaten sowie eine Reihe weiterer Länder. Die Daten umspannen eine große Bandbreite an Themen, darunter Zugang und Teilhabe, Steuerung, Gleichheit, Finanzierung, Curriculum und pädagogisches Personal. Zudem werden Zusammenhänge zwischen Teilhabe an frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung und späterem Bildungserfolg im Alter von 15 Jahren (gemessen mit PISA 2015) sowie Gesundheit und Wohlbefinden beleuchtet.

Starting Strong V

Die Studie Starting Strong V - Transitions from Early Childhood Education and Care to Primary Education (2017) beleuchtet die Übergangspraktiken in 30 Ländern wie z.B. Österreich, Finnland, Japan oder Kasachstan. Der Ländervergleich zeigt: Eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten – Kindern und ihren Familien auf der einen sowie frühpädagogischen Fach- und Grundschullehrkräften auf der anderen Seite – ist ein zentrales Element für einen erfolgreichen Übergang. In vielen Ländern begegnen sich frühpädagogische Fachkräfte und Grundschullehrkräfte nicht auf Augenhöhe, was ebenso hinderlich für einen problemlosen Übergang ist wie eine mangelnde Kooperation mit den sozialen Diensten. Der internationale Vergleich zeigt auch, dass die Ansichten der Kinder bisher zu wenig bei der Entwicklung von Übergangspraktiken und Politiken berücksichtigt werden. Anhand von Beispielen werden im Band Lösungsansätze vorgestellt und Denkanstöße gegeben, um darüber hinaus den politischen Dialog zu diesem wichtigen gesellschaftlichen Thema anzustoßen.

Starting Strong IV

Die Studie Starting Strong IV (2015) konzentriert sich auf die Frage, wie Qualität in frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung mithilfe eines Monitoringsystems weiterentwickelt und nachhaltig gesichert werden kann. Der internationale Vergleich basiert auf einer OECD-Studie, an der 24 Staaten und Regionalverwaltungen teilgenommen haben. Mit dem Fokus Monitoring knüpft Starting Strong IV an die im vorangehenden Band Starting Strong III definierten Qualitätsdimensionen zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung an.

Der Schwerpunkt der Studie liegt auf Reformstrategien, Erfahrungen und Beispielen guter Praxis in Bezug auf Qualität in der FBBE.
Studie Starting Strong IV
(deutsch)

Starting Strong III

Die Publikation der Studie A Quality Toolbox for Early Childhood Education and Care (2012) ist als Qualitäts-Toolbox konzipiert. Sie beschäftigt sich mit der Frage, was Qualität im Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bedeutet. Sie zeigt die Fortschritte in den nationalen Systemen und Politiken zur frühkindlichen Bildung und Betreuung auf, diskutiert aktuelle Forschungsergebnisse und leitet daraus fünf Qualitätsdimensionen ab, die zu einer positiven Weiterentwicklung von frühkindlichen Bildungs- und Betreuungssystemen führen. Starting Strong III legt dar, wie

1. Qualitätsziele und gesetzliche Regelungen festgelegt,
2. Curricula und Standards konzipiert und umgesetzt,
3. Qualifikationen, Fortbildungen und Arbeitsbedingungen verbessert,
4. Familien und das Gemeinwesen in die Aktivitäten frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung einbezogen und
5. Datenerfassung, Forschung und Monitoring gefördert werden können.

Zu allen fünf Qualitätsdimensionen bietet die Qualitäts-Toolbox zahlreiche Anregungen und Beispiele für Fachpolitik und Fachpraxis, wie einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand, indikatorengestützte internationale Vergleiche und individuelle Länderbeispiele, die die OECD-Mitgliedsstaaten bei der Entwicklung und Implementierung von politischen Maßnahmen heranziehen können.
Studie Starting Strong III (deutsch)


Europäische Union (EU)

Die Thematische Arbeitsgruppe „Frühkindliche Bildung und Betreuung“ (Thematic Working Group „Early Childhood Education and Care“) wurde im Frühjahr 2012 auf Grundlage der „Schlussfolgerungen des Rates zur frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung: der bestmögliche Start für alle unsere Kinder in die Welt von morgen“ eingerichtet, um dem Wunsch der Mitgliedsländer nach einem intensiveren Austausch und Orientierung auf dem Gebiet der frühkindlichen Bildung und Betreuung zu entsprechen. Die Arbeitsgruppe setzte sich aus je zwei Repräsentanten der Mitgliedsländer zusammen, darunter mindestens einem Vertreter/einer Vertreterin der zuständigen Ministerien. Insgesamt waren Expertinnen und Experten aus 27 europäischen Ländern in der Arbeitsgruppe vertreten. Für Deutschland beteiligte sich neben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Internationale Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung an der Arbeitsgruppe. Unterstützt und koordiniert wurde die Arbeitsgruppe durch das Generaldirektorat Bildung und Kultur der Europäischen Kommission.

Nach Ablauf des offiziellen Mandats der Arbeitsgruppe in 2014 begleitet das ICEC den europäischen Beratungsprozess zur Entwicklung von Indikatoren, die die Umsetzung des Qualitätsleitrahmens unterstützen sollen.

Ziel der Arbeitsgruppe war die Entwicklung einer Grundlage für einen europäischen Orientierungsrahmen zur Qualität frühkindlicher Bildung und Betreuung. Der Schwerpunkt wurde hierbei auf folgende Themen gelegt:

•           Zugang

•           Fachkräfte

•           Bildungsprogramme (‚Curricula‘)

•           Evaluation und Monitoring sowie

•           Steuerung und Finanzierung

Zu jedem dieser Handlungsfelder wurden Leitsätze - im Sinne von allgemeinen maßnahmenorientierten Zielformulierungen - erarbeitet, die für die Politikgestaltung auf der örtlichen, regionalen und nationalen Ebene eine Orientierung für die Qualitätsentwicklung bieten können. Neben dem Einbezug wissenschaftlicher Erkenntnisse bediente sich die Arbeitsgruppe der Methode der offenen Koordinierung: Wirksame Politikansätze und gute Praxis in den Mitgliedsländern wurden identifiziert, in der gemeinsamen Debatte ausgewertet und auf Übertragbarkeit geprüft.

Da das Thema frühkindlicher Bildung und Betreuung auch in anderen Arbeitszusammenhängen der Europäischen Union eine Rolle spielt (z.B. im Kontext von Gleichstellungsfragen und der Prävention von Kinderarmut), erfolgte eine Abstimmung mit den jeweiligen Generaldirektoraten. Darüber hinaus gab es einen Austausch mit Nicht-Regierungsorganisationen (NGO’s) im Feld der frühkindlichen Bildung und Betreuung, die in einer sogenannten „stakeholder group“ vertreten sind und die Tätigkeit der Arbeitsgruppe begleitet haben.

Als ein zentrales Ergebnis legte die Arbeitsgruppe im Sommer 2014 einen Vorschlag für Leitlinien eines Qualitätsrahmens für die Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung vor. Bislang erlangte dieser Vorschlag noch keinen offiziellen politischen Status; das bedeutet, die Verabschiedung des Dokumentes durch die Europäische Kommission steht noch aus. Seit 2014 wird an der Entwicklung von Indikatoren gearbeitet, die die Umsetzung des Qualitätsleitrahmens und dessen Monitoring in den Mitgliederländern unterstützen sollen. Das ICEC war in diesen Arbeitsprozess involviert.

Die Europäische Union (EU) beschäftigt sich seit Mitte der 1980er Jahre mit dem Thema Kinderbetreuung. Der Ausbau des Betreuungsangebots wurde im Kontext übergeordneter strategischer Ziele für Wachstum und Beschäftigung vorangetrieben. Dies geschah zunächst unter der Perspektive der Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt. Im Zuge der im Jahr 2000 beschlossenen Lissabon-Strategie wurde das vorrangige Ziel verfolgt, die Beschäftigungsfähigkeit von Frauen durch einen quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhöhen. Die 2010 verabschiedete Nachfolgestrategie Europa 2020 legte einen Schwerpunkt auf Bildung und lebenslanges Lernen als Garant für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Frühkindliche Bildung wird dabei als Fundament für erfolgreiches Lernen angesehen. Ihr wird eine wichtige Rolle im Hinblick auf zwei der fünf strategischen Schlüsselziele zugeschrieben, die bis 2020 erreicht werden sollen: die Verringerung der Zahl der Schulabbrecher auf unter 10% und die Verringerung der Zahl armutsgefährdeter Personen um 20 Millionen. In diesem Zusammenhang erhielt auch die Qualität der Angebote frühkindlicher Bildung und Betreuung verstärkte Aufmerksamkeit.

Meilensteine

Netzwerk Kinderbetreuung und andere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer
Wichtige Impulse für die Qualitätsentwicklung der öffentlichen Kinderbetreuung lieferte die Arbeit des Netzwerks Kinderbetreuung und andere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer der Europäischen Kommission. Das Netzwerk europäischer Experten aus der Wissenschaft war von 1986 bis 1996 tätig. Es legte zum Abschluss ein Programm mit 40 Qualitätszielen für Kindertageseinrichtungen vor. Darin werden u. a. eine kohärente nationale Kinderbetreuungspolitik und höhere öffentliche Investitionen in die frühkindliche Bildung und Betreuung gefordert. Darüber hinaus sind Qualitätsziele zum Bildungsverständnis, zur Personalausstattung, zur Zusammenarbeit mit Eltern sowie zum Qualitätsmonitoring formuliert. Die Mitgliedsstaaten sollten die Ziele in einem zehnjährigen Aktionsprogramm umsetzen.

Das Netzwerk wollte die politische Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von Familien und Kindern lenken und in der gesamten Gesellschaft eine Diskussion über Ziele, Wertorientierungen und pädagogische Praxis in der Kinderbetreuung initiieren. Ein erster Entwurf zu den Qualitätszielen wurde an mehr als 3.000 Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGO’s) im Feld kinder- und familienpolitischer Akteure verschickt, deren Kommentare in der endgültigen Fassung berücksichtigt wurden.

Barcelona-Ziele für den quantitativen Ausbau des Betreuungsangebots
Um die Wettbewerbsfähigkeit Europas langfristig zu sichern, wurde im Jahr 2000 vom europäischen Rat auf einem Sondergipfel in Lissabon die Europäische Wachstums- und Beschäftigungsstrategie (die sogenannte Lissabon-Strategie) ins Leben gerufen. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollten die Europäische Union bis zum Jahr 2010 in die Lage versetzen, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu garantieren. In diesem Kontext wurde auch der Ausbau der Kinderbetreuung zur Priorität erhoben.

Zwei Jahre später, bei seiner Zusammenkunft in Barcelona 2002, unterlegte der Europäische Rat die Forderung nach einem Ausbau der Kinderbetreuung mit konkreten Zahlen, die als Barcelona-Ziele bekannt wurden: Die Mitgliedsländer sollten bestrebt sein, „nach Maßgabe der Nachfrage nach Kinderbetreuungseinrichtungen und im Einklang mit den einzelstaatlichen Vorgaben für das Versorgungsangebot bis 2010 für mindestens 90 % der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter und für mindestens 33 % der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen“ (Presidency Conclusions – Barcelona, 15 and 16th March 2002). Dadurch sollten die Hürden für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen beseitigt und das weibliche Arbeitskräftereservoir besser ausgeschöpft werden. Die „Barcelona-Ziele“ wurden in den Folgejahren zu einem wichtigen Motor für den Ausbau der Kinderbetreuung in den Mitgliedsländern, sie werden jedoch bis heute in vielen Ländern nicht erreicht.

Die Umsetzung der Ziele wurde in Kommissionsberichten überprüft, die neben den langsamen Ausbaufortschritten den hohen Preis der Kindertagesbetreuung und ihre fehlende Anpassung an die zeitlichen Bedürfnisse erwerbstätiger Eltern kritisierten. Die Kommission betonte zugleich, dass die Qualität der Betreuungseinrichtungen erhöht werden müsse. Hierzu zähle auch eine verbesserte Ausbildung, höhere gesellschaftliche Wertschätzung und besseres Entgelt für das Betreuungspersonal (z.B. KOM(2008) 638 vom 3.10.2008).

Frühkindliche Bildung als Fundament lebenslangen Lernens
Mit der Schlüsselrolle von Bildung im Rahmen der Strategie Europa 2020 rückte auch die frühkindliche Bildung in den Vordergrund. Ihr wurde eine wichtige Rolle für den späteren Bildungserfolg attestiert, insbesondere für Kinder aus benachteiligten Gruppen. Mitteilungen der Europäischen Kommission aus den Jahren 2006 und 2008 hoben die Bedeutung des Zugangs zu früher Bildung für Kinder mit Migrationshintergrund hervor. Auch die Mitteilung zur künftigen Zusammenarbeit bei der allgemeinen und beruflichen Bildung für den Zeitraum bis 2020 sah in der Vorschulbildung ein zentrales Instrument für den Abbau von Bildungsbenachteiligungen. Zunehmend anerkannt wurde dabei die hohe Bedeutung der Qualität der Angebote frühkindlicher Bildung und Betreuung. In der Folge einigten sich die Mitgliedstaaten auf eine verstärkte Zusammenarbeit zur Förderung von Qualität und Gleichheit in diesem Bereich.

Im Februar 2011 umriss die Europäische Kommission die wichtigsten Aufgaben für die künftige europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der frühkindlichen Bildung und Betreuung in ihrer Mitteilung Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung: der bestmögliche Start für alle unsere Kinder in die Welt von morgen. Darin wird das Ziel formuliert, den Zugang zur frühkindlichen Bildung, Betreuung Erziehung von Geburt bis zum Beginn der Schulpflicht zu verbessern. Gleichzeitig soll die Qualität der Angebote erhöht werden. Zentrale Herausforderungen werden dabei in einem ganzheitlichen Bildungsverständnis, in der Professionalisierung der Beschäftigten, der Fachkräftegewinnung und -bindung, der Erleichterung von Übergängen zwischen Bildungsphasen und -angeboten sowie in der Qualitätssicherung gesehen.

Der Rat der Europäischen Union griff im Juni 2011 diese Vorschläge auf und setzte einen Prozess der politischen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in Gang. Dies führte im Frühjahr 2012 zur Einrichtung einer Thematischen Arbeitsgruppe „Frühkindliche Bildung und Betreuung“, die den Auftrag erhielt, konkrete Empfehlungen und Kriterien für die Weiterentwicklung der Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung zu erarbeiten, die Orientierung für die Politik bieten können.

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