Ausgangssituation

Interkulturelle Kompetenz gilt heute als eine zentrale Schlüsselqualifikation für die Gestaltung unserer multikulturellen durch Globalisierung geprägten Gesellschaft.
Die Kinder- und Jugendarbeit als wichtiger Bereich öffentlich verantworteter Erziehung, Bildung und Betreuung wendet sich nicht zuletzt deswegen in zahlreichen Projekten und Aktivitäten der Aufgabe zu, interkulturelles Lernen zu unterstützen und somit die Handlungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Eine spezifische Relevanz kommt in diesem Kontext der Internationalen Jugendarbeit und hier insbesondere dem Aufgabenfeld der Begegnungs- und Austauschprogramme im In- und Ausland zu. Internationale Jugendbegegnungen, die über den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) – dem wichtigsten Förderinstrument in diesem Bereich – bezuschusst werden, richten sich in der Regel an 12- bis 26-Jährige. Begegnungen mit jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern erhalten keine KJP-Mittel. Auf der europäischen Ebene liegt die Fördergrenze sogar bei erst 14 Jahren. Begegnungen für jüngere Kinder werden nur in Ausnahmefällen und unter spezifischen Voraussetzungen gefördert. Trotzdem werden bereits seit den 1950er Jahren internationale Kinderbegegnungen durchgeführt und bis heute hat sich ein - wenn auch überschaubares – vielfältiges Praxisfeld entwickelt, welches lange Zeit ein Schattendasein geführt hat. Hier stellt sich die Frage, ob und inwiefern internationale Kinderbegegnungen als Chance genutzt werden könnten, frühzeitig Einfluss zu nehmen auf Wahrnehmungs-, Reflexions- und Handlungsprozesse in der Auseinandersetzung und im Umgang mit der eigenen und mit anderen Kulturen sowie mit Personen anderer kultureller Herkunft. Die wenigen vorliegenden Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass internationale Begegnungen geeignet sind, interkulturelle Lernprozesse zu initiieren und auch Kinder unter zwölf Jahren erfolgreich anzusprechen. Dies wird in der Hauptstudie nun genauer untersucht.

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