Zielsetzung

Generelle Zielsetzung war es, eine „Brückenfunktion“ zwischen den bisher als nicht oder nur schwer kompatibel geltenden Anforderungen und Logiken von Arbeitswelt und Familie herzustellen, um somit die Leistungen und Funktionen aus Familientätigkeit nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch konkrete Hinweise und Anregungen für Lösungen im Erwerbs- und Qualifizierungssystem aufzuzeigen, die für beide Seiten – Eltern und Arbeitgeber – von Nutzen sein können. Mit Hilfe des neu entwickelten Instruments der „Kompetenzbilanz“ werden soziale Kompetenzen insbesondere aus Familienarbeit erfasst, bewertet und für den betrieblichen Kontext bzw. für den Weiterqualifizierungsbereich nutzbar gemacht.
Wenn mit der Kompetenzbilanz der Nachweis erbracht werden kann - so auch die Zielsetzung dieses Projekts -, dass Familienarbeit passend für die neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt und am Arbeitsmarkt zusätzliche Qualifikationspotenziale erschließt, hat dies ebenso eine gesellschaftspolitische wie auch eine betriebswirtschaftliche Dimension und dies sowohl für Frauen (Mütter) und insbesondere auch für Männer (Väter): Gesellschaftspolitisch, weil damit die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen und Männern, die in familiäre Arbeit eingebunden sind, gefördert wird. Erwerbsunterbrechungen ebenso wie Phasen von familienbedingten Teilzeittätigkeiten könnten als kompetenzbildend bewertet und mit Blick auf die berufliche Biographie nicht mehr als „Leerstellen“ bezeichnet werden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht geht es um die bisher nicht oder kaum genutzten Kompetenzpotenziale von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen der praktischen und strategischen Personal- und Organisationsentwicklung, was nicht zuletzt auch zu einer Stärkung der Leistungsmotivation Unternehmenskultur beitragen dürfte.
Schließlich wäre dies auch ein Beitrag dazu, das derzeit vorherrschende kulturelle Muster des idealen Arbeitnehmers als eines allzeit verfügbaren und einsatzbereiten Individuums zu durchbrechen. Denn noch immer stehen betriebliche Erwartungen an die berufliche Mobilität und biographischer Flexibilität der Mutterschaft und Vaterschaft bzw. einem verantwortungsbewussten Leben mit Kindern entgegen.

Kontakt

+49 89 62306-255
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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