Ergebnisse

Die Handreichung fasst die Ergebnisse des Projektes "Gesundheit beginnt in der Familie" zusammen. Die wichtigste Frage im Forschungsprojekt lautete: Inwieweit führt Soziale Arbeit zu einem verbesserten Gesundheitsbewusstsein, einem verbesserten Gesundheitsverhalten und einem verbesserten Gesundheitszustand bei solchen Kindern und Jugendlichen, die in sozial benachteiligten und mehrfach belasteten Familien leben und die an den Angeboten der drei zu evaluierenden Einrichtungen teilnehmen? Evaluation bedeutete in diesem Zusammenhang die Überprüfung der mit dieser Fragestellung verbundenen Annahme, dass Soziale Arbeit im Laufe von eineinhalb Jahren positive Wirkungen auf die drei genannten Aspekte der Gesundheit von Kindern hat, ohne dass sie explizit und systematisch auf die Förderung ihrer Gesundheit ausgerichtet ist. Zugleich sollten Kontextbedingungen, wie der Belastungsgrad einer Familie, interventive Einflussgrößen wie die Art der Angebote sowie Prozessvariablen, wie die subjektiv erlebte Ressourcennutzung einbezogen werden. Es handelte sich somit im Rahmen der quantitativen Evaluation des Projektes um Wirkungsforschung. Die Resultate der Studie weisen daraufhin, dass die beiläufige und damit begrüßenswert niedrigschwellige Arbeit der Einrichtungen ergänzt werden muss um gezielte Angebote zu Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsverhalten und Gesundheitszustand. Mehrfach belastete Eltern und auch Kinder verfügen offensichtlich über ein solides Gesundheitswissen, welches gute Anknüpfungspunkte für gesundheitsorientierte Konzepte Sozialer Arbeit bereit hält. Die zunehmenden Aktivitäten der Kindertagesstätten, Schulen und auch der Medien in diesem Bereich zeigen hier offenbar Wirkung. Jedoch können bei den Familienmitgliedern auch Diskrepanzen sowohl zwischen Selbsteinschätzung und Fremdwahrnehmung ihres Gesundheitszustandes als auch zwischen gesundheitsrelevantem Wissen und Handeln konstatiert werden.Insbesonders können folgende Aspekte gesundheitsfördernder Impulse Sozialer Arbeit genannt werden:

  • Familien, die die Angebote der von ihr besuchten Einrichtung als eine gute Balance zwischen Problem- und Ressourcenorientierung empfanden, profitierten auch in gesundheitlicher Hinsicht stärker von der Inanspruchnahme der Angebote.
  • Ebenso konnte nachgewiesen werden, dass Familien, die eigene Kraftquellen zur Bewältigung ihrer Lebenssituation nennen konnten (Glaube, informelle Netzwerke), höhere Werte in ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität erreichten.
  • Bei Eltern mit Migrationshintergrund stieg während der Angebotsnutzung die Überzeugung an, dass sie die Gesundheit ihrer Kinder beeinflussen können.
  • Die NutzerInnen haben sich positiv über die Arbeit der Einrichtung geäußert. Mehrere TeilnehmerInnen stellten nach der Intervention eine positive Veränderung in ihrem Leben fest, vor allem in Bezug auf ihr Selbstvertrauen und den Umgang mit Konflikten, was – wie die salutogenetische Forschung gezeigt hat – wiederum positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Inhalt und Aufbau der Handreichung
Neben grundlegenden Informationen zu einer gesundheitsfördernden Arbeit mit Familien sollte anschaulich und alltagsnah die Arbeit in den am Projekt beteiligten Einrichtungen dargestellt werden. Mit Hilfe der Beschreibung der Zielgruppe sollten Möglichkeiten, Grenzen und Dilemmata gesundheitsfördernder Sozialer Arbeit aufgezeigt werden. Gespräche mit Fachkräften aus der Praxis geben einen Einblick in das Vorgehen der Praxispartner an ihren jeweiligen Standorten. Ausführliche Einrichtungsprofile geben Gelegenheit, sich Anregungen für das eigene pädagogische Engagement zu holen, Arbeitsbedingungen zu vergleichen oder auch Kontakte zur gegenseitigen Unterstützung aufzubauen. Nicht zuletzt wurden Fragen sowohl zur Methodik und Evaluation aufgegriffen als auch zur inneren Haltung derer, die in Einrichtungen Sozialer Arbeit tätig sind und wirken.

Handreichung


Der vollständige Abschlussbericht steht zum Download bereit.

Kontakt

+49 89 62306-255
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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