Konzeption und Methode


Das Projekt schließt sich thematisch an die Studie "Evaluation der Familienselbsthilfe" an, wo zum ersten Mal empirisch der Kompetenzgewinn und sein Nutzen für Beruf, Familie und Öffentlichkeit aus Tätigkeiten in der Familienselbsthilfe nachgewiesen wurde (vgl. hierzu: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend/Deutsches Jugendinstitut e.V. (Hrsg.) (2001): Familienselbsthilfe und ihr Potential für eine Reformpolitik von „unten“. Materialien zur Familienpolitik Nr. 15. Berlin).

Spezifisch zum Thema "Familienkompetenzen" hatte das DJI außerdem die Federführung beim Innovationskreis "Familienkompetenzen in der Arbeitswelt nutzen" (1994-97). Dieser wurde sowohl im Rahmen des Internationalen Jahres der Familie 1993 als auch vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit gefördert. Neben der Vergabe von Expertisen zu dem Thema, mehreren Treffen mit Vertreterinnen und Vertreten aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Frauen- und Familienforschung, Vertretern von Wirtschaft, öffentlichen Arbeitgebern und Gewerkschaft wurden auch zwei Symposien durchgeführt, wo mit Vertretern der Wirtschaft und Fachöffentlichkeit dieses Thema diskutiert wurde. Als ein konkretes Ergebnis dieses Innovationskreises war die Aufnahme der „Familienkompetenzen“ im bayerischen Gleichstellungsgesetz, dem sich dann andere Länder angeschlossen haben.

In der Vorphase des Projekts vom 01.01.1999 bis 30.06.1999 standen Recherchen im Sinne einer explorativen Vorstudie mit Blick auf internationale Erfahrungen im Mittelpunkt. Leitfrage dabei war: Inwieweit spielt in der Debatte und Praxis anderer EU-Länder zur beruflichen Anerkennung informell erworbener Kompetenzen und informellen Lernens auch der Blick auf Familienkompetenzen eine Rolle? Es wurden Interviews mit Personalverantwortlichen aus Wirtschaft (unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen) und Verwaltung zum alltäglichen Umgang mit dem Thema "soziale Kompetenzen" in der Personalarbeit und -entwicklung geführt.

In der Anschlussphase vom 01.07.2000 bis 30.06.2001 wurde in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnerinnen aus den Niederlanden und Großbritannien das Instrument der Kompetenzbilanz in enger Kooperation mit Experten aus dem Bereich von Arbeits- und Bildungsforschung, aber auch betrieblichen und betriebsnahen Akteuren sowie erwerbstätigen Eltern entwickelt. Das Instrument wurde im Sinne eines Leitfadens zur Erarbeitung einer Selbsteinschätzung in Bezug auf soziale, kommunikative, methodische und „Selbst“Kompetenzen entwickelt, die in der Familienarbeit erworben oder vertieft wurden. In Ergänzung dazu wurde außerdem eine Informationsbroschüre für Personalverantwortliche sowie eine Powerpoint- Präsentation zur Einführung in die Thematik entwickelt. Das Instrument wurde auf einer internationalen Tagung in Brüssel im September 2000 präsentiert und im Anschluss daran konnte eine Phase der Erprobung bei unterschiedlichen Zielgruppen in der betrieblichen Praxis und bei Weiterbildungsträgern durchgeführt werden.

Dazu wurden mit insgesamt (einschließlich der Bemühungen der internationalen Partner) mehr als vierzig Unternehmen (aus dem öffentlichen, privaten und Dritten Sektor) sowie mehr als zehn Weiterbildungsträgern unterschiedlich intensive Kooperationsgespräche geführt, wo manche über eine Erstinformation von einzelnen Kontaktpersonen und Entscheidungsträgern, bzw. die Erstinformation über verschieden intensive Zwischenstufen in Präsentationsveranstaltungen vor unterschiedlich zusammengesetzten Führungskräftegremien nicht hinausgingen.

Aufgrund dieser Kontakte konnten schließlich 14 Unternehmen und Institutionen in Deutschland gefunden werden, in denen die Kompetenzbilanz von einer Gruppe von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf freiwilliger Basis bearbeitet wurde und ihre Erfahrungen bei der Bearbeitung (und ihre Absichten für die künftige Nutzung dieser Erkenntnisse) in einem Fragebogen zurückmeldeten. Die Ergebnisse dieser Rückmeldungen - auf der Basis von zunächst etwa 200 Befragten in Deutschland – wurden ausgewertet und mit ihren Kernaussagen im Rahmen von Workshops an die kooperierenden Unternehmen bzw. Weiterbildungsträger zurückgespiegelt. Nach dieser Pilotphase wurde eine Nutzung des Instruments im Rahmen der betrieblichen Personalarbeit (z.B. bei Einstellungsgesprächen, Personalentwicklungsgesprächen) von einigen Unternehmen angenommen, von einigen unverbindlich in Aussicht gestellt und von einigen als nicht umsetzbar angesehen, da die Kompetenzbilanz nicht in vorhandenen Instrumente der Personalarbeit passte, bzw. keine Personalinstrumente vorhanden waren, um die Kompetenzbilanz zuordnen zu können.

Entsprechend ihrer geringeren Finanzausstattung haben die internationalen Partner ebenfalls vergleichbare Kontakte und Kooperationen mit Unternehmen und Bildungsträgern gesucht und jeweils vier für die Pilotierung gefunden. Die dabei gesammelten Rückmeldungen aus Gesprächen und Fragebögen wurden ausgewertet und in Länderberichten verdichtet.

Kontakt

+49 89 62306-255
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Mehr zum Projekt

Diese Seite verwendet Cookies um die Funktionalität sicherzustellen, Zugriffe zu analysieren und die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Durch die weitere Verwendung stimmen Sie der Verarbeitung von Cookies zu. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerspruch finden Sie in der Datenschutzerklärung.