Angebote der Familienfreizeit und Familienerholung gehören gemäß § 16 Absatz 2 Satz 3 SGB VIII zu den staatlichen Leistungen zur Förderung der Erziehung in der Familie. Das Angebot richtet sich insbesondere an Mütter und Väter in belastenden Familiensituationen. Neben Erholung sollte der Aufenthalt in einer gemeinnützigen Familienerholungsstätte Gelegenheiten für gemeinsame Erlebnisse bieten, verbunden mit Angeboten der Familienbildung, Beratung und Kommunikation. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Stärkung von Erziehungs- und Familienkompetenz sowie Familiengesundheit geleistet werden.

Ziel der Studie ist es, Informationen über die Bedarfe besonders belasteter Familien zu gewinnen und auf dieser Grundlage Ansatzpunkte zur bedarfsgerechten Qualitäts- und Weiterentwicklung der Familienerholung zu identifizieren. Hierfür werden einerseits das Erholungsverhalten von besonders belasteten Familien und insbesondere die Umstände und Belastungsfaktoren, die mit einem Verzicht auf Urlaub zusammenhängen, analysiert. Anderseits wird untersucht, welche Bedeutung die gemeinsam verbrachte Zeit in einer Familienerholungsstätte für diese Familien hat. Als Grundlage ist dazu in einem ersten Schritt eine klare Abgrenzung und Definition „besonders belasteter Familien“ als Zielgruppe(n) der Familienerholung erforderlich. Neben Erkenntnissen über das Erholungsverhalten belasteter Familien soll vertieftes Wissen über die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer der Familienerholung zu Motiven, Nutzen und weiterführenden Bedarfen gewonnen werden.

Das Projekt besteht aus zwei Modulen. Modul 1 ist quantitativ ausgerichtet und analysiert auf der Grundlage des deutschen Familien- und Beziehungspanels pairfam und des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) die Zusammenhänge zwischen familiären Belastungen und Urlaubsverhalten (insbesondere Verzicht auf Urlaub) von Familien. Hierbei wird untersucht, inwiefern das Vorhandensein von Belastungsfaktoren mit dem Verzicht auf Urlaub einhergeht. Darüber hinaus wird auch abgebildet, wie diese sozialen Belastungen mit der Qualität des Familienklimas zusammenhängen. Anhand dieser Analyse soll die Zielgruppe der Familienerholung auch empirisch definiert werden.

Im Modul 2 soll mittels qualitativer Methoden die Perspektive besonders belasteter Familien, welche Angebote der Familienerholung bereits kennen und nutzen, erfasst werden. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf ihren Motivationen für die Inanspruchnahme und der Bedeutung dieser gemeinsamen Zeit jenseits alltäglicher Routinen als konstruktives Moment der Familien im Sinne des Doing Family. Ziel dieses Moduls ist es, die Bedarfe und Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt der Analyse zu stellen und zu ermitteln, wie sich der Aufenthalt auf die einzelnen Familienmitglieder und die Familiendynamiken auswirkt.

Kontakt

+49 89 62306-256
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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