Das Projekt „Familienbezogene Tätigkeiten von Netzwerkkoordinierenden in den Frühen Hilfen" ist Teil der Fachgruppe 4 „Frühe Hilfen" der Abteilung „Familie und Familienpolitik" im Deutschen Jugendinstitut (DJI).

Im Fokus des Projekts steht die qualitative Untersuchung des Aufgabenspektrums der Fachkräfte in seiner ganzen Bandbreite von struktureller Netzwerkkoordination bis hin zu Case Management und direkter Arbeit mit Familien. Hierbei wird herausgearbeitet, ob und wie es den Koordinierungsstellen Frühe Hilfen gelingt, die verschiedenen Aufgaben fachlich angemessen auszufüllen und welche Rolle dabei unterschiedliche Rahmenbedingungen spielen. Insbesondere sollen die in der Fachpraxis entwickelten und bewährten konzeptionellen Lösungen für (indirekt) familienbezogenen Aufgaben eruiert werden.

Der Auf- und Ausbau von Netzwerken mit Zuständigkeit für Frühe Hilfen war eines der zentralen Ziele der Bundesinitiative Frühe Hilfen (BIFH) und wird auch im Rahmen der rechtsnachfolgenden Bundesstiftung Frühe Hilfen (BSFH) prioritär gefördert. Mit diesen Maßnahmen wird weiterhin angestrebt, die sektorenübergreifende Vernetzung und Kooperation von Fachkräften und Institutionen des Gesundheitswesens, der Kinder- und Jugendhilfe sowie weiterer Sozialleistungssysteme zu verbessern, die einen Beitrag für das gesunde Aufwachsen von Kindern und die Unterstützung ihrer Familien leisten können (Dieter u.a. im Erscheinen; Karic u.a. 2019; Bauer 2018). Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung nehmen dabei die in den kommunalen Jugendämtern angesiedelten Koordinierungsstellen und die dort tätigen Netzwerkkoordinierenden ein.

Zur Beantwortung der oben genannten Fragen werden zunächst die themenspezifischen Daten aus den Kommunalbefragungen sekundäranalytisch ausgewertet, um die im Feld anzutreffenden kommunalen Profile herauszuarbeiten (Analyse 1). Die herausgearbeiteten Typen bilden auch die Grundlage zur Gewinnung des Samples der anschließenden qualitativen Recherche (Analyse 3).

Zudem werden parallel zur Sekundärdatenanalyse die auf Bundes- und Länderebene bislang erarbeiteten Empfehlungen und Arbeitshilfen zu den Frühen Hilfen (Kompetenzprofile, Qualifizierungsvorgaben, Leitlinien etc.) in Hinblick auf die Berücksichtigung familienbezogener Aufgaben von Netzwerkkoordinierenden und die Ausgestaltung multiprofessioneller Kooperation synoptisch analysiert (Analyse 2). Ziel ist die Eruierung von Bedarfen zur weiteren Qualitätsentwicklung. Die Sammlung von Empfehlungen und Arbeitshilfen auf Landesebene soll über eine Abfrage bei den Landeskoordinierungsstellen Frühe Hilfen erfolgen.

Die anschließende qualitative Recherche (Analyse 3) wird mittels themenzentrierter Einzelinterviews mit Netzwerkkoordinierenden auf Grundlage des Samples aus Analyse 1 durchgeführt werden. Die inhaltsanalytische Auswertung des Datenmaterials erfolgt in Hinblick auf vorzufindende konzeptionelle Modelle sowie Gelingensfaktoren und Hemmnisse bei der Ausgestaltung von familienbezogenen Tätigkeiten von Netzwerkkoordinierenden.

Abschließend werden die Analyseergebnisse und Qualitätsentwicklungsbedarfe validiert und die daraus entwickelten Empfehlungen mit Beteiligung des NZFH in der BZgA und der Geschäftsstelle der Bundesstiftung Frühe Hilfen diskutiert. Die Resultate des Gesamtprozesses fließen in publikationsreifen Empfehlungen und in die abschließende Berichtslegung ein.

Bauer, Petra (2018): Multiprofessionalität. In: Graßhoff, Gunther/Renker, Anna/Schröer, Wolfgang (Hrsg.): Soziale Arbeit. Eine elementare Einführung. Wiesbaden, S. 727–739

Dieter, Anna-Victoria/Volk, Sabrina/Haude, Christin/Pieper, Stefanie/Cloos, Peter/Schröer, Wolfgang (im Erscheinen): Netzwerke Frühe Hilfen. Multiprofessionelle Kooperation als Grenzarbeit. Herausgegeben vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH). Köln

Karic, Senka/Heyer, Lea/Hollweg, Carolyn/Maack, Linda (Hrsg.) (2019): Multiprofessionalität weiterdenken. Dinge, Adressat*innen, Konzepte. Weinheim/Basel

Kontakt

+49 89 62306-341
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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