Anläßlich des 40. Jahrestags des Elysée-Vertrages im Jahr 2003 vereinbarten die Regierungen Frankreichs und Deutschlands, eine externe, unabhängige und gemeinsame Evaluation des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) /Office-franco-allemand pour la Jeunesse (OFAJ) in Auftrag zu geben. Vorrangiges Ziel des DFJW war von Beginn an die Vertiefung der Beziehungen zwischen den jungen Menschen beider Staaten; dementsprechend fördert das Institut den Austausch von Jugendlichen aus Frankreich und Deutschland in großem Umfang.

Gegenüber den früheren Begutachtungen des DFJW wurde die vorliegende Evaluation von einem deutsch-französischen Team erarbeitet und besitzt daher zum ersten Mal den Status der Binationalität. Von den in Deutschland und Frankreich für Jugend zuständigen Ministerien wurde eine deutsch-französische Sachverständigengruppe eingesetzt, an der auf französischer Seite Mitarbeiter der Generalinspektion des Ministère de la Jeunesse, des Sports et de la Vie Associative und auf deutscher Seite MitarbeiterInnen des Deutschen Jugendinstitut beteiligt waren.

Die deutsch-französische Sachverständigengruppe nahm im Herbst 2003 ihre gemeinsame Arbeit auf. Die bis Juli 2004 terminierte sog. Teilevaluation wurde von beiden Regierungen als Beginn eines regelmäßigen gemeinsamen Evaluationsprozesses des Deutsch-Französischen Jugendwerks deklariert.

Diese erste binationale Evaluation konzentrierte sich auf die Begutachtung ausgewählter Bereiche bzw. Aspekte sowohl der Organisation als auch der inhaltlichen Aufgaben des DFJW. Der Schwerpunkt lag bei Arbeitsinhalten, -zielen und -methoden des DFJW im Zusammenhang mit der besonderen institutionell-politischen Verfasstheit dieser Institution im binationalen Kontext. Angesichts der zur Verfügung stehenden Zeit und der eingesetzten Ressourcen musste darauf verzichtet werden, die Wirkungen der Arbeit des DFJW im Rahmen einer umfangreich angelegten empirischen Studie zu evaluieren. Daher ging es in dieser ersten Evaluation um die Klärung von Fragen der Zielgruppenerreichung, der Anpassung der Programme an die Erwartungen der Jugendlichen sowie der Wahrnehmung der beiden Länder durch die Jugendlichen. In einem zweiten Schritt wurden die Einschätzungen der Mitarbeiter des DFJW sowie verschiedener Partnerorganisationen mit der Analyse der internen organisatorischen und institutionellen Verfaßtheit der Institution DFJW konstrastiert. Im Zentrum des Berichts standen politische Empfehlungen, die an beide Regierungen adressiert waren.
Neben umfangreichen Dokumentenanalysen wurden ausführliche Interviews mit ExpertInnen aus dem binationalen Umfeld des DFJW durchgeführt, wie mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens beider Länder, mit Repräsentanten des DFJW selbst und seiner Partner-Netzwerke der freien Träger auf dem Gebiet der binationalen Jugendarbeit in beiden Ländern als auch durch Gespräche mit "Zeitzeugen" der Geschichte der deutsch-französischen Zusammenarbeit in Frankreich und Deutschland.

Diese Begutachtung besitzt angesichts der Komplexität des DFJW und seiner über 40-jährigen Geschichte als erste gemeinsame, binationale Evaluation exemplarischen Charakter. Als sog. Orientierungsbericht wird der vorliegende Bericht im Kontext eines von beiden Regierungen geplanten längerfristigen Evaluationsprozesses seinen besonderen Stellenwert behalten.

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