Der Übergang in Ausbildung gilt als wichtige Weichenstellung im Lebenslauf. Jugendliche niedriger und mittlerer Bildungsgänge haben häufiger Probleme, diesen Übergang zu bewältigen. Non-formale Bildungsprozesse in organisierten Freizeitaktivitäten können bei der Bewältigung dieses Übergangs unterstützendes Potenzial entfalten (u.a. Farb/Matjasko 2012).

Die quantitative Längsschnittstudie zielt zum einen auf die Analyse der Nutzung organisierter Aktivitäten von Absolvent/innen mit Haupt- und Realschulbildung sowie zum anderen auf die Effekte dieser Aktivitäten auf berufsrelevante personale und soziale Ressourcen sowie auf den Übergang in Ausbildung auf der Grundlage des Ressourcenmodells der Lebensbewältigung (Fend/Berger/Grob 2009).

In Anlehnung an Studien zu Bildungsprozessen in non-formalen Settings wird davon ausgegangen, dass außerschulische Aktivitäten positive Entwicklungseffekte auf berufsrelevante Ressourcen sowie auf den Übergang in Ausbildung haben können. Das Projekt reiht sich damit ein in sozialwissenschaftliche Studien zu positiven Effekten außerschulischer Aktivitäten auf die jugendliche Entwicklung und ergänzt diese mit Fokus auf das Übergangsgeschehen.

Hier finden Sie die englische Projektwebseite.

Wir bedanken uns recht herzlich, wenn Sie die Befragung als Schulleitung, Lehrer/in, Schulsozialarbeiter/in, Eltern oder Schüler/in unterstützen!

Im Rahmen des Projektes findet in diesem Schuljahr (2019/20) in Sachsen und Sachsen-Anhalt an ca. 80 weiterführenden Schulen (Oberschulen, Sekundarschulen, Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen) eine schriftliche Befragung in den 10. Realschulklassen sowie 9. Hauptschulklassen statt. Die Befragung wird von den teilnehmenden Schulen organisiert und durch DJI-Mitarbeiter/innen durchgeführt. Die Befragung dauert eine Schulstunde. In der Befragung geht es um Freizeitaktivitäten und Berufsorientierung der Jugendlichen sowie um ergänzende familiäre und persönliche Rahmenbedingungen.

Die Teilnahme an der schulischen Befragung ist freiwillig. Eltern und Schüler/innen müssen der Teilnahme an der Befragung schriftlich zustimmen, die Einwilligungserklärungen dafür erhalten die Schüler/innen in der Schule.

In zwei Jahren findet eine telefonische Wiederholungsbefragung der Jugendlichen statt, um herauszufinden, wie sie den Übergang in Ausbildung und Beruf gemeistert haben. Wir freuen uns, wenn Sie auch diese Befragung unterstützen! 

Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich bei Dr. Karen Hemming hemming@dji.de

PDF-Datei „Freizeitbildung_Infoblatt“

Folgende Fragen stehen im Fokus:

  • Wie nutzen Absolvent/innen mit Haupt- und Realschulbildung organisierte Freizeitangebote von der 1.-9./10. Klasse?
  • Wie beeinflusst soziales, kulturelles und ökonomisches Kapital (Bourdieu 1983) der Familie die Nutzung organisierter Freizeitaktivitäten?
  • Welchen Einfluss haben organisierte Freizeitaktivitäten, die im Verlauf der Schulzeit ausgeübt wurden, auf berufsrelevante Ressourcen?
  • Welchen Einfluss haben organisierte Freizeitaktivitäten und berufsrelevante Ressourcen auf den Übergang in Ausbildung zwei Jahre nach dem letzten Schuljahr?

Für das Vorhaben werden Schüler/innen in nicht-gymnasialen Bildungsgängen in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu zwei Messzeitpunkten mit einem standardisierten Fragebogen untersucht. T1 erfolgt im Schuljahr 2019/2020 im Klassenverband im letzten Schuljahr (9./10. Klasse), t2 als telefonische Einzelbefragung zwei Jahre später.

Hier werden in Kürze erste Ergebnisse vorgestellt.

Bourdieu, Pierre (1983): Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Kreckel, Reinhard (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Göttingen, S. 183–198

Farb, Amy F./Matjasko, Jennifer L. (2012): Recent advances in research on school-based extracurricular activities and adolescent development. In: Developmental Review, 32. Jg., 1–48

Fend, Helmut/Berger, Fred/Grob, Urs (2009): 1527 „Lebensgeschichten“ von der späten Kindheit ins Erwachsenenalter. In: Fend, Helmut/Berger, Fred/Grob, Urs (Hrsg.): Lebensverläufe, Lebensbewältigung, Lebensglück. Ergebnisse der LifE-Studie. Wiesbaden, S. 9–34

Kontakt

+49 345 68178-51
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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