Das Verbundprojekt DIWAN analysiert den kulturellen Wandel und die migrationsbedingte Diversität von Erziehung und Eltern-Kind-Beziehungen in Deutschland. Das vorherrschende Leitbild für Erziehung hat sich in den vergangenen 50 Jahren markant verändert: Zunehmend ist eine kindzentrierte, gewaltfreie und die Partizipationsrechte von Kindern fördernde Erziehung in den Vordergrund getreten. Gleichzeitig haben Flucht und Migration zu einer wachsenden Heterogenität kulturell vermittelter Leitbilder und Praktiken der Erziehung beigetragen. Das Projekt untersucht, wie sich dieser Wandel seit den 1980er Jahren vollzogen hat und inwiefern er sich in Angeboten und Materialien der Familienbildung und -beratung widerspiegelt. In Zusammenarbeit mit Praxispartnern werden darauf aufbauend Verbesserungsvorschläge für die kultur-, sprach- und migrationssensible Zusammenarbeit mit Eltern in Erziehungsfragen erarbeitet.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Hamburg und mit Praxispartnern durchgeführt und umfasst zwei Teilvorhaben:

Im Teilvorhaben A. an der Universität Hamburg wird erstens anhand von Zeitwandel-Daten untersucht, inwieweit sich parallele, konvergierende oder divergierende Trends in Erziehungseinstellungen und -praktiken von autochthonen und zugewanderten Eltern ausmachen lassen. Zweitens wird der Wandel pädagogischer Leitbilder der Spracherziehung und -bildung anhand von Dokumenten der Familienbildung und -beratung unter einer ‚cultural lag‘-Perspektive untersucht. Auf Basis der Ergebnisse wird zusammen mit Fachkräften und Eltern der Frage nachgegangen, inwieweit Leitbilder für unterschiedliche Zielgruppen (autochthone und zugewanderte Familien) dem Stand des wissenschaftlichen Wissens und zugleich der Bedürfnislage der Praxis adäquat sind, um daran anschließend Modelle mehrsprachigkeitssensibler Materialien für Eltern- und Familienbildung zu entwickeln.

Im Teilvorhaben B. am Deutschen Jugendinstitut e.V. liegt der Schwerpunkt auf folgenden Zielen: Erstens wird anhand von Materialen und Angeboten der Familienbildung und -beratung herausgearbeitet, wie sich seit den 1980er Jahren Leitbilder der Erziehung und der Gestaltung von Eltern-Kind-Beziehungen verändert haben. Besonderes Augenmerk gilt hierbei möglichen Unterschieden in den Angeboten und hierbei vermittelten Leitbildern, die sich an zugewanderte und an nicht zugewanderte Eltern richten. Berücksichtigt wird auch, inwieweit Geschlechterrollen auf Ebene der Eltern und Kinder thematisiert werden. Die Passung der Leitbilder für unterschiedliche Zielgruppen wird im Rahmen von Experteninterviews und Gruppendiskussionen mit Eltern unterschiedlicher Migrationsgeschichte untersucht. Zweitens wird anhand von Survey-Daten die Diversität des Erziehungsverhaltens von Eltern unterschiedlicher Zuwanderungsgruppen einschließlich kürzlich Geflüchteter analysiert, um relevante Einflussfaktoren herauszuarbeiten. Auf Basis einer Fachkräftebefragung und einer Recherche von „Good Practices“ werden drittens Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung kultur- und migrationssensibler Ansätze in der Eltern-und Familienbildung identifiziert.

 

Projektpartner an der Universität Hamburg:

Prof. Dr. Dr. h.c. mult Ingrid Gogolin
Prof. Dr. Bernhard Nauck (Gastwissenschaftler)
Dr. Marc Schmid

https://www.diwan.uni-hamburg.de/

 

Praxispartner:

  • Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. (ANE)
  • Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt)
  • Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke)
  • Evangelisches Zentralinstitut für Familienberatung (ezi) Berlin gGmbH
  • IMPULS Deutschland Stiftung e.V.
  • Landesarbeitsgemeinschaft und Fachverband für Erziehungs-, Jugend-und Familienberatung Bayern e.V.
  • Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V.
  • Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., Regionalstelle München

 

Weitere Unterstützung von:

Kontakt

+49 89 62306-368
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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