Schulsozialarbeit und Kriminalitätsprävention

Die Schulsozialarbeit ist eine zentrale Zugangschance für Kriminalitätsprävention in der Schule.

Vor dem Hintergrund zusätzlicher zeitlicher, personeller und insbesondere fachlicher Ressourcen, welche durch die Schulsozialarbeit in die Schule eingebracht werden, ergeben sich neue Möglichkeiten und Perspektiven für die Kriminalitätsprävention in der Schule. Dies gilt sowohl für die fallbezogene Bearbeitung von Delinquenz als auch für die Etablierung kriminalitätspräventiver Projekte und Programme in der Schule.


Schulsozialarbeit ist ein wesentlicher Schlüssel für eine adäquate fallbezogene Bearbeitung abweichenden Verhaltens in der Schule.

Schulsozialarbeit ermöglicht eine einzelfallorientierte Bearbeitung abweichenden Verhaltens in der Schule. Neben eines zur schulischen Leistungsorientierung differenten Zugangs zu Schülerinnen und Schülern durch die Schulsozialarbeit ist insbesondere die Vernetzung und die Kooperation mit außerschulischen Akteuren eine Chance, adäquat auf abweichendes Verhalten in der Schule zu reagieren und weiterführende Unterstützung für Kinder und Jugendliche zu leisten bzw. zu vermitteln.      


Die Schulsozialarbeit ist ein zentraler Akteur in der Initiierung, Organisation und/oder Durchführung von kriminalitätspräventiven Programmen/Projekten in der Schule.

Die Schulsozialarbeit bringt – teils selbständig, teils angeregt, teils beauftragt – kriminalitätspräventive Programme/Projekte an die Schule und ist dementsprechend bedeutsam für die Etablierung von Kriminalitätsprävention in Schulen.


Die Auswahl von kriminalitätspräventiven Programmen/Projekten durch die Schulsozialarbeit basiert überwiegend auf persönlichen Netzwerken und ist damit nur bedingt systematisch.

Welche Themen durch die Schulsozialarbeit in die Schule eingebracht werden, ist von verschiedenen Faktoren abhängig – bspw. Relevanz/Aktualität des Themas; Vorabplanungen im Lehrplan; Anregung durch Schulleitung, Eltern oder auch Schüler/innen etc.). Die Auswahl der Ansätze bzw. Programme/Projekte zu diesen Themen erfolgt hierbei nicht selten auf Basis persönlicher Netzwerke und wenig systematisch. Persönliche Erfahrungen bzw. Bewertungen entscheiden über eine Weiterführung oder auch über eine Prüfung von Alternativen.


Die Schulsozialarbeit gewinnt im Zuge des Ausbaus der Ganztagsschulen und damit hinsichtlich des Umgangs mit Alltagsproblemen wie u.a. Delinquenz an der Örtlichkeit Schule an Bedeutung.

Wenn Kinder und Jugendliche im Rahmen der Etablierung und des Ausbaus von Ganztagesschulen mehr Zeit im schulischen Umfeld verbringen, gewinnen Alltagsprobleme wie u.a. Delinquenz an Bedeutung und damit auch die Frage nach deren Bearbeitung und Prävention. Die Schulsozialarbeit als Schnittpunkt zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Schule steht hierbei vor der Herausforderung, die veränderten Rahmenbedingungen an den Schulen und die damit einhergehende veränderte Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen zum Ausgangspunkt zu nehmen und adäquate Handlungsstrategien zu entwickeln.


Die Schulsozialarbeit steht in der Verantwortung für die Mitgestaltung und Entwicklung von kriminalitätspräventiven Konzepten zur Inklusion von Behinderung bedrohter/betroffener Kinder und Jugendlichen sowie zur Integration von jungen Flüchtlingen in die Schule.

Die Themen Inklusion und junge Flüchtlinge werden die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Schule vor neue Aufgaben stellen, in denen es auch Aspekte für praktische Ansätze der Kriminalitätsprävention zu berücksichtigen gilt (bspw. spezifische Kriminalisierungs- oder Viktimisierungsrisiken; Mobbing etc.). Auch für die Schulsozialarbeit als Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Schule ist es wichtig, sich diesen Aufgaben anzunehmen und ihre Expertise bei der Entwicklung von adäquaten Handlungsstrategien und deren konkreten Umsetzung in der Schule einbringen.


Die Schulsozialarbeit befindet sich in einem ständigen Veränderungsprozess, in dem gerade im Bereich der Kriminalitätsprävention professionelle Standards und strukturelle Vernetzung etabliert bzw. weiter ausgebaut werden müssen.

Die Schulsozialarbeit hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Akteur an der Schnittstelle von Kinder- und Jugendhilfe und Schule entwickelt, dessen konkrete Ausgestaltungen sich jedoch sehr unterschiedlich präsentieren. Durch sich ständig verändernde Rahmenbedingungen muss sich Schulsozialarbeit stetig anpassen und verändern sowie ihr professionelles Handeln – auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern – neu ausrichten. Um Nachhaltigkeit der Schulsozialarbeit im Bereich der Kriminalitätsprävention zu gewährleisten, bedarf es nach wie vor einer Etablierung von professionellen Standards und von struktureller Vernetzung. Hier ist die Schulsozialarbeit gefordert, das Wissen aus der Kriminalitätsprävention zu reflektieren und wenn möglich auf ihren Bereich anzupassen und zu übertragen.


Damit die Schulsozialarbeit ihren auch kriminalitätspräventiven Aufgaben gerecht werden kann, bedarf es neben einer klaren Festlegung der Zuständigkeiten im schulischen Setting einer gemeinsam getragenen Konzeption der Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure.

Die Zusammenarbeit mit und Kooperation von allen Akteuren in der Schule ist ein wesentlicher Aspekt der Schulsozialarbeit. Die Akteure müssen sich hierfür erstens über den Kern des eigenen professionellen Handelns sowie auch über dessen Grenzen bewusst sein. Damit verbunden ist insbesondere auch die nachhaltige Klärung von Fall- und auch Aufgabenzuständigkeiten im schulischen Setting. Zweitens sind eine grundlegende Kenntnis und die Anerkennung der Professionalität des jeweils anderen Akteurs notwendig, um eine kooperierende Haltung aller Akteure zu sichern und die Zusammenarbeit zielführend und adressatengerecht zu gestalten.

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