Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter

Die Arbeitsstelle vergleicht in den für die Prävention von Delinquenz im Jugendalter relevanten Handlungsfeldern vorhandene kriminalitätspräventive Programme, Strategien, Maßnahmen bzw. Projekte konzeptionell sowie hinsichtlich ihrer Voraussetzungen und Erfolgsbedingungen (Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention 2007). Sie beschreibt ihre Zielgruppen und Zielsetzungen und bewertet sie – soweit möglich – hinsichtlich ihrer Erfolge in der direkten oder indirekten Verhinderung bzw. Reduktion von Jugenddelinquenz.
Für die wissenschaftliche Begleitung, systematische Aufbereitung und empiriebasierte Beschreibung der Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat die Arbeitsstelle ein methodisches Vorgehen entwickelt, das dem besonderen Forschungsgegenstand je nach Themenschwerpunkt angepasst wird (Kelle 2008).
Die Arbeitsstelle versteht dabei die Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter vor allem als pädagogische Aufgabe – nicht nur für die Kinder- und Jugendhilfe, sondern ebenso auch für die anderen zuständigen Institutionen wie Schule, Polizei und Justiz.

Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention (Hrsg.) (2007): Strategien der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter. Eine Zwischenbilanz in sechs Handlungsfeldern. Bd. 11. Deutsches Jugendinstitut. München.

Farrall, Stephen/Maruna, Shadd (2004): Desistance-Focused Criminal Justice Policy Research: Introduction to a Special Issue on Desistance from Crime and Public Policy. In: The Howard Journal of Crime and Justice, 43. Jg., H. 4, S. 358-367.

Kelle, Udo (2008): Die Integration qualitativer und quantitativer Methoden in der empirischen Sozialforschung. Theoretische Grundlagen und methodologische Konzepte. 2. Aufl. Wiesbaden.

Stelly, Wolfgang/Thomas, Jürgen (2004): Wege aus schwerer Jugendkriminalität. Tübinger Schriften und Materialien zur Kriminologie. Band 4. Universitätsbibliothek Tübingen.

Zum Thema

Peerbezogene Ansätze im Kindes- und Jugendalter in der Kriminalitäts- und Suchtprävention

Eine Recherche der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention, DJI

In der Jugendphase orientieren sich Jugendliche zunehmend an Gleichaltrigen. Viele Formen jugendtypischer Delinquenz geschehen aus einem Gruppenkontext heraus. Welche bedeutende Rolle Peers aber auch bei der Bewältigung und Bearbeitung dieser Delinquenz spielen, war Gegenstand einer Zeitschriftenrecherche der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention zu peerbezogenen Ansätzen in der Kriminalitäts- und Suchtprävention.  Die Ergebnisse der Recherche sowie Chancen und Grenzen solcher peerbezogenen Ansätze stellen Laura Liebscher und Thomas A. Fischer in dieser Publikation vor.


Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter - Perspektiven zentraler Handlungsfelder

Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention (Hrsg.) (2015): Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter. Perspektiven zentraler Handlungsfelder. Beiträge aus dem Fachforum „Kriminalitätsprävention im Kindes- und Jugendalter – erzieherische Herausforderung für alle beteiligten Institutionen“ im Rahmen des 18. Deutschen Präventionstages, Band 13, Verlag Deutsches Jugendinstitut, München, ISBN 978-3-86379-177-3

Der 13. Band der DJI-Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention ist ein Sammelband zum institutionellen Umgang mit Kinder- und Jugenddelinquenz mit Beiträgen von Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendhilfe, Polizei, Schule, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Justiz.

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Strategien der Gewaltprävention - Eine Zwischenbilanz in sechs Handlungsfeldern

Im Jahr 2007 wurde im Auftrag der Regierungschefs der Länder unter Federführung der Arbeitsstelle ein ausführlicher Bericht zum Stand der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter in sechs Handlungsfeldern erstellt (Band 11 der Publikationsreihe). Download

Weitere Publikationen zum Download:

Kurzbericht an die Ministerpräsidentenkonferenz (2006)
Vorstellung des Bandes auf dem Deutschen Präventionstag (2007)

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Prävention - ein Konzept auf dem Prüfstand

Programme zur Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter haben sich etabliert. Im Bulletin des Deutschen Jugendinstituts "DJI-Impulse" zum Schwerpunktthema "Mythos Prävention" hat die Arbeitsstelle auf die Notwendigkeit einer fachgerechten und reflektierten Prävention aufmerksam gemacht.

Zwischen Mogelpackung und Erfolgsmodell
Über die Notwendigkeit einer fachgerechten und reflektierten Prävention

In diversen Veröffentlichungen werden die Vorverlagerung des Präventionsbegriffs und dessen zunehmende Entgrenzung diskutiert und v.a. die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe im Blick auf ihre präventiven Effekte reflektiert.


Prävention von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter

Die Arbeitsstelle auf dem Deutschen Präventionstag in München
Auf dem 17. Präventionstag in München präsentierte die Arbeitsstelle aktuelle Forschungsvorhaben und Publikationen. Bernd Holthusen stellte in seinem Vortrag „Chancen der Prävention bei polizeilich mehrfach auffälligen Strafunmündigen“ seine aktuelle Publikation zum Thema vor (Folien zum Vortrag). Das neue Forschungsprojekt der Arbeitsstelle „Jugendliche Gewalttäter zwischen Jugendhilfe- und krimineller Karriere“ stand im Mittelpunkt eines Projektspots von Jana Meier und Dr. Diana Willems (Folien zum Projektspot).


Schulsozialarbeit und Kriminalitätsprävention

Das Arbeitsfeld Schulsozialarbeit hat sich – unabhängig von unterschiedlichen Bezeichnungen und Ausgestaltungen in der Fachpraxis – in den letzten Jahren immer mehr etabliert und gewinnt auch durch den Ausbau der Ganztagesschulen zunehmend an Bedeutung. In einem Expertengespräch der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention mit Fachkräften aus der Praxis wurde die Rolle der Schulsozialarbeit für die Kriminalitätsprävention an Schulen herausgearbeitet. Zentral war die Frage, mit welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen sich die Schulsozialarbeit im Hinblick auf die Bearbeitung von abweichendem Verhalten konfrontiert sieht. Auf Grundlage des Expertengesprächs hat die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention Thesen entwickelt, die erste wichtige Erkenntnisse zum Thema „Schulsozialarbeit und Kriminalitätsprävention“ aufzeigen.   

Zu den Thesen


Jugendgericht und Jugendhilfe – eine Kooperation die funktioniert

… das ist der gemeinsame Befund zweier empirischer Studien zur Kooperation der Jugendhilfe im Strafverfahren mit den Jugendgerichten. Im Jugendgerichtshilfeb@rometer hat die Arbeitsstelle und das Projekt „Jugendhilfe und sozialer Wandel“ 2009 bundesweit alle Jugendhilfen im Strafverfahren online befragt. Die Ergebnisse wurden in der Publikationsreihe der Arbeitsstelle veröffentlicht.

Anknüpfend an diese Untersuchung startete 2013 in Kooperation mit der Universität Kassel unter der Leitung von Theresia Höynck eine weitere Befragung mit dem Namen Jugendgerichtsbarometer, die als Adressaten alle in Deutschland tätigen Jugendrichterinnen und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwältinnen und Jugendstaatsanwälte in den Blick genommen hat. Somit konnten nun die Sichtweisen beider kooperierender Berufsgruppen aufeinander bezogen werden.

Mehr Informationen zu beiden Befragungen finden sie hier.


Mehrfach auffällige Kinder und Jugendliche/ Institutionen übergreifende Kooperation

Mehrfach auffällige und belastete Kinder und Jugendliche – in anderen Kontexten auch als „Mehrfach- und Intensivtäter“ kategorisiert – sind Kristallisationspunkte für die öffentliche Diskussion.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat mit Blick auf diese zentrale Herausforderung für die Kriminalitätsprävention im Rahmen des Modellprojektes „Kooperation im Fall von jugendlichen 'Mehrfach- und Intensivtätern'“ (2004) und des Projektes „Polizeilich mehrfach auffällige Strafunmündige" Kooperationsstrukturen untersucht, um einen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zu leisten.

Kontakt

+49 89 62306-195
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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