Junge Menschen mit Behinderungen und Kriminalitätsprävention

Seit einigen Jahren erfolgen in den Schulen wie auch in der Kinder- und Jugendhilfe vielfältige Anstrengungen im Hinblick auf eine inklusive Öffnung. Es gibt dabei insbesondere von Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern aber teilweise große Bedenken, ob junge Menschen mit Behinderungen in diesen inklusiven Settings nicht auch besonderen Viktimisierungs- und Kriminalisierungsrisiken ausgesetzt sind.

Empirisches Wissen und Daten zu Umfang und Phänomenologie von Viktimisierung und Delinquenz junger Menschen mit Behinderung sind in Deutschland bislang nur wenig vorhanden. Internationale Studien zeigen zugleich, dass dort, wo Inklusion erfolgreich umgesetzt wird, eher das Gegenteil passiert: alle Kinder und Jugendliche entwickeln in inklusiven Settings mehr soziale Kompetenzen und die Anwesenheit von mehr Erwachsenen im Schulkontext (z.B. durch Einzelfallbegleiter/-innen) verhindert Viktimisierungen und Delinquenz.Aber es lässt sich für Deutschland auch feststellen, dass – abgesehen von hervorragenden Modellprojekten – eine gute Umsetzung noch nicht an allen Orten erfolgt ist bzw. man auf die Inklusion an vielen Orten noch nicht ausreichend vorbereitet und ausgestattet ist.

Die Fachpraxis der Kriminalitätsprävention – insbesondere der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter – steht im Hinblick auf die inklusive Öffnung vor der Herausforderung, sowohl bestehende kriminalitätspräventive Angebote adressatengerecht anzupassen als auch neue Angebote zu entwickeln, um entsprechende Risiken zu reduzieren und damit – als ein Akteur unter vielen – zu einer gelingenden Inklusion beizutragen.

Zu diesem Thema hat die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention eine Expertise von fachlich ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Bereich der Sonderpädagogik erstellen lassen. Der Fokus dieser Expertise liegt innerhalb von Schulsettings auf psychologisch-pädagogischen Maßnahmen der Gewaltprävention.

Die Autoren und Autorinnen: Univ.-Prof. Dr. Thomas Hennemann, Univ.-Prof. Dr. Clemens Hillenbrand und Univ.-Prof. Dr. Charlotte Hanisch unter Mitarbeit von Dr. Gino Casale, Dr. Dennis Hövel, Univ.-Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen und Tatjana Leidig (2017): Überblick über wirksame schulische und außerschulische Ansätze zur Kriminalprävention im inklusiven Kontext. Expertise.Anhang. DJI. München.


Kontakt

+49 89 62306-195
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München