Jugend(hilfe) im Strafverfahren

Wenn Jugendliche von der Polizei einer Straftat verdächtigt werden und die Justiz ein Verfahren einleitet, ist die Mitwirkung der Kinder- und Jugendhilfe gefordert. Aufgabe der Jugendhilfe im Strafverfahren ist es dabei, die Jugendlichen während des gesamten Strafverfahrens zu begleiten, zu unterstützen und zu prüfen, ob Leistungen der Jugendhilfe oder andere individuelle Unterstützungsangebote in Betracht kommen (Trenczek/Goldberg 2016). Dabei hat die Jugendhilfe im Strafverfahren in mehrfacher Hinsicht eine Scharnierfunktion: Mit dem Ziel, aus der Straffälligkeit und deren möglichen Folgen erwachsende Risiken für die weitere Entwicklung des Jugendlichen zu vermeiden und mögliche künftige Straffälligkeit zu verhindern, ist die Jugendhilfe im Strafverfahren an der wichtigen Schnittstelle zu Polizei und Justiz. Im Zentrum ihres fachlichen Handelns stehen Jugendliche in ihren aktuellen Lebenssituationen (Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention/Jugendhilfe und sozialer Wandel 2011).

Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention/Jugendhilfe und sozialer Wandel (2011): Das Jugendgerichtshilfeb@rometer. Empirische Befunde zur Jugendhilfe im Strafverfahren in Deutschland. Bd. 12. Deutsches Jugendinstitut. München.

Trenczek, Thomas/Goldberg, Brigitta (2016): Jugendkriminalität, Jugendhilfe und Strafjustiz. Mitwirkung der Jugendhilfe im strafrechtlichen Verfahren. München.

Zum Thema

Interview zur aktuellen Praxis der Jugendhilfen im Strafverfahren in der Corona-Pandemie

„Zwischen Krisenbewältigung und neuen Wegen. Eine Momentaufnahme“

Sabrina Hoops[2] befragt Annemarie Schmoll[3] aus dem Projekt "Jugend(hilfe) im Strafverfahren[4]", welche Auswirkungen die Covid-19-Pandemie auf die Jugendhilfen im Strafverfahren hat. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, können Sie hier[5] das komplette Interview kostenlos downloaden.


Aufsatz „Neues im Jugendgerichtsgesetz – Folgen für die Jugendlichen und die Jugendhilfe im Strafverfahren“

Die Umsetzung zweier Richtlinien der EU (2016/800 und 2016/1919) ins nationale Recht verändert an verschiedenen Stellen das Jugendstrafverfahren und ist auch für die Jugendhilfe im Strafverfahren sowie die beschuldigten jungen Menschen folgenreich. Die wesentlichen Änderungen im Jugendgerichtsgesetz (JGG) und in der Strafprozessordnung (StPO) werden im kürzlich im Nachrichtendienst des Deutschen Vereins erschienenen Aufsatz[6] von Bernd Holthusen[7] und Annemarie Schmoll[8] vorgestellt.


Stellungnahme des Deutschen Jugendinstituts e.V. zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren

Die Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/800 zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren führt zu einer Reform des Jugendgerichtsgesetzes. Mittlerweile liegt ein Gesetzentwurf der Bundesregierung[9] vor, der am Montag, den 21. Oktober 2019, bei einer öffentlichen Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestags[10] diskutiert wurde. Hier hatte Bernd Holthusen, Leiter der Fachgruppe Angebote und Adressaten der Kinder- und Jugendhilfe des Deutschen Jugendinstituts (DJI), die Gelegenheit, als Sachverständiger die aktualisierte und ergänzte DJI-Stellungnahme  zum Gesetzentwurf[11] vorzutragen. Die im DJI abgestimmte Stellungnahme wurde hauptsächlich von Bernd Holthusen[12] und Annemarie Schmoll[13] erarbeitet.


Jugendgericht und Jugendhilfe – eine Kooperation die funktioniert

… das ist der gemeinsame Befund zweier empirischer Studien zur Kooperation der Jugendhilfe im Strafverfahren mit den Jugendgerichten. Im Jugendgerichtshilfeb@rometer hat die Arbeitsstelle und das Projekt „Jugendhilfe und sozialer Wandel“ 2009 bundesweit alle Jugendhilfen im Strafverfahren online befragt. Die Ergebnisse wurden in der Publikationsreihe der Arbeitsstelle veröffentlicht.

Anknüpfend an diese Untersuchung startete 2013 in Kooperation mit der Universität Kassel unter der Leitung von Theresia Höynck eine weitere Befragung mit dem Namen Jugendgerichtsbarometer, die als Adressaten alle in Deutschland tätigen Jugendrichterinnen und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwältinnen und Jugendstaatsanwälte in den Blick genommen hat. Somit konnten nun die Sichtweisen beider kooperierender Berufsgruppen aufeinander bezogen werden.

Mehr Informationen zu beiden Befragungen finden sie hier[14].

Stellungnahme des Deutschen Jugendinstituts e.V. zu dem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz eines Gesetzes zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Jugendstrafverfahren

 

Der Gesetzesentwurf setzt die europäischen Vorgaben der Richtlinie (EU) 2016/800 um. Wesentliche Änderungsvorschläge betreffen die notwendige Verteidigung, die audiovisuelle Vernehmung und die Mitwirkung der Jugendhilfe im Strafverfahren. In der Gesamtheit könnten die geplanten Änderungen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Praxis der Jugendgerichtsverfahren haben. Hierzu wurde im DJI eine Stellungnahme[15] abgestimmt und hauptsächlich von Bernd Holthusen[16] und Annemarie Schmoll[17] erarbeitet.


Das Jugendgerichtshilfeb@rometer: Band 12 der Arbeitsstellenreihe

Erste Ergebnisse wurden bereits auf dem Jugendgerichtstag im September 2010 in Münster vorgestellt. Dort wurden die Befunde im Rahmen eines eintägigen Arbeitskreises mit Fachkräften aus der Jugendhilfe im Strafverfahren ausführlich diskutiert und die fachpolitischen Konsequenzen in Thesen[18] zusammengefasst.

Der ausführliche Untersuchungsbericht wurde als Band 12 der Publikationsreihe der Arbeitsstelle "Das Jugendgerichtshilfeb@rometer. Empirische Befunde zur Jugendhilfe im Strafverfahren in Deutschland" im Mai 2011 veröffentlicht. Download | Bestellung
[19]

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Befunde sprach Bernd Holthusen[20] von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention mit der Vorstandsvorsitzenden der DVJJ, Prof. Dr. Theresia Höynck über aktuelle und mittelfristige Herausforderungen für die Jugendhilfe im Strafverfahren.

Zum Gespräch[21]


Quo vadis Jugendhilfe im Strafverfahren?

Auf dem 28. Deutschen Jugendgerichtstag 2010 in Münster (veranstaltet von der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichthilfen ist dies alle drei Jahre die zentrale fachpolitische Veranstaltung im Bereich der Jugendkriminalrechtspflege - über 700 ExpertInnen aus Jugendhilfe (insbesondere der JGH), Justiz, Polizei, Jugendstrafvollzug, Jugendpsychiatrie und Wissenschaft diskutierten während der vier Kongresstage über grundlegende und aktuelle Fragen der Jugendkriminalität und des Jugendkriminalrechts) konnten erstmals die Ergebnisse des Jugendgerichtshilfeb@rometers[22], einer bundesweiten Online-Befragung der Jugendhilfen im Strafverfahren, und damit aktuelle Forschungsbefunde zur Situation der Jugendhilfe im Strafverfahren vorgestellt werden. Bernd Holthusen[23] und Dr. Sabrina Hoops[24] von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention präsentierten die zentralen Befunde. Darüberhinaus wurde im Rahmen eines eintägigen Arbeitskreises mit Fachkräften aus der Jugendhilfe im Strafverfahren ausführlich diskutiert und die fachpolitischen Konsequenzen in Thesen[25] zusammengefasst.
Zum Vortrag[26]

Kontakt

+49 89 62306-195
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München