Delinquenz im Jugendalter

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention setzt sich aus einer pädagogischen, entwicklungsbezogenen und (jugend-)kriminologischen Perspektive mit (aktuellen) Phänomenen von Delinquenz im Kindes- und Jugendalter auseinander.
Delinquenz im Kindes- und Jugendalter ist aus einer solchen Perspektive in den überwiegenden Fällen ein ubiquitäres und episodenhaftes Phänomen. Das Überschreiten von Regeln und das Austesten von Grenzen ist ein – wenn auch mit Risiken behafteter – Bestandteil der Entwicklung junger Menschen (Schumann 2010). Jedoch kann es neben einer solchen passageren, in der Regel eher von leichteren Straftaten geprägten Delinquenz auch zu Verfestigungen delinquenter Verhaltensweisen und damit zu wiederholten und ggf. schwerwiegenden Straftaten kommen, die nicht zuletzt häufig verbunden sind mit komplexen Problemverflechtungen im Kontext des Aufwachsens (Farrington u.a. 2016). Entsprechende Fälle stellen insbesondere die Fachpraxis der Kinder- und Jugendhilfe wie auch weitere Institutionen im Feld vor spezifische Herausforderungen, die es im Rahmen von fachlichen Handlungsstrategien zu berücksichtigen gilt (Trenczek/Goldberg 2016).

Farrington, David P./Ttofi, Maria M./Piquero, Alex R. (2016): Risk, promotive, and protective factors in youth offending: Results from the Cambridge Study in Delinquent Development. In: Journal of Criminal Justice, 45. Jg., S. 63-70.

Schumann, Karl F. (2010): Jugenddelinquenz im Lebensverlauf. In: Dollinger, Bernd/ Schmidt-Semisch, Henning (Hrsg.): Handbuch Jugendkriminalität. Kriminologie und Sozialpädagogik im Dialog. Wiesbaden, S. 243-257.

Trenczek, Thomas/Goldberg, Brigitta (2016): Jugendkriminalität, Jugendhilfe und Strafjustiz. Mitwirkung der Jugendhilfe im strafrechtlichen Verfahren. München.

Zum Thema

Zahlen - Daten - Fakten: Jugendgewalt

 

Aktualisierte Fassung mit den Zahlen für 2018

Hier finden Sie die aktualisierte Zusammenstellung der Arbeitsstelle zu Gewalttaten, jugendlichen Tatverdächtigen, verurteilten Jugendlichen, verhängten Sanktionen, Verteilung nach Deliktgruppen etc.

Stand: September 2019


Broschüre "Durchblick Jugendgewalt" erschienen

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) eine Broschüre zum Thema Jugendgewalt („Durchblick Jugendgewalt“) veröffentlicht. Nach einer kurzen Einführung zum Begriff der „Jugendgewalt“ wird zunächst ein phänomenologischer Blick auf das Thema geworfen, der unter anderem die Entwicklung von Jugendgewalt beleuchtet. Daran anschließend werden die zur Verfügung stehenden Präventions- und Interventionsstrategien in der Gewaltprävention beschrieben, wobei hier insbesondere die Herausforderungen für die Fachpraxis sowie die Möglichkeiten der Evaluation mit betrachtet werden. Die Broschüre ist Teil der Handreichung: »Durchblick. Informationen zum Jugendschutz« und kostenlos erhältlich (zzgl. Versandpauschale). Sie ist einzeln als Ergänzung oder im Gesamtordner zu beziehen bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ).

Beitrag "Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter - Herausforderungen für die Jugendhilfe" erschienen

Die ersten Ergebnisse des empirischen Forschungsprojekts „Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe“ stellten Carina Seidl, Annemarie Schmoll und Dr. Thomas A. Fischer im Rahmen der 15. Wissenschaftlichen Fachtagung der Kriminologischen Gesellschaft in Münster im Jahr 2017 vor. Der Beitrag ist kürzlich im Tagungsband „Kriminologische Welt in Bewegung“ (print und online) erschienen.

Den Link zur Online-Version finden Sie hier.


Gewalt und Alkohol im Jugendalter - Eine Herausforderung für die Jugendhilfe?

Gewalttaten von Jugendlichen finden häufig unter zum Teil starkem Alkoholeinfluss statt. Auch die Kinder- und Jugendhilfe weiß um die Problematik dieser oft zusammen auftretenden Verhaltensweisen und ihre sich teilweise verstärkenden Wechselwirkungen, doch eine gleichzeitige Bearbeitung von beiden Problemfeldern erscheint derzeit schwierig. Bei manchen Präventionsansätzen stellt das eine Verhalten sogar ein Ausschlusskriterium für die Bearbeitung des anderen dar. Das an die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention angedockte Projektmodul „Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe“ untersucht, welche Angebotsstruktur in der Jugendhilfe bezüglich Gewalt und Alkohol vorhanden ist und welche Handlungsstrategien sich für die Jugendhilfe entwickeln lassen.

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Gewaltdelinquenz und Alkohol - Herausforderungen für die Jugendhilfe

Alkohol, Drogen, Gewalt – Regelmäßig gelangen von Jugendlichen im Rausch begangene (Gewalt-) Straftaten in die Schlagzeilen. Das zweijährige Forschungsprojekt „Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe" ist der Frage nachgegangen, um welche Jugendlichen es sich hier handelt und wie die Jugendhilfe mit ihnen umgeht.

Kurz vor Abschluss des Projekts widmete sich das aktuelle Thema der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention den sich abzeichnenden Befunden.

Dr. Sabrina Hoops und Annemarie Schmoll von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention im Gespräch mit den Projektmitarbeiterinnen Carina Seidl und Lena Weihmayer.

Zum Gespräch


Amoktaten junger Menschen

Am 22. Juli 2016 tötete ein 18-jähriger Schüler in München neun Menschen und sich selbst mit einer Schusswaffe. Nach anfänglichen Spekulationen über einen islamistischen Hintergrund der Tat, wird nach aktuellem Ermittlungsstand von einer Amoktat ausgegangen.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat in einem Positionspapier den aktuellen Informationsstand zu dem Phänomen Amok, zu Tätern und Opfern, zur Bedeutung von (sozialen) Medien sowie Computerspielen, zu Handlungsansätzen und dem gesetzgeberischen Bedarf zusammengestellt.


Aktuelles Thema: Mädchen und Gewalt

Die DJI-Sozialforscherinnen Kirsten Bruhns und Svendy Wittmann lassen im Gespräch mit Dr. Diana Willems von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention ihre Studie zu "Mädchen und Gewalt: Eine Untersuchung zum jugendgruppentypischen Umgang mit Gewalt" Revue passieren und beleuchten das Thema "Mädchengewalt" aus aktueller Perspektive.

zum Gespräch


Start eines neuen Forschungsprojektes zu jugendlichen Gewalttätern zwischen Jugendhilfe- und krimineller Karriere

Im Oktober 2011 ist im Rahmen der Arbeitsstelle eine dreijähriges empirisches Forschungsvorhaben zu "Jugendlichen Gewalttätern zwischen Jugendhilfe- und krimineller Karriere" gestartet. Unterstützt durch eine neue Mitarbeiterin (Jana Meier) befragt die Arbeitsstelle nicht nur Jugendliche als Adressaten von Jugendhilfe und Justiz, sondern auch Fachkräfte der Jugendhilfe und der Justiz. Darüber hinaus werden zusätzlich fallbezogen Akten analysiert. Durch die Zusammenführung der verschiedenen Perspektiven werden die Karriereverläufe mit dem Ziel rekonstruiert, das institutionelle Handeln fachlich weiterzuentwickeln.
Projektkonzeption und Flyer


Delinquenz im Jugendalter - ein Indikator für Gefährdung?

… Dieser Frage gehen Dr. Sabrina Hoops und Bernd Holthusen in einem Beitrag in den IzKK-Nachrichten nach, das dem Themenschwerpunkt Gefährdungen im Jugendalter gewidmet ist. Häufig wird in den aktuellen Diskussionen zu Kindeswohlgefährdungen übersehen, dass sich die Frage der Gefährdung auch im Jugendalter stellt. Mögliche Gefährdungen können unter anderem durch Delinquenz entstehen. Die Jugendhilfe ist auch aus diesem Grund gefordert.
Zum Beitrag


Mehrfach auffällige Jugendliche aus Sicht verschiedener Institutionen

Ergebnisse eines Expertenhearings mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Polizei, Justiz, Schule sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie, im Rahmen des Projektes "Jugendliche Gewalttäter zwischen Jugendhilfe- und krimineller Karriere“: Ziel des Hearings war es, zum einen die unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Institutionen auf den Umgang mit jugendlichen mehrfach auffälligen Gewaltstraftätern zusammenzuführen. Zum anderen sollte die Kooperation zwischen den Institutionen und die damit verbundenen Probleme von allen Seiten beleuchtet und gemeinsam diskutiert werden.


Mehrfach auffällige Kinder und Jugendliche/ Institutionen übergreifende Kooperation

Mehrfach auffällige und belastete Kinder und Jugendliche – in anderen Kontexten auch als „Mehrfach- und Intensivtäter“ kategorisiert – sind Kristallisationspunkte für die öffentliche Diskussion.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention hat mit Blick auf diese zentrale Herausforderung für die Kriminalitätsprävention im Rahmen des Modellprojektes „Kooperation im Fall von jugendlichen 'Mehrfach- und Intensivtätern'“ (2004) und des Projektes „Polizeilich mehrfach auffällige Strafunmündige" Kooperationsstrukturen untersucht, um einen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zu leisten.


Jugendgericht und Jugendhilfe – eine Kooperation die funktioniert

… das ist der gemeinsame Befund zweier empirischer Studien zur Kooperation der Jugendhilfe im Strafverfahren mit den Jugendgerichten. Im Jugendgerichtshilfeb@rometer hat die Arbeitsstelle und das Projekt „Jugendhilfe und sozialer Wandel“ 2009 bundesweit alle Jugendhilfen im Strafverfahren online befragt. Die Ergebnisse wurden in der Publikationsreihe der Arbeitsstelle veröffentlicht.

Anknüpfend an diese Untersuchung startete 2013 in Kooperation mit der Universität Kassel unter der Leitung von Theresia Höynck eine weitere Befragung mit dem Namen Jugendgerichtsbarometer, die als Adressaten alle in Deutschland tätigen Jugendrichterinnen und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwältinnen und Jugendstaatsanwälte in den Blick genommen hat. Somit konnten nun die Sichtweisen beider kooperierender Berufsgruppen aufeinander bezogen werden.

Mehr Informationen zu beiden Befragungen finden sie hier.

Kontakt

+49 89 62306-195
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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