AID:A Überblick

Der weitere Fokus der Analysen liegt auf der Verschränkung von ungleichen Lebenslagen und den damit verbundenen Anforderungen und Chancen für das Aufwachsen. Je nach sozialer Herkunft wirken sich diese unterschiedlich auf die Entwicklungs- und Bildungschancen der Kinder aus. Zusätzliche Brisanz erhält dieser Befund durch die in jüngeren Armutsberichten aufgezeigte Tendenz, dass sich die soziale Schere vergrößert und prekäre Lebenslagen mittlerweile bis in die Mittelschicht hineinreichen.

Angesichts der herausragenden Bedeutung, die der Entwicklung sozial-emotionaler und kognitiver Kompetenzen und dem Erwerb höherwertiger Bildungszertifikate in der Wissensgesellschaft zukommt, liegt ein besonderes Augenmerk auf Fragen der Bildungsbeteiligung und des Kompetenzerwerbs vom Kleinkind- bis ins frühe Jugendalter.

Eine weitere Basis für die Arbeiten im Kompetenzteam bilden die Ansätze zum Wohlergehen von Kindern, welche unter dem Begriff "well-being" international diskutiert werden. Dabei wurde neben den objektiven Rahmenbedingungen aus dem familialen Umfeld (z.B. Soziodemografie, Region, Familienform), dem Freundeskreis (z.B. Anzahl, Herkunft) und dem schulischen Background (z.B. Schultyp, Betreuungssituation) insbesondere das subjektive Erleben in den Blick genommen.

Die Auswahl der Bereiche Familie, Peers und Schule knüpft an die relevanten Dimensionen der Kindheitsforschung an, welche in anderen Ansätzen jedoch unabhängig voneinander betrachtet werden. Durch die konzeptionelle Verknüpfung dieser Bereiche wie auch der Verknüpfung der objektiven mit den subjektiven Bedingungen für das Wohlergehen, lassen sich mögliche Beeinträchtigungen auf das Wohlergehen in einzelnen Lebensbereichen sehr differenziert darstellen wie auch die Möglichkeiten von kompensatorischen Effekten aufzeigen.

Ziel ist, die Lebenswirklichkeit und das Kompetenzerleben bei Kindern auf einer repräsentativen quantitativen Datenbasis zu rekonstruieren, strukturelle Ungleichheiten zu identifizieren und Ansatzpunkte für eine Politik im Sinne der Förderung aller Kinder herauszuarbeiten.

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