Politik und Gesellschaft sehen sich derzeit mit verschiedensten gewaltbereiten Gruppierungen konfrontiert. In jüngster Zeit rücken besonders die demokratie- und menschenfeindlichen Phänomene des gewaltorientierten Salafismus und Dschihadismus in den Fokus. Wie auch im Rechtsextremismus gelten junge Menschen als besonders gefährdet, sich dem gewalttätigen Spektrum dieser Gruppen anzuschließen. Insofern sind neben sicherheitspolitischen Aktivitäten auch pädagogische Strategien gefragt – um mit jungen Menschen vorbeugend zu arbeiten, aber auch, um denjenigen Hilfestellung zu leisten, die in diese Szenen abzugleiten drohen oder Unterstützung beim Wiederaussteig suchen.


INTERVIEW MIT MICHAELA GLASER

Leiterin der Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention am DJI – AFS

Hilfsangebote für gefährdete und betroffene Jugendliche konsequent ausbauen und besser vernetzen

Wie Michaela Glaser betont, ist die Aufgabe des jugendpolitischen pädagogischen Handels nicht in erster Linie die erfolgreiche Bekämpfung des islamistischen Terrorismus, sondern vielmehr die Unterstützung und Hilfestellung für junge Menschen, die durch diese Entwicklungen in unterschiedlicher Weise gefährdet bzw. von dieser betroffen sind. Die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen, die sich dem terroristischen Islamismus zuwenden, steht in Deutschland jedoch noch am Anfang, während die pädagogische Praxis und Erforschung der Prävention von Rechtsextremismus – auch am DJI – bereits Tradition hat. Über die neuen Herausforderungen sowohl für die pädagogische Praxis als auch für die DJI-Arbeitsstelle AFS durch die weitere Erschließung des noch jungen Themenfelds sowie eine mögliche Übertragbarkeit von Erkenntnissen aus der Deradikalisierungsarbeit mit rechtsextrem orientierten jungen Menschen gibt Michaela Glaser im DJI-Gespräch Auskunft.

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KATJA SCHAU/SUSANNE JOHANSSON

Deutsches Jugendinstitut

Praxis wissenschaftlich begleiten: Umsetzungserfahrungen und Herausforderungen der pädagogischen Prävention von „islamistischem Extremismus“

Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) das Programm INITIATIVE DEMOKRATIE STÄRKEN (IDS) von 2011 bis 2014 wissenschaftlich begleitet. Ein zentrales Handlungsfeld des Programms war die Prävention von „islamistischem Extremismus“. In diesem Zusammenhang hat das DJI über 20 Modellprojekte begleitet, die das Ziel hatten, junge Menschen in ihrer Ablehnung islamistischer Orientierungen zu stärken bzw. Jugendliche zu erreichen, die als gefährdet wahrgenommen werden oder sich bereits radikalisiert haben. Zudem sollten sozialisationsrelevante Akteure wie Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeitende lokaler Institutionen sensibilisiert und für eine Auseinandersetzung mit „islamistischen Extremismus“ qualifiziert werden. Der Beitrag liefert eine Zusammenfassung der wichtigsten Auswertungsergebnisse.

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JAN BUSCHBOM

Violence Prevention Network, Berlin

Pädagogische Arbeit mit islamistisch ideologisierten Zielgruppen

Das Violence Prevention Network verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Arbeit mit ideologisierten jugendlichen Gewalttätern. Gegen teils große ideologische Widerstände hat das VPN seit 2001 Angebote für junge Rechtsextremisten entwickelt, die in Haftanstalten einsaßen. Um diese jungen Menschen für die Zeit nach der Haft zu stärken und gegenüber extremen Ideologien weniger anfällig sein zu lassen, greift VPN im Rahmen seiner „Verantwortungspädagogik“ auf Methoden der Biografie- und Angehörigenarbeit und Tataufarbeitung zurück. Ansätze, die von VPN seit 2006 auch für die Deradikalisierungsarbeit mit gewaltbereiten islamistischen jungen Menschen genutzt werden.

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PROF. DR. STEFAN BORRMANN

Dekan der Fakultät Soziale Arbeit an der Hochschule Landshut

Politisch und religiös radikale Jugendliche als Ausbildungs-und Forschungsthema an Hochschulen

Fragt man sich, welche Professionen und Berufe in die präventive und intervenierende Arbeit mit politisch oder religiös radikalen Jugendlichen eingebunden sind, dann ist die Soziale Arbeit mit ihren verschiedenen Arbeitsfeldern einer der Hauptakteure. Dabei stellt sich die Frage, wie gut Soziale Arbeit auf den Umgang mit radikalen Jugendlichen vorbereitet ist und wie Hochschulen die zukünftigen Fachkräfte auf diese Aufgaben vorbereiten können. Der Beitrag zeigt, dass keine klare Trennung von Kompetenzanwendung und entsprechendem Kompetenzerwerb an Hochschulen sowie vorhandenen Wissen bei Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen und Wissensgenerierung, Wissensvermittlung an Hochschulen möglich ist. Die Verknüpfung dieser Bereiche ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Ausbildung und entsprechender Arbeit in der Praxis der Sozialen Arbeit.

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LINKS UND LITERATUR

Hintergrundmaterial und Lektüretipps aus DJI-Forschungskontexten


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