Weltweit sind mindestens 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Hälfte von ihnen ist minderjährig. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Familien in Deutschland aus unterschiedlichen Gründen Zuflucht suchen, wächst rasant. Im Unterschied zu den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die mittlerweile direkt von der Kinder- und Jugendhilfe in Obhut genommen werden, ist es für die Fachkräfte ungleich schwieriger, den zum Teil schwer traumatisierten Kindern im familiären Umfeld Hilfe zukommen zu lassen. Viele von den etwa 20.000 Kindern und Jugendlichen leben in Lagern oder ähnlich unzureichenden Wohnverhältnissen und sind vielfältigen Belastungen und Kindeswohlgefährdungen ausgesetzt. Ziel dieses DJI TOP THEMAS ist es, das Augenmerk auf die Lebenssituation dieser jungen Menschen zu lenken und Hilfemöglichkeiten aufzuzeigen.

NORBERT STRUCK
Paritätischer Wohlfahrtsverband

Begleitete minderjährige Flüchtlinge – kein Thema für die Kinder- und Jugendhilfe!?
Norbert Struck plädiert mit Nachdruck dafür, dass sich die Kinder- und Jugendhilfe aktiver für die Unterstützung minderjähriger Flüchtlinge einsetzt. Sein Vorschlag: Der nächste Kinder- und Jugendbericht solle unter das Thema „Kinder, Jugendliche und Familien in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland“ gestellt werden.

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CHRISTIAN PEUCKER
Abteilung Jugend und Jugendhilfe (Deutsches Jugendinstitut)

Kinder, Jugendliche und Familien mit einem Flüchtlingshintergrund –
Ausgangslage und Potenziale der Kinder- und Jugendhilfe
Da der Aufenthaltsstatus dieser Kinder meist nicht eindeutig geklärt ist, haben sie häufig kein Recht, Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen.

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DR. HEINZ KINDLER
Leiter der Fachgruppe Familienhilfe und Kinderschutz (Deutsches Jugendinstitut)

Flüchtlingsfamilien; Hilfebedarf und Gefährdung des Kindeswohls
Nach Maßgabe der UN-Kinderrechtskonvention ist das Wohl vieler Kinder, die mit ihren Familien nach Deutschland geflohen sind, in verschiedentlicher Hinsicht gefährdet. Beim Bemühen, Abhilfe zu schaffen, ist – nicht zuletzt vor dem Hintergrund möglicher institutioneller Diskriminierung –Fingerspitzengefühl gefragt.

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DR. ANTONIA SCHOLZ
Internationales Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (Deutsches Jugendinstitut)

Herkunftsländer der Flüchtlingskinder
2012 baten in Deutschland 64 Prozent mehr begleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche mit ihren Familien um Schutz als im Vorjahr. Neben die am häufigsten vertretenen „traditionellen“ Herkunftsländer im deutschen Asylgeschehen – Irak und Afghanistan – ist Syrien getreten. Die Anzahl der syrischen begleiteten Minderjährigen in Deutschland hat sich seit 2010 mehr als verdreifacht.

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SUSANNE JOHANSSON
komm. Leiterin der Fachgruppe Politische Sozialisation und Demokratieförderung (Deutsches Jugendinstitut)

Empirie, Forschungsstand und Forschungsbedarf zu begleiteten Flüchtlingskindern in Deutschland
Trotz einer größtenteils unbefriedigenden Datenlage gibt es einzelne wissenschaftliche Studien, deren Erkenntnisse zur Wohn- und Bildungssituation von Flüchtlingskindern, zur materiellen Versorgung, zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden sowie zur Freizeitgestaltung hier zusammenfassend dargestellt werden. Forschungsbedarf besteht vorrangig bei den Themen Gesundheitsversorgung, frühe Betreuung sowie Bildung, um die Unterstützung u.a. durch die Kinder- und Jugendhilfe passgenauer zu gestalten.

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