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DJI-Projekt
Multilokalität von Familie (Schumpeter-Nachwuchsgruppe)
Die Gestaltung von Familienleben bei räumlicher Trennung
(Laufzeit: Januar 2009 – Dezember 2013)

Multilokalität von Familie ist ein gesellschaftlich hoch relevantes Phänomen. Immer häufiger leben Eltern und ihre minderjährigen Kinder zeitweilig oder auch langfristig nicht in einem Haushalt zusammen. Familiale Beziehungen in der mobilen und pluralen Gesellschaft der Gegenwart sind zunehmend durch räumliche Trennungen bestimmt, sei es aufgrund von beruflich bedingter Mobilität oder durch Trennungen und Scheidungen. Die "Mehr-Örtigkeit" des Alltags von multilokalen Familien stellt diese vor besondere Herausforderungen. Gerade Unterstützungsangebote für diese neuen Herausforderungen können nicht vom grünen Tisch aus entworfen werden, sondern müssen von den Bedarfen der Betroffenen ausgehen. Daher kommt der Rekonstruktion der Perspektiven der Betroffenen auf das multilokale Leben große Bedeutung zu.


DJI-Survey AID:A
Kompetenzteam: Erwachsene/Familie
(Laufzeit: Januar 2009 – Dezember 2015)

Zentraler Bezugspunkt des familienbezogenen Fragemoduls des DJI-Surveys AID:A „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ ist das Konzept der Familie als Herstellungsleistung. Familie muss umso mehr gestaltet werden, je komplexer und dynamischer familiales Netzwerk, Familienformen, Geschlechterarrangements und familiale Vereinbarkeits- und Balanceanforderungen sind. Das familienbezogene Fragemodul für Erwachsene und Personen mit Kindern enthält neben Ergänzungen zur Standarddemographie Fragen zum Sorgerecht, zum beruflichen Wiedereinstieg, zu Familienaktivitäten und zur familialen Multilokalität. Im Fokus stehen der Alltag und die Lebensführung von Familien, ihre Aktivitäten und Gestaltungsleistungen, Praktiken, Routinen und Rituale, mit denen sie alltäglich und im Lebenslauf Familie als gemeinschaftliches Ganzes herstellen („doing family“) und das Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen austarieren.


DJI-Projekt
Gemeinsames Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern
(Laufzeit: Februar 2009 – September 2010)

Seit der Kindschaftsrechtsreform von 1998 können sich Eltern, die nicht miteinander verheiratet sind, für oder gegen die Begründung der gemeinsamen elterlichen Sorge durch eine Sorgeerklärung entscheiden. Der Gesetzgeber ging davon aus, dass Eltern, die zusammen leben und die Sorge kooperativ ausüben, sich in der Regel auch durch die Abgabe einer gemeinsamen Sorgeerklärung rechtlich absichern. Eine gemeinsame Sorge sollte ausdrücklich nicht gegen den Willen eines Elternteils eintreten. Darüber hinaus ist das Jugendamt durch das Gesetz dazu verpflichtet, in Fragen der Sorgeerklärung zu beraten. Außerdem hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am 3. Dezember 2009 die unterschiedliche Behandlung von verheirateten und ledigen Vätern als Diskriminierung gerügt.  Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht hat im Sommer 2010 das Sorgerecht unverheirateter Paare als zu mütterzentriert beanstandet.

Die seit August 2010 vorliegende Studie wurde von der Bundesregierung in Auftrag gegeben, um sowohl die gesetzgeberischen Prämissen, als auch die Alltagspraxis der elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Paare zu überprüfen. Die Studie wurde vom Deutschen Jugendinstitut, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) in Kooperation durchgeführt.


DJI-Projekt
Kinderschutz bei hochstrittiger Elternschaft. Kinder und Jugendliche stärken und schützen
(Laufzeit: Juli 2007 – Mai 2010)

Das Deutsche Jugendinstitut führte in Kooperation mit dem Institut für angewandte Familien-, Jugend- und Kindheitsforschung an der Universität Potsdam (IFK) sowie der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) ein Forschungsprojekt zum Kinderschutz bei hochstrittiger Elternschaft durch. Hoch eskalierte Elternkonflikte bei Trennung und Scheidung sind in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, von anhaltender Aktualität und zunehmend ein Thema in der Fachdiskussion. Für die familien-, kinder- und jugendpolitische Zielsetzung, allen Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen zu geben, sie zu stärken und zu schützen und ihnen gesellschaftliche Beteiligung zu ermöglichen, stellt hochstrittige Elternschaft einen hohen Risikofaktor dar. Mit der Entwicklung und Evaluation zielgruppenspezifischer Diagnosetools und Unterstützungsprogramme möchte das Kooperationsprojekt dazu beitragen, die intrafamilialen Folgen eskalierter Elternkonflikte insbesondere im Hinblick auf den Schutz der betroffenen Kinder zu minimieren sowie die hohen personellen und finanziellen Belastungen der an hochstrittigen Kindschaftsrechtsverfahren beteiligten Institutionen zu vermindern und deren Arbeit effektiver zu machen. Damit wird erstmalig in Deutschland eine wissenschaftliche Begleitung und vergleichende Bewertung der unterschiedlich weit entwickelten Interventionsansätze geleistet.


DJI-Projekt
Stieffamilien in Deutschland
(Laufzeit: November 1998 – Dezember 2001)

Die Untersuchung zu Stieffamilien in Deutschland arbeitete mit zwei methodischen Ansätzen. Durch eine Reanalyse der zweiten und dritten Welle des Familiensurveys (1994 und 2000 mit jeweils ca. 10.000 Befragten) wurden zum einen gesicherte Aussagen über die Häufigkeit von Stiefkindern und deren unterschiedliche Elternkonstellationen getroffen, zum anderen wurde auf Familienebene die Prävalenz (Auftretenshäufigkeit) verschiedener Stiefkonstellationen bestimmt. Um möglichst alle gelebten Stiefkonstellationen erfassen zu können, wird eine Stieffamilie dann als gegeben angesehen, wenn ein Kind (unter 18 Jahren) bei einem leiblichen Elternteil lebt und mindestens einer der leiblichen Elternteile eine neue Partnerschaft eingegangen ist. Mit dieser sehr weit gefassten Definition wird zum einen der haushaltsübergreifende Charakter von Stieffamilien berücksichtigt, zum anderen wird der Pluralisierung familialer Lebensformen Rechnung getragen und die häufig zu Recht kritisierte Fokussierung auf die eheliche Stieffamilie aufgegeben. 


DJI Online Thema 2011/05
Gleiches Recht für Väter ohne Trauschein – Das Sorgerecht auf dem Prüfstand
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat von Deutschland eine Änderung des Sorgerechts verlangt. Er sah unverheiratete Väter diskriminiert. Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht hat im Sommer 2010 das Sorgerecht unverheirateter Paare als zu mütterzentriert beanstandet. Die Bundesregierung ließ daraufhin sowohl die aktuelle Gesetzeslage als auch die Alltagspraxis der „elterlichen Sorge“ nicht miteinander verheirateter Paare überprüfen – in einem gemeinsamen Projekt zwischen dem Deutschen Jugendinstitut, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF). Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser interdisziplinären Untersuchung, die soziologische, psychologische und juristische Expertise miteinander verbindet, unterbreitete das Justizministerium einen neuen Kompromiss-Vorschlag zur Sorgerechtsregelung und lieferte damit Stoff für weitere Diskussionen.


DJI Online Thema 2009/12
Doing Family – den Alltag von Familien ernst nehmen
Der aktuelle Diskurs um ein Betreuungsgeld für Familien, die ihre Kinder zu Hause aufziehen, ist auch Ausdruck eines gesellschaftlichen Verständigungs- und Orientierungsbedarfs. Veränderte Arbeitswelten, ein aktivierender Sozialstaat, beschleunigte Informations-, Kommunikations- und Transporttechnologien sowie veränderte Geschlechterverhältnisse haben bestehende Gesellschaftsbezüge aufgebrochen. Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen stellen sich für Familien, aber auch für Akteure aus Wirtschaft und Politik, neue Herausforderungen an die Gestaltung des Familienalltags. DJI Online widmet sich im Schwerpunktthema dem Familienalltag aus wissenschaftlicher Sicht mit zentralen Thesen, einschlägigen Forschungsprojekten und -ergebnissen sowie Publikationen des Deutschen Jugendinstituts.


DJI Online Thema 2007/12
Wenn zwei sich streiten – Risiko für Trennungskinder

In manchen Trennungsfamilien finden heillos zerstrittene Eltern trotz professioneller Hilfe von außen einfach keine Lösung in Fragen des Sorgerechts oder der Besuchsregelung. Leidtragende dieser Konflikte sind Zehntausende von Kindern. Aber auch von Seiten der Familiengerichte, Beratungsstellen und Jugendämter wird diese Situation als zunehmend problematisch erlebt. Denn diese in der Relation zwar kleine, in der Summe jedoch sehr dominierende Gruppe bindet erhebliche personelle Kräfte und Ressourcen, und dennoch führen die derzeitigen Mittel in vielen Fällen nicht zu befriedigenden Lösungen. Ziel des DJI-Projekts war es, wirksame Formen der Intervention und Unterstützung zu entwickeln und zu verbreiten, um vor allem auch einen verbesserten Schutz der betroffenen Kinder zu erreichen.

DJI Online / Stand: 1. Dezember 2011

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