DJI News https://www.dji.de/news-rss.xml News des Deutschen Jugendinstitut e.V. de-de Deutsches Jugendinstitut e.V. Fri, 31 Mar 2023 23:18:37 +0200 Fri, 31 Mar 2023 23:18:37 +0200 TYPO3 EXT:news news-1266 Fri, 31 Mar 2023 14:05:00 +0200 Rechte von jungen Geflüchteten sichern https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/rechte-von-jungen-gefluechteten-sichern.html Das Bundesjugendkuratorium (BJK) plädiert für den Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen zur Sicherung der Rechte von jungen Geflüchteten Das BJK fordert in einem Zwischenruf vom 30. März den Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen, um so die gegenwärtige Situation zur Sicherung der Rechte von jungen Geflüchteten zukünftig krisenfester zu gestalten. In der Kinder- und Jugendhilfe, in Bildungseinrichtungen sowie in den gesundheitsbezogenen Diensten in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren zwar fachliche Kompetenzen sowie Verfahren und Organisationsformen entwickelt, um die Rechte von jungen Geflüchteten – insbesondere unbegleitete minderjährigen Flüchtlingen – zu verwirklichen und mit ihnen biografische Perspektiven zu gestalten. Jedoch wird gegen­wärtig beobachtet, dass die Infrastrukturen für die Inobhutnahme und eine nachhaltige Versorgung, Betreuung und Begleitung gerade von jungen Geflüchteten an vielen Orten in Deutschland nicht so etabliert sind, dass sie krisenfest und flexibel auf die sich immer wieder verändernden Heraus­forderungen reagieren können. Dies zeigt sich aktuell an der in einigen Bundesländern praktizierten Absenkung von Standards.

Infrastrukturen festigen

Das BJK hat schon 2015 darauf hingewiesen, dass Infrastrukturen nach­haltig aufgebaut werden müssen, um so auch in Belastungssituationen die individuelle, unabhängige, rechtliche sowie subjektive Vertretung und Beteiligung jedes jungen Menschen sicherzustellen. Das BJK plädiert des­halb für ein kooperativ und bundesweit angelegtes Nachhaltigkeitsforum: Junge Geflüchtete. Die hierin liegende dauerhafte Infrastruktur sollte Vorkehrungen und Vorhaltestrukturen enthalten, sodass auch kurzfristig räumliche und fachliche Kapazitäten sowie überörtliche Kooperationen aktiviert werden können. Weiterhin ist eine mehrsprachige Öffnung und Weiterentwicklung von Verfahrensstrukturen und Teams in den Kommunen und Beratungsnetzwerken notwendig, damit die jungen Menschen entsprechend informiert werden können und sie sich in den Verfahren beteiligen können.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnitts­fragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachver­ständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen. Die „Arbeitsstelle Kinder­ und Jugendpolitik“, die am Deutschen Jugend­institut (DJI) angesiedelt ist, unterstützt das Gremium seit vielen Jahren. DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper ist ständiger Gast im BJK.

Zwischenruf des Bundesjugendkuratoriums (30. März 2023)Bundesjugendkuratorium


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David Schnell
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schnell@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
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news-1260 Mon, 27 Mar 2023 14:01:00 +0200 Buchvorstellung: Die vergessenen Säuglingsheime https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/die-vergessenen-saeuglingsheime.html In den sechziger Jahren gab es in der Bundesrepublik und der DDR mehr als 600 Säuglingsheime. Die erste umfassende historische Studie über diese problematischen Einrichtungen wurde am DJI vorgestellt In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen in West- und Ostdeutsch­land mehrere hunderttausend Kinder phasenweise in Säuglings- und Kleinkinderheimen auf. Viele Plätze in diesen Heimen wurden erst lange nach Kriegsende geschaffen. Erstaunlicherweise entstanden diese Einrichtungen also nicht in der Not der unmittelbaren Nachkriegszeit, sondern gehörten zur Sozialordnung Deutschlands bis weit in die 1960er-Jahre, in der DDR sogar bis zur Wiedervereinigung 1990. In der Aufarbeitung der Heim­geschichte beider deutscher Staaten spielten die Säuglingsheime allerdings bisher keine Rolle.

Das erste Buch über die Geschichte dieser Einrichtungen („Die vergessenen Säuglingsheime. Zur Geschichte der Fürsorge in Ost- und Westdeutsch­land“, Psychosozial-Verlag) wurde am 27. März im Deutschen Jugend­institut (DJI) vorgestellt. Jan Friedmann, Redakteur des SPIEGEL in München, moderierte die Veranstaltung. Der DJI-Wissenschaftler Felix Berth zeichnet in dieser Arbeit nach, wie häufig Kinder in diesen Heimen unter­gebracht wurden und was die zeitgenössische Wissenschaft über die Risiken dieser Heime für die kindliche Entwicklung herausfand. In mehreren Interviews kommen Betroffene zu Wort, die sich über ihre Zeit im Säuglingsheim und ihre Kindheit Gedanken machen.

Daneben versucht das Buch, das verstreute Wissen über die Herkunfts­familien der betroffenen Kinder zu sammeln. Erkennbar wird, dass die deutschen Behörden die familiären Verhältnisse dieser Kinder häufig als auf irgendeine Weise problematisch einschätzten, weshalb eine Heim­erziehung den Eltern nahegelegt oder mit rechtlichem Zwang durchge­setzt wurde. In diesen Einschätzungen spiegeln sich auch familien­bezogene Normen, die sich in der Bundesrepublik ab den 1960er-Jahren deutlicher liberalisierten als in der DDR. In Westdeutschland wurden diese Heime deshalb ab etwa 1965 schnell abgeschafft, in der DDR wurden sie tabuisiert und existierten teilweise bis zur Wiedervereinigung.


Leseprobe: https://www.psychosozial-verlag.de/pdfs/leseprobe/9783837932041.pdf


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Dr. Felix Berth
Abteilung Kinder und Kinderbetreuung
Tel.: 089 62306-595
berth@dji.de

Daniela Schäfer
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-192
dschaefer@dji.de

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news-1263 Wed, 15 Mar 2023 13:03:54 +0100 Weiterbildung – ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/weiterbildung-ein-wichtiger-baustein-der-fachkraeftesicherung.html Das Netzwerkbüro BiSMit hat eine Studie zum Thema „Berufsbezogene Weiterbildung im Strukturwandel“ veröffentlicht Weiterbildung ist notwendig, um den vielfältigen Herausforderungen des Strukturwandels zu begegnen und einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Doch wie ist die Weiterbildungs­landschaft im Mitteldeutschen Revier aufgestellt? Wie arbeiten die unterschiedlichen Akteure dabei zusammen? Welche Gestaltungs­perspektiven eröffnen sich? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der vom Netzwerkbüro Bildung im Strukturwandel in Mitteldeutschland (BiSMit) veröffentlichten Studie zur berufsbezogenen Weiterbildung im Mitteldeutschen Revier.

Die wichtigsten Studienergebnisse

In vielen Berufen herrscht bereits jetzt ein Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren aufgrund des demografischen Wandels verstärken wird. Geburtenstarke Jahrgänge scheiden aus dem Erwerbsleben aus, zu wenige junge Menschen rücken nach. Vor diesem Hintergrund kommt es verstärkt darauf an, das Arbeitskräftepotenzial zu heben. Hierbei kann Weiterbildung einen wichtigen Beitrag leisten. Durch Weiterbildung wird es Erwerbspersonen auch in fortgeschrittenen Lebensphasen ermöglicht, Qualifikationen und Kompetenzen zu erwerben, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Dies gilt insbesondere für digitale und automatisierte Technologien sowie für umwelt- und klimaschonende Anwendungen.

Die im Feld der Weiterbildung im Mitteldeutschen Revier tätigen Akteure, beispielsweise die Kammern, die Bundesagentur für Arbeit und die Bildungsträger, sind sich einig, dass das Thema in Zukunft an Bedeutung gewinnen muss. Bei den Adressaten, das heißt bei Unternehmen und erwerbsfähigen Personen, ist die Notwendigkeit von Weiterbildung hingegen bisher weniger präsent. „Ein Grund hierfür liegt in der Struktur der mitteldeutschen Wirtschaft. Sie ist durch klein- und mittelständische Unternehmen geprägt, denen es häufig an vorausschauenden Personal­entwicklungsstrategien fehlt. Viele Unternehmen haben in erster Linie kurzfristige Bedarfe im Blick und können Arbeitskräfte nicht für längere Zeit freistellen“, erklärt Dr. Stefan Haunstein, Wissenschaftler am Deutschen Jugendinstitut (DJI) und Autor der Studie. „Außerdem ist es gerade der Fachkräftemangel, der die Motivation bremst, zeitaufwendige Weiterbildungen in Anspruch zu nehmen. Selbst mit geringen Qualifikationen finden erwerbsfähige Personen aktuell schnell neue Arbeit“, so Haunstein.

Auch mit Blick auf die regionalen Weiterbildungsträger kann die Studie eine Reihe von Herausforderungen identifizieren. Hierzu gehören der Lehrkräftemangel und der wachsende Konkurrenzdruck durch reine Online-Anbieter. Zudem bestehen Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger technologischer Entwicklungen, was Investitionsentscheidungen erschwert.

Handlungsfelder der Weiterbildungslandschaft

Bei der Auswertung der Dokumente und Interviews haben sich insbesondere folgende Handlungsfelder herauskristallisiert, die die Kommunen, aber auch die Landesebenen betreffen und auf die Koordination von Weiterbildungsangeboten gerichtet sind: Angebote der Weiterbildungsträger und Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt sollten systematischer zusammengebracht werden. Um die Weiterbildungslandschaft zu vitalisieren, müssten technologisch fortschrittliche Unternehmen stärker in die Angebotsstruktur eingebunden werden. Außerdem sollten mehr Kooperationen zwischen Weiterbildungsanbietern initiiert werden, um der Vielfalt an Weiterbildungsbedarfen, etwa hinsichtlich Inhalten, Formaten und Umfang, gerecht werden zu können.

Bei der Analyse der Weiterbildungslandschaft rücken die ländlichen Räume des Mitteldeutschen Reviers immer wieder in den Fokus. Hier verstärken sich demografische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen wechselseitig. „Mit dem politischen Bewusstsein, dass Weiterbildungs­politik auch Standortpolitik ist, kann ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung vor Ort geleistet werden“, erläutert Haunstein.

Neben der Analyse liefert die Studie Gestaltungsansätze für eine zeitgemäße und vitale Weiterbildungslandschaft. Beispiel hierfür könnte die Förderung flexibler kleinteiliger Weiterbildungsangebote sein. Außerdem sollte Weiterbildung näher an anwendungsnahe Forschungsprojekte geknüpft werden. Auch das Monitoring von Weiterbildung auszubauen, würde die Gestaltung der Bildungslandschaft voranbringen.

Methodisch basiert die Studie auf Dokumentenanalysen und Interviews mit Expertinnen und Experten, die im Bereich der berufsbezogenen Weiterbildung Angebote weiterentwickeln, verantworten oder koordinieren.

Die Studie wurde von BiSMit durchgeführt. Das Netzwerkbüro baut ein regionales Bildungsmonitoring für das Mitteldeutsche Revier auf und analysiert Themen an der Schnittstelle von Bildung und Strukturwandel. Angesiedelt ist es beim DJI am Standort Halle (Saale) und mit einer Projektgruppe in Leipzig. BiSMit wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.


Berufsbezogene Weiterbildung im Strukturwandel. Ein Blick ins Mitteldeutsche Revier. Studienbericht, 41 Seiten (PDF)DJI-Projekt Bildung im Strukturwandel in Mitteldeutschland (BiSMit)


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Dr. Bettina von Frommannshausen
Netzwerkbüro Bildung im Strukturwandel
in Mitteldeutschland (BiSMit)
Tel.: 0345/68178-103 
frommannshausen@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de

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news-1261 Wed, 08 Mar 2023 15:38:40 +0100 Kindergrundsicherung und politische Teilhabe junger Menschen https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/kindergrundsicherung-und-politische-teilhabe-junger-menschen.html Das Bundesjugendkuratorium (BJK) appelliert an die Bundesregierung, die Kindergrundsicherung finanziell abzusichern und junge Menschen an der politischen Ausgestaltung zu beteiligen Das BJK fordert in einem Appell vom 6. März eine finanzielle Absicherung der Kindergrundsicherung sowie die Beteiligung junger Menschen an der politischen Ausgestaltung. Denn viele junge Menschen in Deutschland erleben, was es bedeutet, in Armut aufzuwachsen. Die Kindergrundsicherung ist eine Investition in eine sichere Zukunft der heute jungen Generation und ein Beitrag zur Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Das BJK appelliert daher an die Bundesregierung, ein starkes Signal für junge Menschen zu setzen und, wie im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt, mit der Kindergrundsicherung deren soziale Lage und die Teilhabechancen zu verbessern.

Finanzielle Absicherung der Kindergrundsicherung

Für vereinfachte Zugänge zu sozialen Leistungen und für die gerechtere Gestaltung von sozialen Teilhabechancen, braucht es Geld und einen ressortübergreifenden politischen Willen. Das BJK fordert darum die Bundesregierung ressortübergreifend auf, die jungen Menschen an der Ausgestaltung der Kindergrundsicherung zu beteiligen. Es sei ein klares Signal der Bundesregierung, dass diese mit ihren Anliegen anerkannt werden.

Es geht hierbei insbesondere darum, eine Kindergrundsicherung zu verwirklichen, die bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ankommt und deren Teilhabechancen deutlich verbessert. Dazu gehört beispielsweise die Neuberechnung deren Bedarfe sowie darum, die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Bedingungen zu schaffen.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören bis zu 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen. Die „Arbeitsstelle Kinder­ und Jugendpolitik“, die am Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelt ist, unterstützt das Gremium seit vielen Jahren. DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper ist ständiger Gast im Bundesjugendkuratorium.
 

Appell des Bundesjugendkuratoriums (6. März 2022)

Bundesjugendkuratorium

 

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Dr. Pia Jaeger
Tel.: 089 62306-353
pjaeger@dji.de

Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089 62306-311
horn@dji.de

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News Stellungnahmen
news-1247 Tue, 07 Mar 2023 13:59:00 +0100 DJI-Kolloquium https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/dji-kolloquium.html Die interdisziplinäre Vortragsreihe bietet Einblicke in aktuelle Forschungsbereiche und unterstützt den Transfer von Forschungsergebnissen in die Fachpraxis In der zweiwöchentlichen Vortragsreihe über aktuelle Fragen, Herausforderungen und Entwicklungen sozialwissenschaftlicher Forschungsthemen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) treffen Wissenschaft und Fachpraxis aufeinander. Die Vorträge mit anschließender Diskussion dienen dem Dialog zwischen Forschenden und Anwendenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Die Themen orientieren sich am Portfolio des DJI, den Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Transferleistungen in die Praxis sind eines der Ziele des DJI-Kolloquiums.

Die Vorträge beleuchten gesellschaftlich relevante Fragen auf der Basis neuester wissenschaftlicher Methoden, qualitativ hochwertiger Daten und Forschungsinformationen. Im Austausch mit der Fachpraxis und national wie international Forschenden werden Lösungsansätze diskutiert. Auch international ist die Reihe mittlerweile bekannt. So haben dieses Jahr beispielsweise Gastwissenschaftler aus Irland und Spanien ihre Forschungsergebnisse vorgestellt. Die Verflechtung der deutschen Sozialwissenschaft, hier besonders im Bereich der Jugendforschung, mit andern europäischen Ländern ist eine weitere Besonderheit der Kolloquien.

Das Kolloquium findet zweiwöchentlich mittwochs von 14.00 – 15.30 Uhr statt, nach der Sommerpause ab 9. September 2023 dienstags von 13.00 – 14.30 Uhr.

Veranstaltungen des DJI und Termine der Kolloquien

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Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie in den Einladungsverteiler zum DJI-Kolloquium aufgenommen werden möchten oder Fragen haben: kolloquium@dji.de

Daniela Schäfer
Abteilung Medien und Kommunikation
dschaefer@dji.de
Tel.: 089/62306-192

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news-1249 Tue, 28 Feb 2023 09:23:29 +0100 Gesundheit und Wohlbefinden von Familien fördern https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/gesundheit-und-wohlbefinden-von-familien-foerdern.html Projekt I-PREGNO des DJI unterstützt Eltern rund um die Geburt Die Zeit nach der Geburt ist für Mütter und Väter eine Lebensphase mit vielen Veränderungen. In der Forschung hat sich gezeigt: Wenn die Eltern psychisch und körperlich gesund sind, ist die Wahrschein­lichkeit höher, dass es auch dem Kind gut geht. Aus diesem Grund haben Forschende des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen am Deutschen Jugend­institut (DJI) und der Universität Bamberg das Projekt I-PREGNO gestartet.

I-PREGNO steht für „Prävention von ungesunder Gewichtszunahme in Familien vor und nach der Geburt mit Hilfe einer mHealth-enhanced Intervention“. Mithilfe einer Smartphone-basierten App soll die Gesundheit und das Wohlbefinden der Eltern gezielt gefördert werden. Neben den Themen Ernährung und Bewegung werden auch psychologische Themen angesprochen, wie zum Beispiel der Umgang mit Sorgen und Stress.

Die App wurde in Zusammenarbeit mit Eltern, Familienhebammen und Fachkräften entwickelt. Deshalb sind die Inhalte speziell auf die Bedürf­nisse von Eltern mit Kindern zwischen 0 und 12 Monaten angepasst. Genau diese Personengruppe ist jetzt gefragt: Die Forschenden möchten heraus­finden, inwiefern die App für Eltern hilfreich ist. Deshalb führen sie eine Studie durch, in der Mütter und Väter die App testen und Fragebögen dazu beantworten. Die Eltern bekommen wissenschaftlich geprüfte Informatio­nen über Ernährung, Bewegung und psychologische Fertigkeiten im Über­gang zur Elternschaft. Zudem erhalten die Studienteilnehmenden Wunsch­gutscheine im Wert von insgesamt 50 Euro.

Die Studie wurde von einer Ethikkommission geprüft. Alle Angaben wer­den streng vertraulich behandelt und veröffentlichte Ergebnisse lassen keinen Rückschluss auf einzelne Personen zu. I-PREGNO ist ein Europäisch­es Gemeinschaftsprojekt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.


Weitere Informationen und Anmeldung zur Studie Projekt I-PREGNO


Kontakt
Lea Kristina Vogel
Fachgruppe Frühe Hilfen
Tel 089 62306-568
vogel@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de

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news-1201 Fri, 24 Feb 2023 11:40:00 +0100 Ukraine-Forschung zu Auswirkungen des Fluchtgeschehens https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/ukraine-forschung-zu-auswirkungen-des-fluchtgeschehens.html DJI-Forschungsprojekt zur Situation ukrainischer Geflüchteter sowie den mit ihnen befassten Unterstützungsstrukturen in Deutschland Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Jugendinstituts (DJI) untersuchen in einem Forschungsprojekt die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Müttern, die aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind. Auch die Situation und die Bedarfe der bestehenden Unterstützungsstrukturen, beispielsweise in der Kinder- und Jugendhilfe und kommunalen Verwaltungen, sind im Blick der Forschenden. Sie dokumentieren Best-Practice-Beispiele der kommunalen Flüchtlingsbetreuung und beschreiben aktuelle Herausforderungen der Einrichtungen. Der Zwischenbericht des Forschungsprojekts wird Anfang März 2023 veröffentlicht.

Anders als bei früheren Fluchtbewegungen sind 72 Prozent der erwachsenen Kriegsflüchtlinge Frauen, rund 35 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Zwischen Ende Februar und dem 10. Oktober 2022 wurden 1.004.026 Geflüchtete aus der Ukraine im Ausländerzentralregister registriert, wobei die tatsächliche Zahl der Geflüchteten höher liegen dürfte. Genaue Angaben zu den inzwischen in andere EU-Länder weitergereisten oder in die Ukraine zurückgekehrten Menschen liegen nicht vor. Viele leiden an den psychischen Folgen von Krieg und Flucht.

„Das Fluchtgeschehen und seine Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft werfen zahlreiche Forschungsfragen auf. Neben einer zielgruppenspezifischen Bedarfsanalyse ist dabei nach institutionellen Bewältigungsprozessen und Ressourcen zu fragen, etwa inwieweit passende Unterstützungsangebote in der Kinder- und Jugendhilfe schon greifen oder noch entwickelt werden müssen“, erklärt Max Reinhardt, Leiter eines der drei Teilprojekte des Projekts.

Das DJI widmet sich diesen Fragen im alle fünf Fachabteilungen umfassenden Projekt „Ukraine-Forschung am DJI“:
 

Forschungsprojekt des DJI

Analyse des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung DeZIM:
Kein Kipppunkt in Sicht: Solidarität mit Geflüchteten aus der Ukraine bleibt hoch


Kontakt
Dr. Max Reinhardt
Tel.: 089 62306-369
reinhardt@dji.de

Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089 62306-311
horn@dji.de

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news-1248 Wed, 22 Feb 2023 14:51:37 +0100 Ökonomische Situation von Müttern nach Trennung oder Scheidung https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/oekonomischen-situation-von-muettern-nach-trennung-oder-scheidung.html Eine Studie zeigt, dass innerhalb eines mütterlichen Residenzmodells auch eine aktive Vaterschaft nach der Trennung die ökonomischen Belastungen alleinerziehender Mütter nicht abfedert Kann die Unterstützung der Väter bei der Kinderbetreuung nach einer Trennung die ökonomischen Belastungen von Müttern deutlich reduzieren? Befunde der Studie der DJI-Wissenschaftlerinnen PD Dr. habil. Christina Boll und Dr. Simone Schüller deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist, wenn die Kinder bei der Mutter wohnen. Das bedeutet: Ob der Vater sich nach der Trennung in der Kinderbetreuung engagiert oder nicht macht keinen Unterschied für das wirtschaftliche Wohlergehen dieser Mütter.

Die empirischen Analysen der Studie basieren auf Längsschnitt-Daten des Sozio-Panels (SOEP) für die Jahre 1998 bis 2018. Untersucht wurde eine Stichprobe von 176 Trennungspaaren mit Kindern, die nach der Trennung das in Deutschland vorherrschende mütterliche Residenzmodell wählen. Anhand dieser Daten haben die Forscherinnen analysiert, wie sich die ökonomische Situation von Müttern und Vätern ein Jahr nach der Trennung im Vergleich zum Jahr vor der Trennung entwickelt hat. Sowohl Angaben der Väter als auch der Mütter zu ihrer jeweiligen finanziellen Situation sowie ihrer Zeitverwendung auf Kinderbetreuung, fließen in die Studie ein. Während bisherige Analysen häufig lediglich auf Angaben eines Elternteils – meist der Mutter – basieren, die auch über den Ex-Partner Auskunft gibt, verarbeitet diese Studie die Informationen von Vätern und Müttern vor und nach der Trennung.

Als neuen Indikator für das wirtschaftliche Wohlergehen der Eltern nutzen die Autorinnen das jährliche Haushaltsnettoeinkommen nach Austausch von Unterhaltszahlungen zwischen den Ex-Partnern. Es werden somit sowohl gezahlte als auch erhaltene Alimente und Unterhaltszahlungen für die Kinder bei der Analyse des wirtschaftlichen Wohlstands nach der Trennung berücksichtigt.

Insgesamt zeigen die Analysen, dass es innerhalb eines mütterlichen Residenzmodells, in dem die Mütter die Hauptlast oder sogar die gesamte Kinderbetreuung übernehmen, keinerlei Unterschied für die Einkommensentwicklung der Mütter macht, ob sich die Väter nach Trennung regelmäßig auch wochentags an der Kinderbetreuung beteiligen oder nicht. Während es betreuungsaktiven Vätern gelingt, ihr Engagement mit einer intensivierten Erwerbstätigkeit zu vereinbaren, fällt es Müttern erheblich schwerer, nach einer Trennung auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der Grund für diese deutlichen Unterschiede ist vermutlich auf das hohe mütterliche Engagement bei der Kinderbetreuung zurückzuführen. Denn sozio-demografische Disparitäten wie das Alter oder der Bildungsabschluss der Mütter wurden in den Analysen berücksichtigt. Die Forscherinnen kommen zu dem Schluss, dass weder ein hohes Maß an eigenen Ressourcen noch die Unterstützung bei der Kinderbetreuung während der Woche die Mütter vor einer wirtschaftlichen Verschlechterung nach der Trennung schützen, wenn die Kinder bei der Mutter wohnen.

Der Fachartikel „The Economic Well-Being of Nonresident Fathers and Custodial Mothers Revisited: The Role of Paternal Childcare“ ist im Rahmen des Projekts „Ökonomische Situation von Eltern vor und nach der Trennung/Scheidung (ECOSPA)“ entstanden und steht open access zur Verfügung:

„The Economic Well-Being of Nonresident Fathers and Custodial Mothers Revisited: The Role of Paternal Childcare“ Journal of Family and Economic Issues

Projekt „Ökonomische Situation von Eltern vor und nach der Trennung/Scheidung (ECOSPA)“

Kontakt
PD Dr. Christina Boll
Leiterin Abteilung Familie und Familienpolitik
Tel.: 089 62306-242
boll@dji.de

Marion Horn
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news-1246 Thu, 16 Feb 2023 10:23:06 +0100 Wie der Umgang mit radikalisierten Kindern und Jugendlichen gelingen kann https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/wie-der-umgang-mit-radikalisierten-kindern-und-jugendlichen-gelingen-kann.html Drei Publikationen des DJI-Projekts „Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)“ und begleitende Podcasts beschreiben Herausforderungen und mögliche Lösungswege Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe kommen immer häufiger und direkter in Kontakt mit Kindern aus fundamen­talistischen oder demokratiefeindlich gestimmten Elternhäusern oder treffen auf bereits selbst radikalisierte Kinder und Jugendliche. Sie stehen dabei oft vor der konflikthaften Frage, wie sie sich professionell verhalten und positionieren sollen. Diesen Themen haben sich Forschende des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in Zusammenarbeit mit SOCLES Inter­national Centre for Socio-Legal Studies und cultures interactive – Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention (CI) gewidmet.

Ziel des Projekts „Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)“ war es herauszufinden, wie sich Fachkräfte den religiösen oder politischen Themen annehmen, wie sie ihre eigenen Sichtweisen zur Sprache bringen sowie wann und wie sie in ihrem Vorgehen auf den Diskurs und die Handlungsansätze von Expertinnen und Experten aus dem Feld Radikalisierungsprävention zurückgreifen. Die Ergebnisse sollen der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe Orientierung geben und einen Beitrag leisten zum Brückenbau zwischen dem spezialisierten Feld der Arbeit mit religiös begründetem Extremismus und den Regelstrukturen. Ferner sollen sie in einem breit angelegten Prozess in der Fachöffentlichkeit diskutiert und in Prozesse überführt werden, in denen Handlungsempfehlungen erarbeitet sowie Strukturen aufgebaut werden.

Handlungssicherheit im Umgang mit Radikalisierung

Im Projekt wurden sechs Fokusgruppen mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendamt, Hilfen zur Erziehung, Jugendarbeit, Kita) und angrenzender Bereiche (beispielsweise Schule) durchgeführt. Im Mittelpunkt der Handreichung „Handlungsempfehlungen für Fachkräfte im Kontakt mit „anderer“, fundamentalistischer und radikaler Religiosität und Weltanschauung“ stehen dabei die Herausforderungen und Dilemmata, welchen die Fachkräfte im Zuge ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien begegnen, die sich religiös radikalisieren, fundamentalistische oder undemokratische sowie menschenfeindliche Haltungen vertreten. Zugleich geht es aber auch um die Lösungswege, die sie wählen.

Zentrale Fragen sind, wie Fachkräfte mit diesen Familien in einen gelungenen Kontakt kommen können, wie sich das Verhältnis von Radikalisierung und Kindeswohl gestaltet und welche Aspekte für die Kooperation im Dreieck von Jugendhilfe, Radikalisierungsprävention und Sicherheitsbehörden von zentraler Bedeutung sind.

Rechtsexpertise zum religiösen Neutralitätsgebot

Die Expertise „Religion und Weltanschauung in der Kinder- und Jugend­hilfe: Neutral gegen radikal?“ setzt sich vor allem mit den verfassungs­rechtlichen Implikationen auseinander, die bei der Arbeit mit den Familien von Fachkräften zu berücksichtigen sind. Zum einen geht es darum, der Bedeutung, dem Sinngehalt und der Reichweite der grundrechtlichen Position der Eltern nachzugehen. Diese genießen nicht nur das Grundrecht zur Erziehung ihres Kindes nach den eigenen Vorstellungen, sondern auch das Grundrecht der Glaubensfreiheit. Diesen spezifischen verfassungs­rechtlichen Schutz für die religiös-weltanschauliche Kindererziehung müssen auch die Fachkräfte im Kontext ihrer Arbeit respektieren. Zum anderen gilt dieses besondere Grundrecht nicht unbegrenzt, sondern findet seine Grenzen einerseits im Wohlergehen des Kindes, zum anderen aber auch in den (Grund-)Rechten Dritter. Die Expertise liefert die verfassungs­rechtlichen Herleitungen dieser unterschiedlichen Aspekte und setzt sie ins Verhältnis, um daraus für die Fachkräfte handlungsleitende Rückschlüsse zu ziehen.

Angebote und Ansätze der Präventionsarbeit

Die Expertise „Prävention und Intervention gegen Menschen- und Demo­kratiefeindlichkeit: Angebote und Ansätze“ beschäftigt sich mit dem weiten Feld der Präventionsarbeit. Sie beschreibt ausführlich deren verschiedene Ansätze und Grundlagen, setzt sich mit den Zielgruppen auseinander und liefert erstmalig einen umfassenden Vergleich deutscher Angebote und setzt diese in Bezug mit anderen europäischen Angeboten.

Podcast behandelt zentrale Aspekte des RaFiK-Projekts

In den Folgen 6 bis 10 des SOCLES-Podcasts „Recht trifft soziale Wirklich­keit“ geht es um zentrale Aspekte des RaFiK-Projekts. Themen sind bei­spielsweise die Phänomene rechter Radikalisierung und Verschwörungs­ideologien oder im Gespräch mit DJI-Wissenschaftler Prof. Dr. Heinz Kindler die Kindeswohlgefährdung in religiös extremistisch eingestellten Familien. Ferner stehen die Kooperationsbeziehungen der Kinder- und Jugendhilfe mit den Sicherheitsbehörden sowie mit den Trägern der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit im Zentrum.


Projekt „Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)“ mit Download der drei ExpertisenFachliches Handeln zum Wohl von Kindern und Jugendlichen im Kontakt mit »anderer«, fundamentalistischer und radikaler Religiosität und Weltanschauung. Handlungsempfehlungen aufbauend auf zentralen Erkenntnissen des Projekts »Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)«, Thomas Meysen, Leon A. Brandt, Susanne Witte, Zainab Fakhir, Heinz Kindler, 176 Seiten, DOI: 10.36189/DJI202219SOCLES-Podcast "Recht trifft soziale Wirklichkeit"cultures interactive – Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention (CI)

Kontakt
Dr. Susanne Witte
Projekt „Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)“
Tel 089 62306-221
witte@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de

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News Startseiten Position Position 3 (klein)
news-1245 Wed, 15 Feb 2023 14:51:14 +0100 Weitere Expansion des Personals in der Kinder- und Jugendhilfe https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/weitere-expansion-des-personals-in-der-kinder-und-jugendhilfe.html Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe Heft 3/2022 liegen vor mit neuen Ergebnissen zu Personal und Eingliederungshilfen Mehr als eine Million Beschäftigte arbeiten mittlerweile in der Kinder- und Jugendhilfe. Das entspricht einem Wachstum von 77 Prozent in den vergangenen 15 Jahren, wobei die Kindertagesbetreuung hierbei den größten Anteil hat. Die Analysen zeigen auch, dass zahlenmäßig kleinere Arbeitsfelder, wie die Heimerziehung und die Jugendsozialarbeit, sich im gleichen Zeitraum sogar mehr als verdoppelt haben, die Jugendsozialarbeit besonders aufgrund des Ausbaus der Schulsozialarbeit. Insgesamt zeichnet sich die Kinder- und Jugendhilfe durch eine ausgesprochen starke Heterogenität der strukturellen Rahmenbedingungen in den Arbeitsfeldern aus. Das gilt besonders für das Qualifikationsniveau und den Beschäftigungsumfang.

Deutliche Länderunterschiede bei der Entwicklung des Personals im ASD

Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) gehört neben der Verwaltung zum größten Arbeitsbereich in den 557 kommunalen Jugendämtern Deutschlands. Er gestaltet sich je nach Kommunengröße in der Personalausstattung sehr heterogen. Auch auf Länderebene zeigen sich große Unterschiede bei den Personalressourcen im ASD, die sich zusätzlich in der Personalentwicklung bemerkbar machen. Während sich die Personalressourcen im ASD bundesweit im Jahr 2020 gegenüber 2018 nicht verändert haben, reichen die länderbezogenen Unterschiede von einem Zuwachs von 30 Prozent in Schleswig-Holstein bis zu einem Minus von 40 Prozent in Bremen. Die Länderergebnisse deuten darauf hin, dass je nach Region sehr unterschiedliche Herausforderungen mit Blick auf die Personalgewinnung und -bindung sowie den Wissenstransfer bestehen. Sie liefern hilfreiche Hinweise für die derzeit geführte Diskussion zum Fachkräftebedarf in den Jugendämtern und in der Kinder- und Jugendhilfe.

Eingliederungshilfen gemäß SGB VIII und SGB IX im zweiten Coronajahr stark gestiegen

Der Beginn der Coronapandemie im Jahr 2020 und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen haben eindeutige Spuren in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe hinterlassen. Dies galt besonders für die Eingliederungshilfen bei einer (drohenden) seelischen Behinderung gem. § 35a SGB VIII. Kinder oder Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht, und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Das bis dahin vorliegende Wachstum wurde im Jahr 2020 erstmals gebremst. Die aktuellen Analysen zeigen, dass im Jahr 2021 die Fälle wieder deutlich stiegen.

Auch bei den Eingliederungshilfen gemäß des SGB IX – Leistungen zur Teilhabe an Bildung – ist ein starker Anstieg in diesem Zeitraum zu beobachten, die seit dem Jahr 2020 in einer neuen Statistik erfasst werden. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erhalten über diese Hilfen aufgrund ihrer Behinderung notwendige Unterstützung in der Schule, bei der Ausbildung oder im Studium. Die aktuell steigenden Fallzahlen können mitunter auch ein Hinweis auf einen erhöhten pandemiebedingten Bedarf sein. Kontakteinschränkungen und Schulschließungen haben womöglich seelische und psychische Belastungen bei jungen Menschen zusätzlich verstärkt. Mit Blick auf die zukünftige inklusive Lösung wird deutlich, wie wichtig die regelmäßige Beobachtung der beiden Datengrundlagen ist.

Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe Heft 3/2022

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news-1244 Fri, 27 Jan 2023 09:59:20 +0100 Betreuungsbedarf schwankt deutlich zwischen den Ländern https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/betreuungsbedarf-schwankt-deutlich-zwischen-den-laendern.html Studie 2 des DJI-Kinderbetreuungsreports 2022 beschreibt die Betreuungswünsche von Eltern mit Kindern im Grundschulalter Wie viele Kinder brauchen einen Betreuungsplatz? In welchem zeitlichen Umfang wünschen Eltern eine außerunterrichtliche Betreuung? Wie sieht es mit der Betreuung in den Ferien aus? Diese und viele weitere Fragen müssen geklärt werden, um den Status Quo und den Bedarf des quantitativen Ausbaus der Kindertagesbetreuung in Deutsch­land zu ermitteln und zu steuern.

Im Rahmen der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) des Deutschen Jugendinstituts (DJI) analysieren die Forschenden daher mittels einer jährlichen, länderrepräsentativen Elternbefragung Betreuungsbedarf und Betreuungssituation von Kindern ab der Geburt bis zum Ende der Grund­schulzeit. Die Studie ermittelt seit mittlerweile elf Jahren auch Diskre­panzen zwischen dem Bedarf und der Verfügbarkeit von Kindertages­betreuung.

Seit sechs Jahren erarbeitet das KiBS-Team darüber hinaus jährlich eine Reihe von vertieften Analysen, die im Format des DJI-Kinderbetreuungs­reports als Serie thematisch fokussierter Studien verfügbar sind. Die Auswertungen beschäftigen sich etwa mit den Kosten der Kindertages­betreuung, den Gründen für eine Nichtinanspruchnahme von Kinder­tagesbetreuung oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Report 2022 werden die zentralen Indikatoren der Erhebung aus dem Jahr 2021 vorgestellt.

Die jetzt vorliegende Studie 2 des Reports 2022 befasst sich mit dem Bedarf an und der Nutzung von Betreuungsangeboten im Grundschulalter. Vor dem Hintergrund eines ab dem Jahr 2026 geltenden Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung für Grundschulkinder gibt sie Einblicke in die Betreuungssituation. Die Entwicklung des Betreuungsbedarfs und des Anteils der Kinder, die ein Bildungs- und Betreuungsangebot besuchten, wird mit den KiBS-Daten für mittlerweile sechs Jahre nachgezeichnet. „Wir beobachten nun schon das zweite Jahr in Folge eine Stagnation des Bedarfs. Im Jahr 2019 führte die bis dahin zu beobachtende Entwicklung noch dazu, dass wir von einem weiteren Anstieg des Betreuungsbedarfs bis zur Einführung des Rechtsanspruchs auf Betreuung im Jahr 2026 ausgingen. Inwiefern die aktuell beobachtete Stagnation von Dauer ist oder lediglich eine Auswirkung der Coronapandemie, wissen wir momentan nicht“, erklärt die DJI-Wissenschaftlerin Katrin Hüsken.

Zentrale Ergebnisse der Studie

Deutschlandweit besuchte etwas mehr als die Hälfte der Grundschulkinder einen Hort oder eine Ganztagsschule. Jedes sechste Kind nahm an Ange­boten der Übermittagsbetreuung teil. Diese werden vor allem in West­deutschland häufig genutzt.

73 Prozent der Eltern wünschten sich einen Betreuungsplatz für ihr Grund­schulkind, wobei der Bedarf weiterhin deutlich zwischen den Bundes­ländern schwankt. In Ostdeutschland und Hamburg war der Bedarf höher als in anderen Bundesländern.

Die Auswertungen der KiBS-Daten aus dem Jahr 2021 zeigten ferner, dass vor allem in Westdeutschland in ländlichen Regionen der Betreuungs­bedarf geringer war als in dicht besiedelten Regionen. Dies gilt ebenso für den Anteil der Nutzenden von Bildungs- und Betreuungsangeboten.

Wie bereits in den Vorjahren verdeutlichen die Befunde, dass nicht alle Eltern, die einen Betreuungsbedarf äußerten, einen Ganztagsplatz in einem Hort oder einer Ganztagsschule benötigen. Vor allem in Westdeutschland werden von einigen Eltern auch kürzere Betreuungszeiten nachgefragt.

Was die Betreuung in den Ferien angeht, lässt sich aus Elternsicht fest­stellen, dass 82 Prozent der Eltern, deren Kind ein Betreuungsangebot besuchte, dies auch in den Ferien gerne nutzen würde. Bei vier von fünf dieser Eltern bot die Einrichtung eine Betreuung an, die dann auch von den meisten Familien in Anspruch genommen wurde. Umgelegt auf alle Nutz­en­den einer Betreuung in der Schulzeit nahmen etwas weniger als die Hälfte eine Ferienbetreuung in Anspruch.

KiBS wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Die Forschungsergebnisse werden unter anderem in der Broschüre „Kindertagesbetreuung Kompakt“ des BMFSFJ publiziert, dort vor allem zu den Themen des Betreuungsbedarfs sowie zu Häufigkeit und Umfang der tatsächlichen Nutzung der Kindertages­betreuung.


Bedarf an und Nutzung von Betreuungsangeboten im Grundschulalter, DJI-Kinderbetreuungsreport 2022, Studie 2 von 6, Katrin Hüsken, Kerstin Lippert, Susanne Kuger, 47 Seiten, ISBN: 978-3-86379-448-4DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) „Kindertagesbetreuung Kompakt – Ausbaustand und Bedarf 2021“ des BMFSFJ


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news-1243 Thu, 26 Jan 2023 13:48:04 +0100 Umfassender Bericht zur Kindertagesbetreuung in NRW https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/umfassender-bericht-zur-kindertagesbetreuung-in-nrw.html Der Bericht bietet Regionalanalysen und Daten für die kommunale Bedarfsplanung Der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut e.V. (DJI) in München und TU Dortmund hat erstmals einen umfassenden Bericht zur Kindertagesbetreuung in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht mit Kennzahlen zum System der Kindertagesbetreuung in NRW. Er basiert auf landeseigenen Verwaltungsdaten sowie Daten der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Ergänzend gewährt der Bericht Einblicke in die kommunale Bedarfsplanung auf Basis einer durchgeführten Befragung der Jugendämter.

Es werden erhebliche Herausforderungen aufgezeigt, die trotz des massiven Ausbaus der Kindertagesbetreuung in den zurückliegenden Jahren in NRW fortbestehen: Genügend Plätze, ausreichendes und qualifiziertes Personal, flexible Betreuungsangebote und mehr Zeit für die Leitung.

Angebotsstruktur, Betreuungs- und Versorgungssituation

Der erste Teil des Berichts wirft einen Blick auf die Entwicklung der Angebotsstruktur, der Betreuungs- und Versorgungssituation sowie des Personals seit dem Kindergartenjahr 2013/14. So zeigt er zum Beispiel, dass im Jahr 2021/22 mehr als 10.600 Kindertageseinrichtungen gemeldet wurden: ein Ausbau um 13 Prozent seit 2013/14. Bei der Kindertagespflege liegt der Ausbau sogar bei 18 Prozent. Allerdings fiel der jährliche Ausbau in 2021/22 im Vergleich zu den Vorjahren wieder geringer aus. Dabei ist gerade die Schaffung von Plätzen für Kinder unter drei Jahren dringend notwendig, um sowohl Betreuungsbedarfe als auch den Rechtsanspruch abzudecken: Seit 2013/14 wurden insgesamt 66.000 Plätze für unter Dreijährige geschaffen, eine Steigerung um 45 Prozent. Es fehlen weiterhin ca. 72.000 Plätze für diese Altersgruppe. Hinzu kommt, dass die Anzahl der gemeldeten Kinder mit Fluchterfahrung in der Betreuung seit März 2022 kontinuierlich ansteigt. Eine Entwicklung, die auch eine zusätzliche Herausforderung für das System der Kindertagesbetreuung in NRW nach sich zieht.

Befragung der Jugendämter

Der zweite Teil des Berichts widmet sich der kommunalen Bedarfsplanung in der Kindertagesbetreuung. Dazu wurden Jugendämter in ganz NRW zu den allgemeinen Rahmenbedingungen, den Strategien und Verfahrensweisen der Bedarfsplanung sowie zu den geplanten Ausbauvorhaben befragt. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der teilnehmenden Jugendämter berichteten von einer Personalausstattung für die Bedarfsplanung in der Kindertagesbetreuung im Umfang einer Halbtagsstelle oder niedriger – ein überraschendes Ergebnis bei der gewachsenen gesellschaftlichen Bedeutung des Bereichs der Kindertagesbetreuung. Für viele Jugendämter bilden zudem die Ausbauverzögerungen aufgrund von Fachkräftemangel, Verzögerungen im Bauplan, fehlenden Grundstücken und fehlendem Baurecht zunehmend kaum zu überwindende Hürden ab. Damit droht der notwendige Ausbau der Kindertagesbetreuung in NRW ins Stocken zu geraten.


Kindertagesbetreuung NRW 2022
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news-1237 Fri, 20 Jan 2023 14:15:00 +0100 Wie Kitas digitale Bilderbücher einsetzen https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/wie-kitas-digitale-bilderbuecher-einsetzen.html DJI-Wissenschaftlerinnen veröffentlichen zentrale Ergebnisse des Projekts „Digitale Bilderbücher in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung“ Kinder wachsen in einer digitalisierten Gesellschaft auf und digitale Medien durchdringen ihre Alltagswelten immer mehr. So schauen sie sich zum Beispiel Geschichten auf dem Tablet an oder Kita-Fachkräfte projizieren das digitale Bild an die Wand. Diese Digitalität verändert die Bildungserfahrungen von Kindern. Zudem verbringen sie immer mehr Zeit in frühkindlichen Bildungsinstitutionen. Es stellt sich die Frage, wie die Kindertageseinrichtungen auf die neuen, digital geprägten Bildungs- und Lernprozesse reagieren sollen und welche Herausforde­rungen dadurch auf die Fachkräfte zukommen.

Empirische Bestandsaufnahmen wenden sich bisher vorwiegend der Ausstattung von Kitas mit digitalen Medien, der Häufigkeit ihrer Nutzung sowie den Einstellungen pädagogischer Fachkräfte und Eltern zu. Der alltägliche Umgang der Kinder und Fachkräfte mit digitalen Medien wie auch deren Stellenwert im Kitaalltag wurden bisher wenig untersucht. Die jetzt vorliegende Handreichung basiert auf den Ergebnissen des Projekts „Digitale Bilderbücher in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und beschäftigt sich daher mit dem all­täglichen Einsatz digitaler Bilderbücher in Kitas.

Das Ziel des Forschungsprojekts

Im Mittelpunkt der Handreichung stehen Praxisbeispiele. Die vier päda­gogischen Einrichtungen, die an dem Projekt teilgenommen haben, werden anonym in Form von Steckbriefen vorgestellt. Diese geben einen Einblick in die jeweilige Einrichtung und veranschaulichen, wie individuell der Kita­alltag mit digitalen Bilderbüchern gestaltet wurde.

Die Wissenschaftlerinnen untersuchten, wie zum Beispiel Lese- und Vorlese-Apps auf dem Tablet oder Laptop zum Einsatz kommen. Hierbei beleuchteten sie, in welchen Situationen des Kitaalltags diese integriert werden und wie dieser Einsatz genau erfolgt. Zusätzlich analysierten die Forscherinnen, welche Potenziale und Chancen Kitaleitungen und päda­gogische Fachkräfte mit dem Einsatz digitaler Bilderbücher verbinden. Dazu führten sie leitfadengestützte Interviews mit Kitaleitungen, Gruppen­diskussionen mit pädagogischen Fachkräften sowie videogestützte Be­obachtungen im pädagogischen Alltag durch.

Individueller Einsatz der digitalen Bilderbücher

Die videogestützten Beobachtungen ermöglichen es, den Blick auf den pädagogischen Alltag der Kinder und Fachkräfte zu richten und den Einsatz digitaler Bilderbücher im Moment des Geschehens zu erfassen. Geprägt von der jeweiligen Organisationskultur der Kita zeigt sich eine äußerst hetero­gene Praxis des Einsatzes und des je individuellen Verständnisses von digitalen Bilderbüchern.

Digitale Bilderbuchbetrachtungen sind komplexe Situationen, die bei­spielsweise durch das Projizieren des digitalen Bildes an die Wand („Kinoeffekt“) einer größeren Anzahl an Kindern die Teilnahme er­möglichen. Darüber hinaus erlauben sie durch zusätzliche interaktive Elemente den Kindern unterschiedliche Bezugnahmen (z. B. auf den Inhalt der Geschichte, die technische Bedienung oder den Blick auf die „Lein­wand“). Durch die digitalen Funktionen, zum Beispiel Vorlesefunktionen, können zudem Kinder und Fachkräfte neue Rollen einnehmen. Außerdem können Kinder dadurch Einfluss nehmen auf das Tempo oder den Ablauf der Geschichte.

„Der Umgang mit dem Digitalen in den Kitas erfordert kein umfangreiches technisches Wissen von den Fachkräften. Wichtig ist vor allem, dass es überhaupt zu digitalen Aktivitäten kommt und Kinder sowie Fachkräfte einfach ausprobieren“, erläutert Katja Flämig, die das Projekt geleitet hat.

Ferner eignen sich digitale Bilderbücher ebenso zur sprachlichen Bildung wie analoge, da die konsequente sprachförderliche und sprachmodellie­rende Haltung der Fachkraft ausschlaggebender ist als die Beschaffenheit des Mediums.

Diese Erkenntnisse sollen dabei helfen, mögliche Berührungsängste mit digitalen Medien abzubauen und den Digitalisierungsprozess im früh­pädagogischen Arbeitsfeld durch konzeptionelle Vorschläge zu begleiten. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.


Digitale Bilderbücher in der Kita. Handreichung basierend auf zentralen Ergebnissen des Projekts „Digitale Bilderbücher in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung“, Katarina Groth, Juliane Engel, Zainab Fakhir, Lena Sophie Weihmayer, 55 Seiten, DOI: 10.36189/DJI202230DJI-Projekt Digitale Bilderbücher in der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung


Kontakt

Dr. Katja Flämig
Leitung der Fachgruppe „Pädagogische Konzepte für die Kindheit“
Tel.: 089/62306-146
flaemig@dji.de

Juliane Engel
Abteilung Familie und Familienpolitik
Tel.: 089/62306-366
engel@dji.de

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news-1236 Thu, 19 Jan 2023 10:34:44 +0100 Prof. Dr. Thomas Rauschenbach übernimmt Seniorprofessur an der TU Dortmund https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/prof-dr-thomas-rauschenbach-uebernimmt-seniorprofessur-an-der-tu-dortmund.html Zu seinen Aufgaben gehört die Beratung des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund sowie des Instituts für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Pädagogik der Frühen Kindheit (ISEP) Der wissenschaftliche Leiter des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund, Prof. Dr. Thomas Rauschenbach hat seit 1. November 2022 eine Seniorprofessur an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung der TU Dortmund inne. Er wird insbesondere den Forschungsverbund DJI/TU Dortmund sowie das Institut für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Pädagogik der Frühen Kindheit (ISEP) in beratender Funktion in Forschungsfragen unterstützen. Damit wird er nach seiner mehr als 19-jährigen Tätigkeit als Direktor und Vorstandvorsitzender des Deutschen Jugendinstituts e.V. (DJI) in München (2002-2021) und nach seiner Beurlaubung an der TU Dortmund künftig wieder stärker in die Aktivitäten der Dortmunder Universität, der er seit 1989 angehört, sowie dem Forschungsverbund DJI/TU Dortmund eingebunden sein.

Zu den breiten Arbeits- und Forschungsgebieten von Prof. Dr. Rauschenbach zählen Bildung im Kindes- und Jugendalter, Kinder- und Jugendarbeit, Kindertagesbetreuung, Ganztagsschulen, Soziale Berufe (Ausbildung und Arbeitsmarkt), Ehrenamt, Freiwilligendienste, Theorie der Sozialen Arbeit, Verbändeforschung, personenbezogene Dienstleistungen, Sozialpädagogische Forschung, Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie Sozial- und Bildungsberichterstattung.

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news-1233 Thu, 12 Jan 2023 11:26:44 +0100 Jugendliche in Strafverfahren besser unterstützen https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/jugendliche-in-strafverfahren-besser-unterstuetzen.html Eine bundesweite Befragung von Jugendstaatsanwält:innen und Jugendrichter:innen gibt Hinweise darauf, inwiefern die Reform des Jugendgerichtsgesetzes in der Praxis umgesetzt wird und welches Potenzial bislang ungenutzt bleibt Jugendliche verdächtige oder beschuldigte Personen in Strafverfahren sollen die Verfahrensprozesse verstehen, ihnen folgen können und ihr Recht auf ein faires Verfahren ausüben können. Dies sieht das Jugendgerichtsgesetz (JGG) vor, das auf Basis einer EU-Richtlinie im Jahr 2019 reformiert wurde, um die Verfahrensrechte Jugendlicher und Heranwachsender zu stärken. Junge Menschen sollen demnach besser als zuvor über ihre Rechte informiert sein und so unterstützt werden, dass sie diese in Anspruch nehmen können. So können etwa Rechtsanwält:innen Jugendliche zu einem früheren Zeitpunkt unterstützen, Eltern oder Erziehungsberechtigte sowie die Jugendhilfe im Strafverfahren können am Verfahren beteiligt sein und die Vernehmungen von Beschuldigten werden audiovisuell aufgezeichnet.

Wie diese neuen Regelungen in der Praxis der Jugendgerichte umgesetzt werden und wie sie sich auswirken, darauf gibt eine bundesweite Befragung von rund 300 Jugendrichter:innen und rund 230 Jugendstaatsanwält:innen erste Hinweise. Mit der Befragung in den Jahren 2021 und 2022 knüpften die Wissenschaftler:innen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und der Universität Kassel an eine Erhebung aus den Jahren 2013 und 2014 an und konnten so Veränderungen aufzeigen. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Kooperation von Jugendrichter:innen und Jugendstaatsanwält:innen im Jugendstrafverfahren beitragen.

Befragung gibt Hinweise darauf, was die Zusammenarbeit zwischen Justiz und Jugendgerichtshilfe erschwert
Die Ergebnisse des Jugendgerichtsbarometers 2021/22 zeigen: Die Zusammenarbeit im Jugendstrafverfahren zwischen Justiz und Jugendgerichtshilfe (JGH), die Jugendliche und junge Erwachsener im Strafverfahren begleitet und berät, wird von den Befragten weit überwiegend als gut und stabil bewertet. Dies zeigt sich unter anderem in der Wertschätzung der Berichterstattung der JGH oder auch in der hohen Anwesenheitsquote der JGH in Hauptverhandlungen. Auf der anderen Seite zeigt die Studie auch auf, was die Kooperation mit Mitarbeitenden der Jugendgerichtshilfe zunehmend erschwert: Dass sowohl Staatswalt:innen als auch Jugendrichter:innen vermehrt auch andere Aufgaben jenseits der Jugendstrafverfahren wahrnehmen.

Potenzial der JGG-Reform zur Förderung der Verfahrenseinstellung wird nicht ausgeschöpft
Die Gesetzesänderungen im Jahr  2019 scheinen in der Praxis nicht durchgehend angekommen zu sein:  Vor allem die frühzeitige Information der Jugendhilfe im Strafverfahren vor der ersten polizeilichen Vernehmung (§ 70 Abs. 2 JGG) und die Berichterstattung der Jugendhilfe im Strafverfahren vor Anklageerhebung (§ 46a JGG) hat vielerorts in der Praxis noch keine Umsetzung erfahren, schreiben Bernd Holthusen vom DJI sowie Prof. Dr. Theresia Höynck von der Universität Kassel in ihrem Forschungsbericht. „Das Potenzial der JGG-Reform zur Förderung der Verfahrenseinstellung im Vorverfahren, die keine Hauptverhandlung mehr erfordert, wird damit nicht ausgeschöpft“, erklärt Bernd Holthusen, wissenschaftlicher Referent in der Abteilung Jungend und Jugendhilfe am DJI, und ergänzt: „Dies wäre allerdings aus pädagogischer Perspektive wünschenswert“.

Im Hauptverfahren sind Eltern nicht häufiger anwesend als vor der Reform
Auch die Zielsetzung, dass Jugendliche im Verfahren vermehrt von ihren Eltern begleitet werden und sich damit unterstützt fühlen, wurde mit der JGG-Reform nicht erreicht: Denn die Ausweitung der Informationspflichten gegenüber Erziehungsberechtigten von Jugendlichen in Strafverfahren haben den Jugendrichter:innen und Jugendstaatsanwältinnen nach offenbar nicht dazu geführt, dass mehr Eltern oder Erziehungsberechtigte bei den Hauptverhandlungen anwesend sind. Immerhin haben die neuen Regelungen zur notwendigen Verteidigung der Jugendlichen im moderaten Ausmaß dazu geführt, dass Rechtsanwält:innen häufiger und vor allem auch zu einem früheren Zeitpunkt in das Strafverfahren einbezogen werden.

„Wir vermuten, dass die Corona-Pandemie die Umsetzung der JGG-Reform erheblich gebremst hat, da die Maßnahmen zur Eindämmung alle Akteur:innen im Jugendstrafverfahren und vor allem ihre Möglichkeiten der Kooperation erheblich eingeschränkt haben, sagt Bernd Holthusen und fordert, die weitere Umsetzung der JGG-Reform weiter zu evaluieren.


Jugendgerichtsbarometer - Ergebnisse einer bundesweiten
Befragung von Jugendrichtern und Jugendstaatsanwälten (PDF)
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention

Kontakt
Bernd Holthussen
Abteilung Jugend und Jugendhilfe
Tel.: 089 62306-101
holthusen@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089 62306-446
hofele@dji.de

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news-1232 Wed, 11 Jan 2023 15:00:00 +0100 Unterstützung allein- und getrennterziehender Eltern und ihrer Kinder https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/unterstuetzung-allein-und-getrennterziehender-eltern-und-ihrer-kinder.html Die Sachverständigenkommission zum Zehnten Familienbericht wurde am 11. Januar berufen. Themen des Berichts sind die Lebensrealitäten von allein- und getrennterziehenden Eltern und ihren Kindern Mit der Erstellung des Zehnten Familienberichts beauftragte die Bundesfamilienministerin Lisa Paus am 11. Januar 2023 eine aus sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bestehende Kommission. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld, Professorin für Soziologie an der Hertie School, untersucht das Gremium die Lebensrealitäten allein- und getrennterziehender Eltern und ihrer Kinder und erarbeitet Handlungsempfehlungen an die Politik.

Geschäftsstelle des Zehnten Familienberichts am DJI

Bei der redaktionellen Erstellung des Berichts sowie bei der Auswertung von Daten, Recherchen, Organisation des Arbeitsprozesses und vielem mehr unterstützt die Geschäftsführung am Deutschen Jugendinstitut (DJI). „Das DJI ist in Deutschland führend in der Forschung zu Trennung und Scheidung und verfügt daher über langjährige Expertise und Forschungserfahrung, die in die Themenerarbeitung eingebracht werden kann“, sagt Dr. Claudia Zerle-Elsäßer, Leiterin der Geschäftsstelle und der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“ am DJI.

Das DJI hat in der Vergangenheit bei sieben der bisherigen neun Familienberichte die Geschäftsstelle übernommen, kann also auch auf reichhaltige Erfahrung in der Organisation und Redaktion zurückgreifen. Darüber hinaus befassen sich zahlreiche Forschungsprojekte des DJI mit Fragestellungen rund um das Thema Trennung und Scheidung, Nachtrennungsfamilien und komplexen Familienformen. Das DJI verfügt über umfangreiche Forschungsdaten, die entsprechend der Fragestellungen des Familienberichts ausgewertet werden. Dazu gehört beispielsweise der DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (kurz: AID:A).

Kommissionszusammensetzung

  • Prof. Dr. Miriam Beblo, Professorin für Volkswirtschaftslehre, insb. Arbeitsmarkt, Migration, Gender, an der Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Mathias Berg, Professor für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt Psychosoziale Beratung an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Vorstand der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke)
  • Prof. Dr. Raimund Geene, Professor für Gesundheitsförderung und Prävention an der Alice Salomon Hochschule Berlin und Berlin School of Public Health
  • Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld (Vorsitzende), Professorin für Soziologie an der Hertie-School, Berlin
  • Prof. Dr. Kirsten Scheiwe, emeritierte Professorin für Recht sozialer Dienstleistungen an der Universität Hildesheim
  • Prof. Dr. Pia Schober, Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Mikrosoziologie an der Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Holger Stichnoth, Leiter des Forschungsbereichs „Soziale Sicherung und Verteilung“ am ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim sowie Professeur conventionné an der Universität Straßburg
  • Die Kommission hat in ihrer ersten Sitzung am 12. Januar 2023 PD Dr. Christina Boll, Leiterin der Abteilung „Familie und Familienpolitik“ am Deutschen Jugendinstitut (DJI), Privatdozentin an der LMU München und Gastprofessorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA), mit einstimmigem Beschluss kooptiert.

Lisa Paus beruft die Mitglieder der SachverständigenkommissionGeschäftsführung 10. Familienbericht der BundesregierungGeschäftsführung 9. Familienbericht der Bundesregierung

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Dr. Claudia Zerle-Elsäßer
Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“
Tel.: 089/62306-317
zerle@dji.de

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news-1231 Wed, 11 Jan 2023 10:35:08 +0100 Gesamtgesellschaftliche Folgekosten von Gewalterfahrungen in der Kindheit https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/gesamtgesellschaftliche-folgekosten-von-gewalterfahrungen-in-der-kindheit.html Ergebnisse des Workshops zu Kostenabschätzungen von Traumafolgen im Kinderschutz Welche ökonomischen Auswirkungen haben Kindesmisshandlung und -vernachlässigung sowie sexueller Gewalt gegen Kinder für die Gesellschaft? Welche Herausforderungen sind bei der Auswertung der sehr heterogenen Daten zu bewältigen? Diese und viele weitere Themen diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Forschungsbereichen Kinderschutz, Gesundheit und Volkswirtschaftslehre in einem interdisziplinären Workshop des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Dezember 2022. Dabei untersuchten sie sowohl die Folgen für individuell Betroffene und ihre Familien als auch für die gesamte Gesellschaft.

Die Veranstaltung wurde von PD Dr. Christina Boll, Leiterin der Abteilung „Familie und Familienpolitik“ sowie Prof. Dr. Heinz Kindler, Dr. Christoph Liel und Dr. Susanne Witte aus der DJI-Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ ausgerichtet.

Die Teilnehmenden des Workshops diskutierten, inwieweit Gewaltfolgen messbar sind und wenn ja, wie. „Wir waren uns einig, dass neue Datenerhebungen zu den gesamtgesellschaftlichen Erträgen präventiven Kinderschutzes sinnvoll sind“, sagt Dr. Christoph Liel. Messbare Prävention bedeute dabei die Vermeidung der Gewaltfolgen und deren Kosten. An einen bereits im Jahr 2012 unternommenen Versuch, den volkswirtschaftlichen Schaden durch Kindeswohlgefährdungen ansatzweise zu beziffern, könne angeknüpft werden. Daten- und methodenseitige Herausforderungen seien, dass aussagekräftige Kennzahlen zu Kindeswohlgefährdungen und empirischen Befunden, zur Wirkung von Hilfen sowie Verknüpfungsmöglichkeiten mit Gesundheits-, Bildungs- und Erwerbsdaten fehlen.

„Unser Ziel ist es, die ökonomische Tragweite von Traumafolgen und damit die Erträge präventiver Maßnahmen besser einschätzen zu können sowie die aktuellen Maßnahmen im Umgang mit den Folgen zu verbessern,“ erklärt der Wissenschaftler. Hier besteht noch erheblicher Forschungsbedarf. Es ist unter anderem zu klären, welche Daten zur Verfügung stehen, mit welchen Methoden Kosten abgeschätzt werden können und welche Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Ländern bestehen.

DJI-Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“

Kontakt

Dr. Christoph Liel
Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“
Tel.: 089 62306-232
liel@dji.de

Prof. Dr. Heinz Kindler
Leiter der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“
Tel.: 089 62306-245
kindler@dji.de

Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089 62306-311
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news-1229 Mon, 09 Jan 2023 15:38:50 +0100 DJI-Kolloquium: 25 Jahre Friedensprozess haben die Identität Nordirlands Jugendlicher verändert https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/dji-kolloquium-25-jahre-friedensprozess-in-nordirland-was-koennen-wir-aus-20-jahren-jugendforschung-lernen.html Prof. Dirk Schubotz spricht in seinem Online-Vortrag am 18. Januar über Langzeitfolgen des Nordirlandkonflikts für Jugendliche In seinem Online-Vortrag in der Reihe DJI-Kolloquium spricht Prof. Dirk Schubotz über die Auswirkungen des Nordirlandkonflikts auf die dort lebenden Jugendlichen. Seit 20 Jahren werden diese zum Friedensprozess befragt, der im Jahr 1998 mit dem Karfreitagsabkommen begann. Die Daten der Querschnittsstudie zeigen: Die nordirische Gesellschaft hat sich verändert. Jugendidentitäten lassen sich nicht länger auf die katholischen oder protestantischen sozio-religiösen Wurzeln reduzieren.

Dirk Schubotz ist Professor of Youth and Social Policy an der Queen’s University Belfast und seit 2003 Direktor der Young Life and Times Studie (YLT). Im Rahmen der Untersuchung Young Life and Times werden unter 16-Jährige in Nordirland befragt. Die Querschnittsdaten ermöglichen einen tiefgehenden Einblick in die Langzeitfolgen des Konfliktes hinsichtlich der Identitäten und Erfahrungen von Jugendlichen ‒ selbst derer, die den bewaffneten Konflikt unmittelbar nicht mehr miterlebt haben.

In seinem Vortrag am Mittwoch, 18. Januar 2023 von 14 bis 16 Uhr zeichnet Dirk Schubotz anhand der Umfrage-Daten ein Bild von Konstanz und Veränderung im Leben der nordirischen Jugendlichen.

Über Prof. Dirk Schubotz:

Dirk Schubotz studierte Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte 2002 in Kassel zur Reformpädagogik und integrativen Schulen in Nordirland. Seit 2000 lebt er in Belfast und arbeitete zunächst an der University of Ulster, seit Januar 2003 an der Queen’s University Belfast. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Einstellungen und Lebensumstände von Kindern und Jugendlichen in Nordirland, aber auch methodologische Ansätze in der Jugendforschung, insbesondere partizipative Forschungsmethoden. Seit 2003 ist er Direktor der Young Life and Times Studie. Im Frühjahr 2023 wird Schubotz für einen Forschungsaufenthalt am DJI sein.

Vortragsreihe DJI-Kolloquium

In der Reihe DJI-Kolloquium berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DJI und seiner Partnerorganisationen über aktuelle Fragen, Herausforderungen und Entwicklungen sozialwissenschaftlicher Forschungsthemen.

Wenn Sie Interesse an Einladungen zu weiteren Kolloquien des DJI haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail an kolloquium@dji.de. Wir nehmen Sie gerne in den Verteiler auf.

Link zur VeranstaltungYoung Life and Times Survey (YLT)Weitere Informationen zur Forschungsarbeit von Dirk SchubotzWeitere Vorträge und Veranstaltungen des DJI
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kolloquium@dji.de

Daniela Schäfer
Abteilung Medien und Kommunikation
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Tel.: 089/62306-192

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news-1227 Wed, 21 Dec 2022 11:24:22 +0100 Das DJI wünscht frohe Weihnachten https://www.dji.de/slider/weihnachten-2022.html news-1225 Thu, 15 Dec 2022 11:28:48 +0100 Aktuelle Ergebnisse der Familienforschung https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/aktuelle-ergebnisse-der-familienforschung-1.html Das Programm 2023 für das einstündige Online-Format „Familie am Mittag“ liegt vor: Psychische Gesundheit, Homeoffice und Arbeitsteilung, Trennungsfamilien und vieles mehr sind Themen der kompakten Vortragsreihe Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe startet wieder, und zwar am 25. Januar 2023 mit dem Vortrag „Reviktimisierung, psychische Gesundheit und Bildungserfolg bei „Kinderschutzkindern“. Die Abteilung „Familie und Familienpolitik“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) hat das umfangreiche Programm gemeinsam mit weiteren DJI-Fachabteilungen und externen Referentinnen und Referenten auf die Beine gestellt.

„Das Jahr 2023 beginnt für Familien in einem unruhigen Umfeld. Zur Coronapandemie sowie Klima- und Energiekrise haben sich mittlerweile die Ukrainekrise und Verteuerung der Lebenshaltungskosten gesellt. Diese aktuellen Lebensumstände und Lebenslagen sind Themen der familienwissenschaftlichen Forschung. Unser Anspruch ist es, unseren wissenschaftlichen Output verständlich zu kommunizieren und mit den Erfahrungen der Fachpraxis rückzukoppeln  ̶  in seinen interdisziplinären Bezügen und politischen Implikationen“, erklärt PD Dr. habil. Christina Boll, Leiterin der Abteilung „Familie und Familienpolitik“.

Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden mittwochs von 13.00 bis 14.00 Uhr statt.

Programm Lunchbag Sessions „Familie am Mittag  ̶  Ein familienwissenschaftliches Kolloquium“

Kontakt

PD Dr. habil. Christina Boll
Abteilungsleitung „Familie und Familienpolitik"
Tel.: 089 62306-255
boll@dji.de

Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-311
horn@dji.de

 

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news-1223 Fri, 09 Dec 2022 12:35:00 +0100 Bundesministerin Lisa Paus startet „Bündnis für die junge Generation“ https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/bundesministerin-lisa-paus-startet-buendnis-fuer-die-junge-generation.html DJI-Direktorin Sabine Walper ist unter den 130 Erstunterzeichnenden der Gemeinsamen Erklärung Kinder und Jugendliche heute erleben eine durch Krisen geprägte Zeit. Die immer stärker spürbaren Folgen des Klima­wandels, die Einschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine belasten die junge Generation. Studien zeigen, dass Zukunftsängste und Gefährdungen der psychischen Gesundheit zunehmen. Zudem beklagen junge Menschen, dass ihre Stimmen zu wenig zählen.

Es ist Zeit, mehr Rücksicht auf die junge Generation zu nehmen, ihr eine Stimme zu geben und Gehör zu verschaffen. Deshalb hat Bundesjugend­ministerin Lisa Paus Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesell­schaft dazu aufgerufen, sich dem „Bündnis für die junge Generation“ anzuschließen und eine Gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen.

Prof. Dr. Sabine Walper, Direktorin und Vorstandsvorsitzende des Deutschen Jugendinstituts (DJI), ist unter den 130 Erstunterzeichnenden. „Junge Menschen brauchen Entfaltungsmöglichkeiten und Rückhalt. Ich setze mich dafür ein, ihre Beteiligung in Politik und Gesellschaft zu stärken, ihre Resilienz durch wirksame Prävention zu fördern und die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern“, so Walpers Statement. Durch die Unter­zeichnung der Gemeinsamen Erklärung verpflichten sich die Bündnis­partnerinnen und -partner, mit eigenen Projekten dazu beizutragen, das Lebensgefühl und die Situation junger Menschen zu verbessern.

Die Umsetzung des Bündnisses

Nach dem Auftakt werden Gespräche und Veranstaltungen des Bündnisses folgen, die sich über die gesamte Legislaturperiode erstrecken. Dabei wird es um Themen wie Jugend und Medien, Jugend und Wirtschaft sowie Jugend und Gesundheit gehen.

Im Februar 2023 wird der Abschlussbericht der Interministeriellen Arbeits­gruppe (IMA) Kindergesundheit dem Bundeskabinett vorgelegt. Die IMA beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Bündnispartnerinnen und -partner werden noch am gleichen Tag besprechen, wie sie die Umsetzung der Empfeh­lungen unterstützen können.

Das Bündnis will außerdem an bereits bestehende Formate wie die Jugend­PolitikTage beim Bundestreffen der Kinder- und Jugendparlamente im Mai 2023 in Berlin anknüpfen. Auf einer gemeinsamen Konferenz des Bünd­nisses soll nach einem Jahr eine Zwischenbilanz gezogen werden.

Bündnis für die junge Generation: Gemeinsame Erklärung (PDF)Website zum Bündnis für die junge Generation


Kontakt
Svendy Wittmann
GF Direktorium/Institutsleitung
Abteilungsübergreifende, institutspolitische Fragen,
Forschungsvorhaben, institutionelle Kontakte
wittmann@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de

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news-1220 Thu, 24 Nov 2022 13:51:56 +0100 Eine vorläufige Corona-Bilanz in Sachen Kinderschutz https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/eine-vorlaeufige-corona-bilanz-in-sachen-kinderschutz.html Aktuelle Ausgabe der Kommentierten Daten der Kinder- und Jugendhilfe (KomDat) liegt vor Im Fokus der neuen KomDat-Ausgabe der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik stehen die Entwicklung über die vergang­en­en zwei Corona-Jahre anhand mehrerer Teilstatistiken aus dem Bereich Kinderschutz, die Analyse aktueller Daten zu Adoptionen und Amtsvor­mundschaften sowie Beistandschaften und die Weiterentwicklung der Berechnungsweise des Personalschlüssels für die Kindertagesbetreuung.

Vorläufige Bilanz zum Kinderschutz in der Corona-Pandemie

Die aktuellen Analysen der Daten der amtlichen Kinder- und Jugend­hilfestatistik der vergangenen zwei Corona-Jahre untermauern die bisherigen, eher positiven Befunde eines weitgehend krisenfesten und insgesamt funktionalen Kinderschutzsystems. Neu ist allerdings, dass der aktuelle Blick auf die Gesamtheit der Gefährdungseinschätzungen, Inob­hutnahmen und familiengerichtlichen Maßnahmen seit Pandemiebeginn jetzt durchgehend rückläufige oder weniger stark angestiegene Fallzahlen erkennbar macht. Auch wenn die Gründe für diese Entwicklung nicht geklärt werden können und noch viele Fragen offenbleiben, kann eine erste – wenn auch vorsichtige – Gesamtbilanz gezogen werden.

Verbesserungen der Berechnung des Personal-Kind-Schlüssels für die Kindertagesbetreuung

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) hat in den vergangenen Monaten auf Grundlage verschiedener Kritikpunkte die Weiterentwicklung der Berechnungsweise des Personalschlüssels für die Kindertagesbetreuung vorangetrieben. Die Ergebnisse werden sowohl für das aktuellste – zum Redaktionsschluss vorliegende – Erhebungsjahr 2021 als auch für die zurückliegenden Jahre berichtet, sodass auch Veränder­ungen hinsichtlich des Verhältnisses zwischen pädagogisch Tätigen und Kindern in den Kitas seit 2012 ersichtlich werden. Im Fokus des Ergeb­nisberichtes stehen unter anderem die Länderunterschiede.

Informationsdienst „KomDat – Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe“

Der Informationsdienst „KomDat – Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe“ der AKJStat erscheint dreimal jährlich. KomDat präsentiert Ergebnisse der Auswertungen und Analysen auf der Grundlage der amt­lichen Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie unter anderem Beispiele für Möglichkeiten und Grenzen bei der Nutzung dieser Daten.

Die herausgebende AKJStat ist Teil des Forschungsverbunds Deutsches Jugendinstitut (DJI)/Technische Universität Dortmund und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration (MKJFGFI) des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der TU Dortmund.

Der Forschungsverbund führt Forschungsprojekte zu den Themen Kinder­tagesbetreuung, Hilfen zur Erziehung, Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Familien und Frühe Hilfen, Kinder- und Jugendarbeit, Personal und Qualifikation sowie Freiwilliges Engagement durch. Zu weiteren Aufgaben des Forschungsverbunds gehören wissenschaftsbasierte Dienstleistungen sowie die Beratung von Politik und Fachpraxis auf allen föderalen Ebenen.

KomDat 2/2022Forschungsverbund DJI/TU Dortmund


Kontakt
Agathe Tabel
Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Tel.: 0231/755-6583
agathe.tabel@tu-dortmund.de

Dr. Christiane Meiner-Teubner
Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Tel.: 0231/755-8188
christiane.meiner@tu-dortmund.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de

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news-1215 Fri, 18 Nov 2022 10:23:44 +0100 Gute Ganztagsangebote für Grundschulkinder umsetzen https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/gute-ganztagsangebote-fuer-grundschulkinder-umsetzen.html Beim hybriden WiFF-Bundeskongress am 15./16. November 2022 diskutierten Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis, wie es gelingen kann, gute Ganztagsangebote für Kinder zu schaffen Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/27 ist beschlossen und die Erwartungen an seine Umsetzung sind hoch: Ganztagsangebote sollen allen Schüler:innen bessere Bildungschancen ermöglichen, den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und dabei die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Welche Rahmenbedingungen, welches Personal und welche Konzepte werden gebraucht, damit dies gelingen kann? Damit beschäftigten sich Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis beim Bundeskongress der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) am 15. und 16. November 2022. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie fand der Kongress wieder in den Räumlichkeiten der Robert Bosch Stiftung in Berlin statt, wo über 150 Teilnehmende Vorträge, Panels und Diskussionsrunden verfolgten und sich untereinander vernetzten. Weitere 600 Personen wählten sich in den Livestream ein.

Qualifiziertes Personal fehlt, Weiterbildung ist der Schlüssel

„Die Fachwelt treibt vor allem die Sorge um, wo das Personal herkommen soll“, sagte WiFF-Leitung Prof. Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin bei ihrem Einführungsvortrag. Nach Schätzungen des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund werden bis zum Schuljahr 2029/30 zusätzliche 20.000 bis 40.000 rechnerische Vollzeitstellen für die ganztägige Förderung von Grundschulkindern benötigt. Bei der Arbeit im Ganztag handle es sich um eine anspruchsvolle Tätigkeit, die angemessen qualifizierte Kräfte erfordere, betonte die WiFF-Leitung. Anders als in der Frühen Bildung spielen in der Ganztagsbetreuung aktuell pädagogische Laien eine vergleichsweise große Rolle. Auf dem Kongress wurde mit dem Wegweiser Weiterbildung „Ganztag für Grundschulkinder“ eine Publikation vorgestellt, der Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung von pädagogisch Tätigen in der Ganztagsbildung enthält. Da die Qualität pädagogischer Angebote eng verknüpft ist mit der Qualifikation des Personals, liege in der Aus- und Weiterbildung von Quereinsteigenden eine Chance aber auch eine Herausforderung für das Arbeitsfeld, so der Tenor der Kongress-Teilnehmenden.

Die Mitschnitte der einzelnen Vorträge vom WiFF-Bundeskongress 2022 sowie die Präsentationen der Referent:innen stehen in Kürze auf der WiFF-Website online.

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts (DJI).


Website Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte

Kontakt

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-466
hofele@dji.de

Annemarie Schuldt
Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte
089/62306-249
schuldt@dji.de

Julia Pollert
Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte
089/62306-248
pollert@dji.de

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news-1213 Wed, 16 Nov 2022 15:42:03 +0100 Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken https://www.dji.de/slider/jahrestagung-2022.html Auf der DJI-Jahrestagung tauschten sich Ekin Deligöz, Staatssektretärin im BMFSFJ, und DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper darüber aus, wie Forschungs­ergebnisse für politische Entscheidungen nutzbar gemacht werden können. Position 1 (groß) news-1208 Tue, 08 Nov 2022 15:05:13 +0100 Streit und Trennung meistern https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/streit-und-trennung-meistern.html Für Partnerschaftsprobleme und Fragen rund um eine Trennung oder Scheidung gibt es ab sofort eine neue Online-Plattform, an deren Erstellung DJI-Forschende beteiligt waren In Deutschland wächst aktuellen Daten zufolge mehr als jedes vierte Kind mit nur einem Elternteil im Haushalt auf. Viele Kinder erleben also die Trennung ihrer Eltern. Trennungen und Scheidungen gehen oft mit Unsicherheiten und mitunter auch Konflikten einher. Entsprechend groß ist der Beratungsbedarf. Eine neue Online-Plattform bietet Paaren mit Partnerschaftsproblemen, Eltern während und nach der Trennung sowie ihren Kindern im Alter von 11 bis 17 Jahren nun eine erste Anlaufstelle, die viele wichtige Informationen und praktische Hilfestellungen für den Alltag bündelt: www.stark-familie.info. Sie wurde von einem interdisziplinären Verbundprojekt entwickelt, in dem Wissenschaftler:innen vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und von fünf weiteren Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.

„Mit der neuen Plattform haben wir ein wissenschaftlich fundiertes, leicht zugängliches und kostenfreies Informations- und Unterstützungsangebot für Paare mit Beziehungsproblemen und für Familien in Trennung geschaffen. Paare mit Beziehungsproblemen erhalten Tipps, wie sie mit Konflikten umgehen und ihre Partnerschaft stärken können, finden aber auch Informationen zu Fragen rund um eine mögliche Trennung. Der Blick richtet sich dabei insbesondere auch auf die Kinder und ihre Bedürfnisse“, sagt Prof. Dr. Sabine Walper, DJI-Direktorin und Leiterin des Projekts „Streit und Trennung meistern – Alltagshilfe, Rat und Konfliktlösung“ (STARK).

Die Online-Plattform informiert einerseits über finanzielle und rechtliche Folgen einer Trennung, und bietet andererseits psychologisches Wissen und Handlungsstrategien beispielsweise zur Bewältigung von Trauer und Stress bei Eltern und Kindern, zur Kommunikation und kooperativen Zusammenarbeit der getrennten Eltern sowie zur Frage, wie sie ihre Kinder über die Trennung informieren können und welche Betreuungs- und Erziehungsmodelle für sie passend sind.

Elternverantwortung weiterhin gemeinsam übernehmen

Unter dem Punkt „Sich fair trennen und weiter gemeinsam erziehen“ haben Forschende des DJI und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München Themen aufgegriffen, die sie aus ihren praktischen Tätigkeiten, beispielsweise in der Erziehungsberatung kennen: Wie kann der Kontakt des Kindes zu beiden Elternteilen gestaltet werden? Wie bewahrt man Kinder davor, in Loyalitätskonflikte zu geraten? Was können Eltern tun, wenn das Kind belastet erscheint? Und wie lassen sich die Wünsche der Kinder einbeziehen? Die Informationen werden durch Cartoons, Videos, Checklisten und Gesprächsleitfäden ergänzt und sollen Eltern nach einer Trennung helfen, die passende Lösung für ihre Familie zu finden und ihre Verantwortung für die Kinder weiterhin gemeinsam zu übernehmen.

Die Trennung ökonomisch durchdenken

Eine Trennung oder Scheidung hat neben den psychosozialen Folgen meist ungünstige finanzielle Auswirkungen. Allerdings variieren diese beispielsweise danach, in welcher Höhe Kosten durch die Trennung selbst anfallen, ob die sich Trennenden verheiratet waren, wie viele gemeinsame Kinder sie haben und wer diese zukünftig zu welchen Anteilen betreut. Dies wird auf der Online-Plattform anhand einer vierköpfigen Familie beispielhaft aufgezeigt. Zudem veranschaulichen Wissenschaftler:innen der Abteilung „Familie und Familienpolitik“ am DJI, wie sich das Vermögen von Frauen und Männern vor, während und nach der Trennung durchschnittlich entwickelt und von welchen Faktoren dies abhängig ist. Sie verdeutlichen auch, an welchen Stellschrauben zu drehen ist, wenn beispielsweise das aktuelle allein erwirtschaftete Erwerbseinkommen nicht ausreicht: „Je besser es den Eltern gelingt, nach der Trennung die Kinderbetreuung partnerschaftlich zu teilen, umso eher können Mütter und Väter mit ihrem Job zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und zugleich für ihre Absicherung im Alter sorgen“, sagt Abteilungsleiterin PD Dr. Christina Boll. Für Mütter, die vor der Trennung zu Gunsten der Kinder ihre Stelle auf Teilzeit reduzierten, und die nach der Trennung mit den Kindern zusammenwohnen, gestaltet sich die Ausübung einer Vollzeit-Stelle aber häufig schwierig. Den Zahlen nach macht der Erwerbsumfang den größten Unterschied bei der Frage, ob eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit gelingt.

Die Inhalte der Website www.stark-familie.info haben Fachexpert:innen aus den Bereichen Familienrecht, Ökonomie, Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Georg-August-Universität Göttingen, dem Universitätsklinikum Ulm, der Universität Ulm, dem Universitätsklinikum Heidelberg sowie dem Deutschen Jugendinstitut erarbeitet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Kontakt

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de

Pro. Dr. Sabine Walper
Forschungsdirektorin des DJI
walper@dji.de

PD Dr. Christina Boll
Leiterin der Abteilung "Familie und Familienpolitik"
boll@dji.de

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news-1204 Wed, 02 Nov 2022 09:11:32 +0100 Abschlussbericht der Corona-KiTa-Studie liegt vor https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/abschlussbericht-der-corona-kita-studie-liegt-vor.html Das Kooperationsprojekt von DJI und RKI veröffentlicht einen Überblick der Studienergebnisse Die Corona-KiTa-Studie wurde von Mitte 2020 bis Ende 2022 gemeinsam vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und dem Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Zentrale Forschungsfragen betrafen zum einen die besonderen organisatorischen, pädagogischen und hygienischen Herausforderungen, die Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen (KiTas) während der Pandemie bewältigen mussten, sowie die praktische Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen in KiTas. Zum anderen wurde die Rolle von KiTa-Kindern im Pandemiegeschehen untersucht. Dazu gehörte die Analyse von Erkrankungshäufigkeiten und -risiken für alle Beteiligten im KiTa-Bereich beziehungsweise in den entsprechenden Altersgruppen sowie die Untersuchung von SARS-CoV-2-Ausbrüchen in Kindertageseinrichtungen.

In der zweiten Projektphase, die sich über das Jahr 2022 erstreckte, ging es zusätzlich darum, Unterstützungsbedarfe von Familien und Kindertageseinrichtungen und die mittelfristigen Folgen der Pandemie (z.B. Entwicklungsschwierigkeiten bei Kindern, Post-COVID-Symptome) zu untersuchen.

Im Rahmen des Kooperationsprojektes wurden zur Klärung dieser Fragen vier Teilvorhaben (Module) realisiert, die sowohl einzeln als auch gemeinsam zur Beantwortung der Forschungsfragen beitrugen.

Die Studie hat zu der Aufgabe beigetragen, die unterschiedlichen Ziele und Bedarfe auszubalancieren wie beispielsweise öffentlich unterstützte Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern auf der einen Seite sowie Infektionsschutz der KiTa-Teams und der betreuten Kinder auf der anderen Seite. Nun liegt der Abschlussbericht vor. Die Ergebnisse der Studie geben auch Hinweise für die Beratungen auf politischer und administrativer Ebene für die Zeit ab dem Herbst/Winter 2022.

 

Kindertagesbetreuung und Infektionsgeschehen während der COVID-19-Pandemie, Abschlussbericht der Corona-KiTa-Studie

Projektergebnisse der Corona-KiTa-Studie Kurzfassung

Erklärvideo Corona-KiTa-Studie

Weitere Informationen zur Corona-KiTa-Studie

Robert Koch-Institut: Projektseite Corona-KiTa-Studie

 

Kontakt

Dr. Sina Veronika Fackler
Operative Projektleitung
Tel.: 089 62306-387
fackler@dji.de
 

Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089 62306-311
horn@dji.de

 

 

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news-1202 Mon, 24 Oct 2022 15:36:09 +0200 Politische Teilhabe von jungen Menschen im ländlichen Raum fördern https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/politische-teilhabe-von-jungen-menschen-im-laendlichen-raum-foerdern.html Wie der Sozialraum politische Einstellungen junger Menschen prägt und wo Jugendarbeit ansetzen kann, um ihre Teilhabe zu fördern, ist Thema einer hybriden Fachtagung. Sie findet am 17. November in Halle und digital statt. Die Arbeits- und Forschungsstelle Demokratie­förderung und Extremismus­prävention am DJI lädt Forschende und Praktiker zum Austausch ein ­­­­­­­­­­­Wie entwickeln Jugendliche politische Orientierungen, Einstellungen und Praktiken? Welchen Einfluss hat der Ort, an dem sie leben, der Sozialraum? Und wo kann Jugendarbeit jenseits urbaner Zentren ansetzen, um die Teilhabe von Jugendlichen zu fördern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Fachtagung der Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention am Deutschen Jugendinstitut (DJI). Unter dem Titel „Politische Sozialisation und Sozialraum – Jugendliche, Jugendarbeit und Demokratieförderung im ländlichen Raum aus Perspektive von Wissenschaft und Praxis“ werden am 17. November 2022 empirische Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der praktischen Jugendarbeit diskutiert. Die Tagung, die in Halle (Saale) stattfindet und gestreamt wird, richtet sich an Forschende und Fachleute aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Soziales, Verwaltung, Sicherheit und Politik.

„Wenn es um den Einfluss auf politische Einstellungen und politisches Engagement bei Jugendlichen geht, werden meist die Familie, Gleichaltrige, die Schule und digitale Medien diskutiert“, sagt Marco Schott, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention am DJI, der zusammen mit DJI-Wissenschaftlerin Johanna Häring und Projektleiterin Dr. Maren Zschach die Tagung organisiert. Die Forschenden stellen stattdessen in den Fokus, was seltener Beachtung findet: Die Rolle des Sozialraums wie zum Beispiel räumliche Begebenheiten, vorhandene Infrastruktur, (Jugend-)Szenen, Freizeitangebote und Möglichkeiten des Engagements an einem Ort.

Forschungsergebnisse und Berichte aus der Praxis werden diskutiert

Im ersten Teil der Tagung werden aktuelle empirische Forschungsergebnisse vorgestellt.  Marco Schott und Johanna Häring beschäftigen sich in ihrem Forschungsprojekt mit der Frage, wie junge Menschen in mittelgroßen Städten die Begebenheiten vor Ort wahrnehmen, ob und wie sie sich (politisch) engagieren und welche Rolle dabei die jeweilige Stadt spielt. Sie führten dafür Gruppendiskussionen mit Jugendlichen, die sich in Vereinen oder Gruppen engagieren, etwa bei der Jugendfeuerwehr, bei Jugendparteiorganisationen, „Fridays for Future“-Gruppen oder religiösen Kreisen und präsentieren erste Ergebnisse ihrer Auswertungen. „Wir haben festgestellt, dass die Jugendlichen Defizite benennen und ihre Stadt lebenswerter machen wollen, weil sie sich stark mit ihr und der Region identifizieren“, berichtet Marco Schott. „Häufig fehlt ihnen dafür jedoch ein eigener unabhängiger Raum, der Austausch untereinander ermöglicht.“

Prof. Dr. Elisabeth Richter und Prof. Dr. Wibke Riekmann von der Hamburg Media School widmen sich in ihrem Vortrag dem Potenzial, das die Gestaltung des Sozialraums bei der demokratischen Bildung hat und stellen erste Ergebnisse ihres Forschungsprojekts zur demokratischen Partizipation von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum vor. Anschließend diskutieren sie pädagogische Handlungsmöglichkeiten und die Frage, wie viel Entscheidungsmacht Erwachsene überhaupt abgeben wollen.

Weitere Vorträge thematisieren die Bedeutung von Räumen für junge Menschen in marginalisierten Quartieren (Prof. Dr. Sonja Preissing, Internationale Hochschule Köln) sowie kommunale Entscheidungsträger und ihren Partizipationsperspektiven auf Jugendliche im ländlichen Raum (Dr. Jasmin Lüdemann, Universität Halle).

Im zweiten Teil der Tagung berichten pädagogische Fachkräfte über ihre Erfahrungen mit Jugendarbeit in ländlichen Regionen. Abschließend diskutieren die Referentinnen und Referenten die Frage, unter welchen Bedingungen Demokratieförderung dort gelingen kann.


Weitere Informationen zur hybriden Fachtagung: www.dji.de/afs
Anmeldungen für die digitale Teilnahme sind bis zum 16. November möglich an Janine Kirsch: kirsch@dji.de 


Kontakt
Marco Schott
Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention
0345/68178-50
schott@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de­­

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news-1199 Thu, 20 Oct 2022 11:45:00 +0200 Wie prekäre Lebenslagen und Bildungsverläufe zusammenhängen https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/wie-prekaere-lebenslagen-und-bildungsverlaeufe-zusammenhaengen.html DJI-Wissenschaftlerinnen analysieren Situation von Münchner Schülerinnen und Schülern am Übergang ins Sekundarschulsystem Trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung weisen die Indikatoren im Armuts- und Reichtumsbericht der Bundes­regierung von 2021 darauf hin, dass der Anteil von Kindern und jungen Erwachsenen in Armut vergleichsweise stabil blieb. Besonders betroffen sind Kinder mit vielen Geschwistern, aus Migrationsfamilien, mit nur einem Elternteil oder mit Eltern, die wenig verdienen, arbeitssuchend und/oder auf Transferleistungen angewiesen sind. München als wohl­habende Stadt mit guten Beschäftigungs- und entsprechenden Verdienst­möglichkeiten steht exemplarisch für diese Entwicklung.

Der vorliegende Bericht „Zusammenhänge zwischen prekären Lebenslagen und Bildungsverläufen“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) knüpft an Armuts- und Belastungslagen von Münchner Familien an. Die Wissen­schaftlerinnen konnten wertvolle Erkenntnisse gewinnen, aus denen sich zentrale Handlungsempfehlungen für die beteiligten Akteure Münchens ableiten lassen. Das betrifft zum einen die Rolle außerunterrichtlicher Angebote sowie die interinstitutionelle und multiprofessionelle Zusammen­arbeit, die spätestens mit dem Ausbau von Ganztagsschulen als probates Mittel zum Abbau herkunftsbedingter Bildungsbarrieren gelten.

Kinder sind einem überdurchschnittlichen Armutsrisiko ausgesetzt

Bildungsbeteiligung und -erfolg eines Kindes sind in Deutschland nach wie vor stark an seine soziale Herkunft gekoppelt. Dies zeigen die Ergebnisse der PISA-Studien. Die Frage, wie prekäre Lebenslagen und Bildungs­verläufe zusammenhängen, ist damit immer noch aktuell und mit der Coronapandemie dringlicher geworden. Insbesondere Kinderarmut bedeutet mehr als über wenig Geld zu verfügen. Armut zeigt sich in zahlreichen Lebensbereichen und kann Kinder unterschiedlich benach­teiligen und belasten sowie ihr Leistungsvermögen und ihren Bildungs­verlauf beeinträchtigen.

Für die von der Stadt München geförderte Studie wurden vier Grund­schulen unterschiedlicher Münchner Sozialräume einbezogen. Von besonderem Interesse ist dabei eine der wichtigsten Weichenstellungen im Bildungs­verlauf: der Übergang von der Grundschule auf eine weiter­führende Schule der Sekundarstufe I. Die Zusammenarbeit zwischen Schulakteuren und Elternhaus erwies sich als Dreh- und Angelpunkt. Die Forscherinnen konnten deutlich machen, dass Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Eltern nicht so zueinander finden können, wie dies für die Kinder notwendig wäre. Dort, wo die Zusammenarbeit gelingt, wird diese als spürbare Unterstützung empfunden und wertgeschätzt.

Armut aus der Perspektive von Schulakteuren und Familien

„Wir legten den Fokus zum einen darauf, wie Armut aus der Perspektive von Schulakteuren wahrgenommen und pädagogisch bearbeitet wird und wie aus ihrer Sicht vorhandene Unterstützungsleistungen an den Schulen für armutsbetroffene Familien verbessert werden könnten,“ erläutert DJI-Wissenschaftlerin Dr. Claudia Zerle-Elsäßer.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicht der Familien mit besonderem Fokus auf die Kinder. Sie wurden nach ihren Erfahrungen im Bildungssystem, nach ihren Erwartungen an die Schule sowie zu ihren Vorstellungen über ihren weiteren Bildungs- und Lebensweg befragt. Darüber hinaus analy­sierten die Forscherinnen, welchen Herausforderungen diese Familien im Schulkontext, auch unter Pandemiebedingungen, gegenüberstehen und welche Unterstützungsbedarfe sie formulieren.

Hürden auf dem Bildungsweg der Kinder

Die Befragungen machten deutlich, dass die Eltern trotz oder gerade wegen ihrer prekären Lebenslagen sehr ambitioniert sind bezogen auf die Eröff­nung von Bildungswegen für ihre Kinder. Die Viertklässlerinnen und Viertklässler wünschen sich klar einen Übertritt mindestens auf die Real­schule, besser jedoch auf ein Gymnasium, mit der Mittelschule als letzter Option. Die befragten Familien versuchten dementsprechend ihre Kinder zu unterstützen. Dabei stießen sie jedoch häufig auf unüberwindbare Hürden, unter anderem aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen oder fehlendem Wissen über Zugänge zu bildungsunterstützenden Angeboten. Daraus folgte, dass die Kinder den Übertritt nicht oder nur schwer erreichen konnten.

In der Studie haben sich weitere Unterstützungsangebote als besonders wertvoll für die Familien herausgestellt. Insbesondere sind dies direkt an die Schule angebundene, kostenfreie Mahlzeiten, über die Schulsozialarbeit organisierte kostenfreie Freizeitangebote oder eine unbürokratische Übernahme von Auslagen für Schulmaterialien oder Ausflüge. Von den Schulakteuren wird das Angebot als zu gering und als nicht bedarfsgerecht eingeschätzt. „Eine deutliche Unterstützungslücke besteht jedoch sowohl aus Sicht der Lehrpersonen als auch der Eltern an unterrichtsbezogenen und lernunterstützenden Angeboten, wie einer den konkreten Schulstoff verfestigenden Nachhilfe sowie von eher allgemeineren Förder- und insbesondere von Sprachkursen“, so DJI-Wissenschaftlerin Dr. Christine Steiner.   

Die Studie verdeutlicht, dass Armut und Ressourcenknappheit bei den Familien von den Schulakteuren häufig nicht wahrgenommen werden. Auch die Familien selbst gehen aus Angst vor Stigmatisierung mit ihrer prekären Lage nicht offen um. Das bedeutet, dass letztlich nur sichergestellt werden kann, dass die Leistungen auch ankommen, wenn sie für möglichst viele Kinder verfügbar sind. Durch die eingeschränkte Personalsituation können bereits jetzt nicht alle Schülerinnen und Schüler angemessen im Unterricht oder durch Angebote berücksichtigt werden. Damit geraten gerade die Kinder aus dem Blick, für die eine gezielte Lernunterstützung ausreichen würde, um den nächsthöheren Bildungsweg einzuschlagen.


Zusammenhänge zwischen prekären Lebenslagen und Bildungsverläufen. Die Situation von Schülerinnen und Schülern am Übergang von der Grundschule in die Sekundarschule, Klara Lüring, Ramona Schneider, Hannah Steinberg, Christine Steiner, Claudia Zerle-Elsäßer, 110 Seiten, ISBN 978-3-86379-439-2DJI-Projekt Zusammenhänge zwischen prekären Lebenslagen und BildungsverläufenArmuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung


Kontakt

Dr. Claudia Zerle-Elsäßer
Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“
Tel.: 089/62306-317
zerle@dji.de

Dr. Christine Steiner
Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“
Tel.: 089/62306-227
steiner@dji.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
waldschuk@dji.de

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News Pressemitteilung Startseiten Position Position 2 (klein)
news-1200 Wed, 19 Oct 2022 14:51:14 +0200 Internationale Konferenz zum Thema Familien in schwierigen Zeiten https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/internationale-konferenz-zum-thema-familien-in-schwierigen-zeiten.html Auf der 9. Konferenz der „International Academy of Family Psychology” wurden aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert Vom 10. bis zum 12. Oktober 2022 fand die Konferenz „Families in Difficult Times: Conflict, Covid, and Cyberspace“ online statt. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat die Veranstaltung gemeinsam mit der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) und der International Academy of Family Psychology (IAFP) unter der Präsidentschaft der DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper durchgeführt.

Für die Keynotes konnten namhafte internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewonnen werden. Das Thema Konflikt wurde mit dem Themenfeld „Krieg, Trauma und Flucht“ bearbeitet, so referierte Prof. Rita Rosner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu kriegsbedingten Belastungen und Traumatisierungen und deren therapeutische Bearbeitung. Prof. John Thoburn von der Seattle Pacific University und Prof. Myroslava Muchkevych von der Lesya Ukrainka Volyn National University sprachen über Erfahrungen aus der Ukraine mit dem „PsyCoprs Model of Mental Health Support Training“, das darauf abzielt Freiwillige aus der örtlichen Gemeinschaft sowie Erzieher, Lehrer und medizinisches Personal in Erster Hilfe für psychische Gesundheit und Traumabehandlung von Kriegsüberlebenden zu schulen. Zudem organisierte Prof. Tobias Hecker von der Universität Bielefeld ein interdisziplinäres Symposium, wie sich Krieg, Trauma und Flucht auf Familien auswirkt und konnte Prof. Laura K. Taylor vom University College Dublin als Diskutantin gewinnen.

Über Konflikte im Kontext von Trennung und Scheidung referierten Prof. Irwin Sandler & Prof. Karey O’Hara von der Arizona State University sowie Dr. Lynda Sagrestano vom DJI. Bei beiden Vorträgen ging es vor allem auch um Interventionen wie die Etablierung und Wirksamkeit von Online Programmen für Familien nach Trennung und Scheidung.

Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für das Familienleben war das Thema von Prof. Sonia Livingstone von der London School of Economics and Political Science. Die Bedeutung von Unterstützungsleistungen für Familien im Kontext der ersten Elternschaft beschrieb Prof. Anna Rönkä von der University of Jyväskylä in ihrem Vortrag.

In den Themenfeldern Trennung und Scheidung, Auswirkungen der COVID-19 Pandemie für Kinder, Jugendliche und Familien, Familienbeziehungen und Familienförderung fanden Symposien und Poster-Sessions statt. Darüber hinaus stellten Forscherinnen und Forscher die Ergebnisse klinischer Interventionsstudien vor und diskutierten diese mit den Teilnehmenden.

Die nächste Konferenz der IAFP wird unter der Leitung des neu gewählten Präsidenten Prof. Koubun Wakashima (Tohoku University) im Jahr 2025 in Japan stattfinden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem DJI und ihre Forschungsthemen

  • Neuberger, Franz, Maly-Motta, Hanna, Grgic, Mariana, Fackler, Sina, Kuger, Susanne: Daycare Closures and Parents’ and Children’s Subjective Well-being during the COVID-19 Pandemic – A Longitudinal Analysis in Germany
  • Langmeyer, Alexandra, Recksiedler, Claudia, Entleitner-Phleps, Christine & Walper, Sabine: Child Adjustment after Separation and Divorce in Germany: The Importance of Physical Custody Arrangement and Parental Coparenting
  • Lux, Ulrike & Walper, Sabine: A systemic Perspective on Children’s Emotional Insecurity in Relation to Father: Links to Parenting, Interparental Conflict and Children’s Social Well-being
  • Walper, Sabine , Baumeister, Harald, Boll, Christina, Ditzen, Beate, Fischer, Melanie, Rassenhofer, Miriam, Schmidt-Hertha, Bernhard, Schumann, Eva & Uemminghaus, Monika: Supporting Couples in Trouble and Separated Families: The STARK Online Platform
  • Zimmermann, Janin, Walper, Sabine, Kindler, Heinz & Lux, Ulrike: Child Adjustment in the Context of High Coparenting and Legal Conflict Following Separation
  • Liese, Desire, Löchner, Johanna, Paulus, M., Sandner, Eva & Lux. Ulrike: A Real-Time Assessment Approach of Risks and Resources for Parenting Stress in the Transition to Parenthood
  • Lux Ulrike & Ulrich, Susanne M.: Use of Prevention Services in Nuclear, Single Parent and Stepfamilies with and without Social Welfare Receipt – What Makes the Difference?
  • Witte, Susanne: Risk Factor Assessment in Relation to Mothers and Fathers – a Comparison of Investigations into Suspected Child Maltreatment in Three European Countries
     

International Academy of Family Psychology (IAFP)

 

Kontakt

Dr. Christine Entleitner-Phleps
+49 89 62306-153
entleitner-phleps@dji.de

Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-311
horn@dji.de

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news-1198 Tue, 18 Oct 2022 10:00:00 +0200 Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kommunen weiterentwickeln https://www.dji.de/veroeffentlichungen/aktuelles/news/article/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-in-kommunen-weiterentwickeln.html Am 23. und 24. November 2022 findet die Herbstkonferenz des BNE-Kompetenzzentrums in Leipzig statt In Deutschland setzen sich 48 Modell-Kommunen für mehr soziale Gerechtigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie wirtschaftliche und kulturelle Stabilität ein: Sie haben sich auf den Weg gemacht, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) von der Kita bis zur Volkshochschule zu vermitteln und das Thema in ihren Strukturen zu verankern, so dass entsprechende Bildungsangebote besser gesteuert werden können. Auf diese Weise sollen möglichst viele Menschen lernen, ihr Handeln an den Zielen der Nachhaltigkeit auszurichten. Bei der Herbstkonferenz „BNE gemeinsam weiterdenken – Kommunale Bildungs¬landschaften im Wandel“ am 23. und 24. November 2022 präsentieren die Vertreterinnen und Vertreter dieser Modell-Kommunen in Leipzig, was sie in den vergangenen zwei Jahren erreicht haben und stellen ihre Erfahrungen zur Diskussion. Das BNE-Kompetenzzentrum „Bildung – Nachhaltigkeit – Kommune“, das die Kommunen bei diesem Prozess unterstützt und begleitet, gibt Einblicke in erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation.

„Die Klimakrise und auch der Krieg in der Ukraine haben dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung noch mehr Dringlichkeit verliehen und stellen die Kommunen vor neue Herausforderungen. Auch diese greifen wir bei unserer Herbsttagung auf und betrachten zudem Aspekte nachhaltiger Entwicklung, die bislang weniger im Fokus standen, wie kulturelle und ökonomische Nachhaltigkeit“, sagt Dr. Lea Schütze, Projektleiterin des BNE-Kompetenzzentrums am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München und Organisatorin der Konferenz.

Wie die Zusammenarbeit verschiedener Akteure gelingt

Zum Tagungsprogramm gehören auch zwei Keynote-Vorträge über die Zusammenarbeit verschiedener Akteurinnen und Akteure beim Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung – einer aus wissenschaftlicher und einer aus praktischer Perspektive: Prof. Dr. Nina Kolleck, Professorin für Politische Bildung und Bildungssysteme an der Universität Leipzig zeigt anhand empirischer Erkenntnisse auf, welche Bedeutung kommunale Netzwerke haben. Markus Mitterer, Gründer und Vorstand der Nachhaltigkeits-NGO „rehab republic“ und Mitarbeiter für BNE der Stadt München berichtet darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Kommunalverwaltungen gelingen kann. Darüber hinaus können die Teilnehmenden zwischen Workshops, Gesprächsrunden und Vorträgen zu drei Schwerpunktthemen wählen, zu denen weitere Expertinnen und Experten ihr Fachwissen einbringen.

Das BNE-Kompetenzzentrum „Bildung – Nachhaltigkeit – Kommune“ wurde gegründet, um Bildung für nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene umzusetzen. Kommunen gelten als wichtige Akteure bei der Umsetzung einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Entwicklung, weil sie Träger vieler Bildungseinrichtungen sind. Am BNE-Kompetenzzentrum arbeitet das DJI mit dem „Trägerverein Kommunales Bildungsmanagement Niedersachsen“ und dem „Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung“ in Leipzig zusammen.
 

Weitere Informationen zur Herbstkonferenz am 23./24.November 2022Anmeldung bis zum 26. Oktober 2022

Kontakt
Dr. Lea Schütze
Projektleitung BNE-Kompetenzzentrum
schuetze@dji.de

Antje Müller
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BNE-Kompetenzzentrum
amueller@dji.de
0345/68178-94

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-173
hofele@dji.de

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