Lebenslagen, Lebensentwürfe und Bewältigungsstrategien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungssbedarf in den neuen Bundesländern.

Die Übergänge Jugendlicher und junger Erwachsener von Schule in Berufsausbildung und von Berufsausbildung in Erwerbsarbeit sind seit einigen Jahren immer stärker von Brüchen und Warteschleifen geprägt. Die Gruppe der so genannten sozial benachteiligten jungen Frauen und Männer trifft diese Veränderungen im Normallebensverlauf oftmals häufiger und direkter.
Bisher konnten in verschiedenen Forschungszusammenhängen eine ganze Reihe von Informationen für diejenigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen generiert werden, die in Überbrückungsmaßnahmen des Bildungssystems, der Arbeitsverwaltung oder anderer Anbieter platziert sind. Dagegen verfügen wir über weit weniger Wissen bezüglich derjenigen, die über die Ämter nicht erfasst sind sowie über diejenigen, die verschiedene Maßnahmen als so genannte Negativabbrecher verlassen und deren Lebensverläufe – und Lebensentwürfe – „normale“ Erwerbsarbeit nur am Rande oder gar nicht berühren.

Die Untersuchung „Karrieren jenseits normaler Erwerbsarbeit“ hat die Lebenslagen, Lebensentwürfe und Bewältigungsstrategien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Gegenstand und geht folgenden Fragen nach:
- Was sind die Strategien von jungen Erwachsenen jenseits des Normallebensverlaufs zu existieren? Ist das Ziel die unbedingte Rückkehr in einen „normalen“ Lebensverlauf, damit in „normale“ Erwerbsarbeit?
Wenn ja: Wie wird es bewerkstelligt: durch Abwarten, berufliche Umorientierungen, Weiterbildung, Mobilität usw.?
Wenn nein: Wie wird ein „alternativer“ Lebensstil gelebt: Rückzug in die Familie, staatliche Alimentierung als dauerhafte Finanzierungsform, Kriminalität u.a.?
- Lassen sich Tendenzen sozialer Exklusion und Selbstexklusion neben dem Ausschluss bzw. der Marginalisierung am Arbeitsmarkt z.B. in den Bereichen Erfahrung mit Institutionen, Gesundheit, soziale Beziehungen ausmachen?
- Welchen Einfluss üben soziale Räume aus? Werden sie als Ressourcen gesehen, die Bewältigungsstrategien trotz ungünstiger Chancenstrukturen ermöglichen? Oder verstärken soziale Räume die Risiken sozialer Exklusion?
- Gibt es Unterschiede zwischen den betroffenen jungen Erwachsenen in den alten Bundesländern und den neuen Bundesländern jenseits der verschiedenen Strukturbedingungen in den Regionen?
Die Studie soll auch die Möglichkeit bieten, Hinweise für eine Weiterentwicklung von Angeboten der Jugendsozialarbeit abzuleiten, um sie den Bedürfnissen der betroffenen Gruppen besser anpassen zu können und die sozialen Räume in ihrer Funktion als Ressourcen für die Lebensführung zu stärken.

Das DJI führte diese Studie im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zuvor bereits in drei Stadtteilen (Köln, Dortmund, Siegen) in NRW durch.

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