Fragestellung und Konzeption

 

Mit der Entwicklung einer europäischen Jugendpolitik, insbesondere der Fortführung einer EU-Jugendstrategie sowie jugendpolitischer Anstöße innerhalb des Europarates, hat sich die europäische jugendpolitische Zusammenarbeit im letzten Jahrzehnt weiterentwickelt. Auch in Deutschland hat sich die Umsetzung europäischer Themen auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene als Aufgabenfeld etabliert.

 

Vor diesem Hintergrund ist u.a. der Bedarf nach systematischeren Wissensbeständen im Themenfeld europäischer Jugendpolitik gewachsen. Aufgabe der Arbeitsstelle europäische Jugendpolitik ist es, wissenschaftlich und politisch relevante Fragestellungen zu europäischen jugendpolitischen Themen zu bearbeiten und einen wissenschaftsbasierten Beitrag zur gegenseitigen Stärkung europäischer und nationaler Perspektiven in der jeweiligen Jugendpolitik (Ebenen übergreifend) zu leisten.

 

In den nächsten drei Jahren wird sich die Arbeitsstelle europäische Jugendpolitik vorrangig mit den Themen „Youth Work“ – im Sinne seiner europäischen Bedeutung (Thimmel 2018) - und „Demokratie“ beschäftigen.

 

Dazu wird die Arbeitsstelle in vier Arbeitsbereichen aktiv:

 

1.    Vergleichende empirische Forschung

In den Themenfeldern „Youth Work“ und „Demokratie“ werden sowohl eigene Erhebungen und Analysen als auch sekundäranalytische Auswertungen vorhandener Daten durchgeführt. Herausgearbeitet werden soll, welche Konzepte und institutionellen Kontexte die verschiedenen Formen und Angebote in diesen Themenfeldern prägen und welche Bedingungen ihre Umsetzung und Ausgestaltung sowohl auf der europäischen Ebene als auch in einzelnen Staaten beeinflussen.

 

2.    Europäische (Sozial-)Berichterstattung

Im Rahmen europäischer Jugendpolitik fallen für die Bundesregierung verschiedene europäische Berichtspflichten an. Hierfür wird die Arbeitsstelle erforderliches Wissen für die Bearbeitung dieser Berichtspflichten zusammentragen, analysieren und im Sinne einer wissenschaftsbasierten Berichterstattung aufbereiten.

 

3.    Wissenschaftsbasierte Politikberatung in Bezug auf europäische Jugendpolitik

Das im Rahmen der vergleichenden Forschung und Berichterstattung generierte Wissen wird sowohl fachwissenschaftlich veröffentlicht als auch politik- und praxisgerecht aufbereitet und den deutschen und europäischen Akteuren anhand von Vorträgen und Publikationen zur Verfügung gestellt.

 

4.    Vorbereitung und Beantragung von Forschungsprojekten

Zur Vertiefung einzelner Fragestellungen werden Zusatzmodule mit Partnerinnen und Partnern aus Deutschland und aus europäischen Netzwerken angestrebt.

 

 

 

Thimmel, Andreas (2018): Kinder- und Jugendhilfe in Europa. In: Böllert, Karin (Hrsg.) 2018 – Kompendium Kinder- und Jugendhilfe. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. S. 1667-1691.

 

Blum, Sonja/Schubert, Klaus: Politikfeldanalyse (2011). Elemente der Politik, 2. aktualisierte Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

 

Radaelli, Claudio M. (2009): The Europeanization of public policy. In: Kevin Featherstone (Hg.): The politics of Europeanization. Reprinted. Oxford: Oxford University Press, S. 27-56.

 

Bache, Ian/Bartle, Ian/Flinders Matthew (2016): Multi-level governance. In: Christopher Ansell und Jacob Torfing (Hg.): Handbook on theories of governance. Paperback edition. Cheltenham: Edward Elgar Publishing, S. 486-498.

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