Das Projekt hatte zum Ziel, eine aktuelle empirische Grundlage für die Bedarfsplanung der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Saalekreis zu schaffen. Die Jugendhilfeplanung stellt ein wichtiges Instrument zur Sicherung einer qualitativ wie quantitativ bedarfsgerechten Angebotslandschaft in der Kinder- und Jugendhilfe vor Ort dar. Es ist bekannt, dass die organisatorische Ausgestaltung von Bildungs- und Freizeitorten aber auch ungeeignete Öffnungszeiten Jugendliche oft an der Wahrnehmung solcher Angebote hindert sowie die Bedarfe der Jugendlichen in Abhängigkeit vom Alter stark variieren können (Beierle u.a. 2016). Somit waren für die Studie möglichst konkrete Bedarfsabfragen einzuholen. Entsprechend wurden sowohl die Zielgruppe (Nachfrageseite) als auch die Fachkräfte (Angebotsseite) als relevante Akteure einbezogen.

Folgende Fragen standen im Zentrum:

  • Welche Angebote und Angebotsformate bestehen seitens der Kinder- und Jugendhilfe sowie von zivilgesellschaftlichen Akteuren und von gewerblicher mit Blick auf die Freizeitgestaltung?
  • Mit welchen Inhalten wenden sich diese Angebote an ihre Adressaten?
  • Wie bekannt und erreichbar sind die betreffenden Angebote für ihre Adressatengruppen?
  • Welches Freizeit- und Nutzungsverhalten zeigen Kinder und Jugendliche im Landkreis Saalekreis in Bezug auf die bestehenden Angebote und welche davon sind ihnen bekannt?
  • Welche zusätzlichen Bedarfe äußern sie in Hinsicht auf Angebotsgestaltung und -formate?
  • Welche Erfahrungen bestehen dazu bei Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit?
  • Welche Problembelastung ist bei den Kindern und Jugendlichen zu beobachten, und welche Unterstützungsbedarfe knüpfen sich daran?
  • Inwiefern fühlen sich Kinder und Jugendliche in die Ausgestaltung bestehender Angebote einbezogen?

Die Zielgruppe umfasste Kinder (6- bis 10-Jährige), Jugendliche (11- bis 16-Jährige) und junge Erwachsene (17- bis 26-Jährige) auf der Nachfrageseite sowie Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit auf der Angebotsseite. 

Neben einer umfassenden Recherche der Angebotslandschaft im Landkreis Saalekreis von öffentlichen, freien und kommerziellen Trägern beinhaltete das Projekt eine qualitative und eine quantitative Teilstudie. Im qualitativen Teil wurden zehn Experteninterviews mit relevanten Akteuren auf der Angebotsseite sowie sechs Gruppendiskussionen mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im städtischen und ländlichen Raum durchgeführt. Im quantitativen Projektteil wurde eine repräsentative Befragung von 1.650 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem standardisierten Erhebungsinstrument zur Nutzung von Freizeitangeboten im Landkreis durchgeführt. Die Befragung erfolgte im schulischen und im außerschulischen Setting.

Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Validierungsworkshop im Februar 2018 zusammengeführt und mit Praxisvertretern diskutiert. Abschließend wurden Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für die Jugendhilfeplanung im Landkreis Saalekreis gemeinsam mit den Ergebnissen in einem Abschlussbericht veröffentlicht (siehe Publikationen) sowie beratende Unterstützung geleistet.

MZ-Artikel vom 11.6.2018 https://www.mz-web.de/saalekreis/studie-im-saalekreis-welche-freizeitangebote-wuenschen-sich-kinder-und-jugendliche--30600506

Beierle, Sarah/Tillmann, Frank/Reißig, Birgit (2016): Jugend im Blick – Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen. Projektergebnisse und Handlungsempfehlungen. München/Halle (Saale)

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