Psychosoziale Belastungen und Gewalt in der frühen Kindheit

International renommierte Expertinnen und Experten diskutieren Studienergebnisse des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH)

Die Referentinnen und Referenten des Expertenmeetings (v.r.n.l.): Prof. Dr. Howard Dubowitz (Prof. für Pädiatrie, Universität Maryland), Prof. Dr. Jane Barlow (Prof. für evidenzbasierte Intervention und Politikevaluation, Universität Oxford), Prof. Dr. Marni Brownell (Prof. für gemeindesorientierte Gesundheitswissenschaften, Universität von Manitoba), Prof. Dr. Ute Thyen (Prof. für Pädiatrie und Jugendmedizin, Universität Lübeck), Prof. Dr. Sabine Walper (Prof. für Pädagogik mit Schwerpunkt Jugendforschung, Stellvertretende DJI-Direktorin), Prof. Dr. Ingrid Schoon (Prof. für menschliche Entwicklung und Sozialpolitik, Universität London), Prof. Dr. John Eckenrode (Prof. für menschliche Entwicklung, Cornell Universität), Dr. Franziska Meinck (Fachbereich Sozialpolitik und Interventionsforschung, Universität Oxford), Prof. Dr. John Fluke (stellvertretender Direktor des Kempe Centers für Prävention und Behandlung von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, Universität Colorado), Susanne Ulrich (Bereich Versorgungsforschung, Fachgruppe Frühe Hilfen am DJI), Prof. Dr. Jörg Fegert (Prof. für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Ulm), Dr. Christoph Liel (Bereichsleitung Versorgungsforschung, Fachgruppe Frühe Hilfen am DJI). Foto: Daniela Schäfer, DJI

06. Juni 2019 -

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern trafen sich vom 2. bis 4. Juni 2019 am Deutschen Jugendinstitut (DJI), um über die Forschungsthemen psychosoziale Belastungen und Gewalt in Familien mit Kindern bis zu drei Jahren sowie Frühe Hilfen zu debattieren. Auch künftige Schritte in der Forschung in Deutschland zu diesem Themenfeld wurden besprochen. Basis für den Workshop waren aktuelle Studienergebnisse des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Träger des NZFH ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem DJI. Seit dem Jahr 2013 hatten die Forscherinnen und Forscher die Themen im Rahmen der Studienfolge „Kinder in Deutschland – KiD 0-3“ untersucht.

Prof. Dr. Sabine Walper, Stellvertretende DJI-Direktorin, führte in das Forschungsfeld zu frühen Risikofaktoren psychosozialer Belastungen und Interventionsforschung in Deutschland ein. Weitere Themen des Treffens waren die gesellschaftliche Verbreitung psychosozialer Belastungslagen, die Hinweise von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung sowie die Forschung zu passgenauen Präventionsangeboten.

Anhand von Beispielen aus den USA, Kanada und England erörterten die 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche Daten herangezogen werden können und wie ein fortlaufendes Monitoring von psychosozialen Belastungen und Kindesmisshandlungen in den ersten Lebensjahren in Deutschland umgesetzt werden könnte.

Ein Ergebnis: familiäre Belastungen sind differenziert und in ihrer ganzen Bandbreite zu betrachten. Dabei sollten auch die Stärken von Familien berücksichtigt werden. Ein weiterer Fokus des Workshops lag auf internationaler Interventionsforschung. Es wurde unter anderem besprochen, was bei Implementierung und Evaluation von Präventions- und Interventionsprogrammen beachtet werden muss und wie eine universelle Versorgung mit Unterstützungsangeboten, insbesondere auch von schwer erreichbaren Zielgruppen gelingen kann. 

 

Kontakt:

Dr. Christoph Liel
Bereichsleitung Versorgungsforschung
Fachgruppe Frühe Hilfen
Tel.: 089/62306-232
liel@dji.de

Marion Horn
Abt. Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-311
horn@dji.de

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