Beziehungsstress vorbeugen

Was können Online-Präventionsprogramme bieten, um Partnerschaftsproblemen vorzubeugen, belastete Paare besser zu erreichen und sie wirkungsvoll zu stärken? Diese und weitere Fragen waren Themen einer internationalen Tagung in Berlin

08. August 2019 -

Wie gut Eltern ihre Aufgaben der Fürsorge, Erziehung und Bildung der Kinder erfüllen können, hängt maßgeblich von der Qualität der Beziehung der Eltern ab. Partnerschaftskonflikte gefährden beispielsweise die Zusammenarbeit der Eltern bei der Erziehung der Kinder und belasten die Mädchen und Jungen. Anhaltende, destruktive Auseinandersetzungen, die nicht selten auch zu Trennung oder Scheidung führen, haben häufig negative Folgen für die Familienmitglieder, etwa gesundheitliche und psychische Belastungen oder ungünstige Bildungsverläufe der Kinder.

Hilfe bei Problemen in der Partnerschaft leisten heute auch Online-Angebote. Sie haben mehrere Vorteile: Sie bieten niederschwellige, orts- und zeitunabhängige Unterstützung und lassen sich individuell an die Bedürfnisse der Eltern anpassen. Über die Nutzung und Wirkung solcher Online-Angebote ist bisher jedoch wenig bekannt.

Zum Thema Prävention von Partnerschaftskonflikten durch Online-Angebote veranstaltete das Deutsche Jugendinstitut (DJI) am 16. Juli 2019 gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Klaus-Grawe-Stiftung in Berlin ein hochkarätig besetztes, internationales Symposium.

Etwa fünfzig Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik folgten den Präsentationen zu zwei wesentlichen wirkungsgeprüften beziehungsweise evidenzbasierten Online-Paarprogrammen aus den USA sowie weiteren Online- und Offline-Präventionsinitiativen aus den USA, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland. Eingebettet war die Diskussion in einen breiten Konsens zu den Vorteilen tragfähiger Paarbeziehungen für die Gesundheit der Partner und die Entwicklungschancen der Kinder. Insofern waren die Forschungserkenntnisse zu unterschiedlich erfolgreichen Präventionsansätzen besonders wertvoll.

Auf dem Podium diskutierten Petra Mackroth, Leiterin der familienpolitischen Abteilung des BMFSFJ, Prof. Dr. jur. Margarete Schuler-Harms, Stellvertretende Richterin am Hamburgischen Verfassungsgericht und Professorin Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr, Diplompsychologe Dr. Joachim Engl und Prof. Dr. Sabine Walper, Stellvertretende Direktorin des DJI. Es moderierte Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Die Gesprächspartner betonten die Bedeutung evidenzbasierter Interventionen, da auch auf den ersten Blick vielversprechende Programme aus vielen Gründen wirkungslos bleiben können. „Wir haben hier in Deutschland die besten Möglichkeiten von bewährten Programmen und deren aufwändigen Evaluationen aus anderen Ländern zu profitieren. Gleichzeitig müssen wir die eigene Forschung besser aufstellen, um präziser zu erkennen, was Familien in Deutschland wirklich hilft,“ erklärte Sabine Walper. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DJI erarbeiten zurzeit im Auftrag des Bundesfamilienministeriums eine Bestandsaufnahme zu Online-Paarberatungs- und Trainingsangeboten. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2020 vorliegen und das Spektrum verfügbarer Angebote aufzeigen.

www.dji.de/online-paarberatung
Kontakt:
Prof. Dr. Sabine Walper
Deutsches Jugendinstitut
Tel.: 089/62306-289
walper@dji.de


Marion Horn
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-311
horn@dji.de

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