Publikationen

Ankommen nach der Flucht


Lechner, Claudia/Huber, Anna (2017):
Ankommen nach der Flucht. Die Sicht begleiteter und unbegleiteter junger Geflüchteter auf ihre Lebenslagen in Deutschland.
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Um die institutionellen Angebote und Verfahren für junge Geflüchtete in Deutschland adressatengerecht weiterzuentwickeln, hat das DJI in einer Studie über 100 von ihnen im Rahmen einer explorativen Studie befragt. Insgesamt nahmen Jugendliche aus 15 verschiedenen Herkunftsländern an den Gesprächen teil. Die Dauer des Aufenthalts in Deutschland rangierte zum Befragungszeitpunkt zwischen 7 Tagen und etwa einem Jahr. Die Jugendlichen haben in ihren Herkunftsländern in unterschiedlichen familiären Kontexten gelebt, verschiedene Bildungserfahrungen gemacht und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Interessen, Wünsche und Zukunftsvorstellungen. So heterogen die Jugendlichen selbst sind, unterscheiden sich auch die institutionellen Lebensbedingungen, auf die sie in Deutschland treffen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele der Befragten bereits einen Zugang zur Schule oder anderen Bildungsmöglichkeiten und erste unverbindliche Kontakte zur Aufnahmegesellschaft geknüpft haben. Gleichzeitig standen der Entwicklung von Orientierungspunkten und Verbindlichkeiten zahlreiche Momente der Fremdbestimmung entgegen, die sich in Umzügen durch Verteilverfahren, in Abbrüchen und dem damit einhergehenden Wechsel der Bezugspersonen äußerten. Deutlich wurden auch Informationsdefizite in vielen wichtigen Lebensbereichen und fehlendes Wissen über niedrigschwellige Beratungsangebote sowie entsprechende Ansprechpersonen. Die Angst vor Abschiebung wurde von vielen als größte Belastung beschrieben, die zudem durch eine unzureichende Informationslage verstärkt wurde. Die Jugendlichen skizzierten eindrücklich, wie sich diese Sorgen auf ihre schulische Motivation, aber auch auf viele andere Lebensbereiche negativ auswirkten.