Weiterer Anstieg der Hilfen zur Erziehung für junge Geflüchtete

Forschungsverbund DJI/TU Dortmund legt Kurzanalyse zu den statistischen Daten 2016 vor

08. Dezember 2017 -

Im Jahr 2016 wurden knapp 83.000 Hilfen in einer Pflegefamilie, in einem Heim oder einer anderen betreuten Wohnform seitens des Jugendamtes eingeleitet. Das sind 22% mehr neu gewährte Hilfen als noch im Vorjahr und damit der höchste Anstieg von familienersetzenden Leistungen in den letzten Jahren. Insbesondere die Unterbringungen im Rahmen der Heimerziehung haben noch einmal erheblich an Bedeutung gewonnen.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Kurzanalyse der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik zu den im November 2017 veröffentlichten neuen Daten des Statistischen Bundesamtes und zeigt auf, dass diese Entwicklung – wie schon in den Jahren zuvor – vor allem auf den Anstieg unbegleiteter, vor allem männlicher minderjähriger Flüchtlinge in stationären Einrichtungen zurückgeht. Ein besonders hoher Anstieg der Fallzahlen bei den männlichen jungen Volljährigen in der stationären Unterbringung verweist zudem darauf, dass junge Geflüchtete mit Vollendung des 18. Lebensjahrs zumindest teilweise weiterhin im Hilfesystem verbleiben.

Die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) ist Teil des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund. Sie bereitet die Ergebnisse der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik nutzerfreundlich auf und liefert regelmäßig fachliche Kommentierungen. 

Publikation

Sandra Fendrich, Jens Pothmann, Agathe Tabel (2017):
Hilfen zur Erziehung 2016 – weiterer Anstieg durch Hilfen für junge Geflüchtete. Hrsg. v. Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsverbund DJI/TU Dortmund. Dortmund/München
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Kontakt

Dr. Jens Pothmann
Technische Universität Dortmund
Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Tel. 0231 755-5557
jens.pothmann@tu-dortmund.de

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