Zur Situation zugewanderter Schülerinnen und Schüler

Christine Steiner stellt erste Ergebnisse einer Befragung von Schulleitungen vor

16. Mai 2018 -

An deutschen Schulen lernen tausende zugewanderte Kinder und Jugendliche: Allein im Schuljahr 2015/2016 wurden nahezu 300.000 junge Menschen aufgenommen, von denen viele aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) untersucht, welche speziellen Bildungsangebote ihnen weiterführende Schulen machen und welche Herausforderungen die Schulen angesichts unterschiedlicher Sprachkenntnisse, Bleibeperspektiven und bisheriger Bildungswege der Jugendlichen zu meistern haben. Erste Ergebnisse einer Befragung von mehr als 500 Leitungen an Gesamt-, Mittel- und Realschulen zeigen: Insbesondere Ganztagsschulen und Schulen, die bereits Erfahrungen mit der Aufnahme Zugewanderter haben, bieten spezifische Angebote und Kurse für diese Schülerinnen und Schüler.

Ganztagsschulen berichten von weniger Problemen im Fachunterricht

Die Auswertung des ersten Teils der Studie zeigt, dass Ganztagsschulen zum einen mehr zusätzliche Angebote zur Lernförderung bereitstellen und zudem überdurchschnittlich häufig mit Flüchtlingsinitiativen kooperieren. Zum anderen berichteten die befragten Leiterinnen und Leiter von Ganztagsschulen deutlich seltener über große Probleme Zugewanderter im Fachunterricht. Grundsätzlich sind die Angebote für diese Schülerinnen und Schüler dann besonders vielfältig, wenn die Schulen bereits langjährige Erfahrungen mit der Integration gesammelt haben. „Es wird spannend zu prüfen, wie die Jugendlichen die Angebote und die Integration wahrnehmen“, sagt DJI-Wissenschaftlerin Christine Steiner. Noch bis Juli 2018 werden an den für die Studie ausgewählten Schulen die zugewanderten Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren befragt.

Ein schneller Spracherwerb bleibt die größte Herausforderung

Fest steht: Ein schneller Spracherwerb ist entscheidend dafür, dass zugewanderte Kinder und Jugendliche dem regulären Unterricht folgen können. Dies bleibt angesichts der großen Anzahl an neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern mit relativ geringen Deutschkenntnissen nach wie vor die größte Herausforderung.

Christine Steiner stellt die ersten Ergebnisse der Schulleitungsbefragung am 16. Mai 2018 am Deutschen Jugendinstitut kommunalen Koordinatorinnen und Koordinatoren von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte aus Bayern und Baden-Württemberg vor. Anlass ist eine Veranstaltung des Regionalbüros Süd der Transferagentur Bayern für Kommunales Bildungsmanagement, das am DJI angesiedelt ist. Die Transferagentur Bayern unterstützt Landkreise und kreisfreie Städte beim Aufbau eines kommunalen Bildungsmanagements und bietet dazu regelmäßig Weiterbildungs- und Qualifizierungsveranstaltungen an.

Kontakt

Dr. Christine Steiner
Forschungsschwerpunkt Übergänge im Jugendalter
089/62306-227
steiner@dji.de

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