Prävention von sexueller Gewalt

Die Schutzkonzepte im Freizeit- und Gesundheitsbereich weisen in die richtige Richtung, gleichzeitig besteht aber noch Verbesserungspotenzial

Foto: iStockphoto

04. Dezember 2018 -

Einrichtungen und Organisationen des Freizeit- und Gesundheitsbereichs bemühen sich verstärkt um Prävention von sexueller Gewalt, oft befinden sich Schutzkonzepte aber erst im Aufbau. Dies machen die neuen Ergebnisse der Studien deutlich, die das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Rahmen des Monitoring-Projekts durchführte. Seit dem Jahr 2014 untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DJI bundesweit, inwieweit es in Einrichtungen und Organisationen gelingt, Schutzkonzepte zu entwickeln und langfristig umzusetzen. Das Projekt wird im Auftrag des »Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM)« umgesetzt.

Kinderschutzthemen verbindlich verankern

Die qualitative Studie im Freizeitbereich beschäftigt sich mit der Frage, wie Schutz und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in evangelischen Gemeinden, katholischen Pfarreien, muslimischen und jüdischen Gemeinden, in der organisierten sportlichen, verbandlichen und kulturellen Kinder- und Jugendarbeit sowie bei Anbietern von Kinder- und Jugendreisen und in Austauschorganisationen umgesetzt und weiterentwickelt werden können. Infrastrukturen für die Präventionsarbeit sind demnach noch nicht zuverlässig und auf Dauer vorhanden. Schutzkonzepte werden häufig noch als zeitlich befristetes „Projekt“ oder abzuarbeitendes Thema verstanden. Es bedarf jedoch gerade einer verbindlichen Umsetzung und Verankerung von Kinderschutzthemen, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten und die Präventionsarbeit in die Breite zu tragen. Die Unterstützung durch (inner)verbandliche oder staatliche Infrastruktur und externe Kooperationen haben in den vornehmlich durch ehrenamtliches Engagement geprägten Bereichen eine herausgehobene Bedeutung.

Herausforderungen in Kliniken und Praxen

Die Studie über die Präventionsarbeit im Gesundheitsbereich weist auf verschiedene Herausforderungen hin, mit denen Kliniken und Praxen hinsichtlich der Prävention von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind. Unter anderem ergeben sich diese aus dem Machtgefälle zwischen Behandelnden und Patientin oder Patient, der Notwendigkeit körperlicher Untersuchungen, dem teils längeren Aufenthalt von Minderjährigen ohne Bezugspersonen in einer für sie fremden Umgebung sowie negative Vorerfahrungen einiger Kinder und Jugendlicher mit sexueller Gewalt.

Im Rahmen des Monitoring-Projekts wurden bundesweit insgesamt circa 4.500 Leitungspersonen beziehungsweise beauftragte Fachkräfte mit besonderer Zuständigkeit zu deren Präventionsbemühungen im Rahmen einer bundesweiten standardisierten Erhebung befragt. Zudem wurden eine Reihe von qualitativen Fallstudien in Good-Practice-Einrichtungen erstellt und Fokusgruppen mit weiteren Akteuren (wie beispielsweise Trägern und Dachverbänden) geführt. Mehrere Teilberichte mit Studienergebnissen, beispielsweise aus dem Bildungs- und Erziehungsbereich, sind bereits erschienen. Der Abschlussbericht des zwischen 2014 und 2018 durchgeführten Monitorings wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 veröffentlicht.

Monitoring-Projekt des DJI
Teilbericht aus dem Gesundheitsbereich
Teilbericht aus dem Freizeitbereich


Kontakt:

Dr. Inken Tremel
Abteilung Familie und Familienpolitik
089/62306-302
tremel@dji.de

Dr. Felicitas von Aretin
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-258
aretin@dji.de

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