Wenn aus Rechtsextremisten Islamisten werden

Michaela Glaser über Radikalisierung in Deutschland

20. Dezember 2017 -

Ein Fall in Braunschweig lässt aufhorchen: Dort ist ein mutmaßlicher extremistischer Islamist angeklagt, der vor drei Jahren noch zur rechtsextremen Szene gehört haben soll. Ein Beitrag des Deutschlandfunks geht der Frage nach, ob die Radikalisierung von Islamisten und Rechtsextremen ähnlichen Mustern folgt. Darin kommt auch Michaela Glaser, Leiterin der Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention am DJI in Halle, ausführlich zu Wort.

Michaela Glaser erforscht seit Jahren, was extremistische Szenen für junge Menschen attraktiv macht und warum manche von ihnen auf extremistische Botschaften ansprechen. Sprachlosigkeit und emotionale Kälte im Elternhaus mögen genauso dazu beitragen wie Gewalterfahrungen in der Kindheit, aber auch Erfahrungen mangelnder Anerkennung und Zugehörigkeit in späteren Lebensphasen. Hier können extremistische Gruppierungen interessant werden, indem sie jungen Menschen das Gefühl bieten, dazuzugehören und Mitglied einer „exklusiven Gemeinschaft“ zu sein. Bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund könnten auch Diskriminierungserfahrungen mitspielen, so die DJI-Forscherin, wenn extremistische Deutungs- und Gruppenangebote attraktiv werden.

Der Beitrag im Deutschlandfunk zum Nachhören und Nachlesen

Literaturtipp:
Glaser, Michaela (2016): Was ist übertragbar, was ist spezifisch? Rechtsextremismus und islamischer Extremismus im Jugendalter und Schlussfolgerungen für die pädagogische Arbeit. Bpb-Infodienst Radikalisierungsprävention. Download