Verschiedene Wege in die Elternschaft

11. Mai 2016 -

„Den richtigen Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen, gibt es sowieso nicht.“ Das sagt die fünffache Mutter Franka Fink in einem der Interviews, die Dr. Waltraud Cornelißen (ehemals DJI) im Rahmen des von ihr geleiteten DFG-Projekts „Wege in die Elternschaft“ ausgewertet hat. In ihrem Beitrag für das Journal für Psychologie (1/2016) stellt sie Franka Fink, die in spätmodernen Beziehungen lebt, exemplarisch Beate Drexler gegenüber, eine Frau, die mit ihrer Vorstellung von der einen großen Liebe eine moderne, auf Dauer angelegte Paarbeziehung mit gemeinsamen Kindern anstrebt: Beate Drexler folgt mit ihrem Mann dem institutionalisierten Weg der Familiengründung. Deren Orientierung am kulturell verankerten Programm für Intimität und Fürsorge (Heiraten – Karriere – Kinder bekommen) wird durch gesellschaftlich-politische Rahmensetzungen unterstützt (Arbeitsplatzgarantie, Elterngeld). Franka Fink hingegen betrachtet die Kinderfrage losgelöst von einer Partnerschaft. Der Idee vom geplanten Kind zum optimalen Zeitpunkt setzt sie spontan zugelassene oder unbeabsichtigte Schwangerschaften entgegen und riskiert ein Abgleiten in prekäre Unterversorgungslagen. Auf diese weniger vorbereiteten Wege in eine Elternschaft seien familien- und sozialpolitische Maßnahmen erst wenig abgestimmt, schreibt Cornelißen. Insgesamt wurden im Projekt 46 Einzelinterviews und sechs Paarinterviews geführt.

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