„Soziale Eltern werden rechtlich zu wenig anerkannt“

Kirsten Scheiwe fordert im Video-Interview, dass die Gesetzgebung an die Familienrealitäten angepasst wird

18. Dezember 2017 -

Nach deutschem Recht können maximal zwei Personen die elterliche Sorge innehaben. Allerdings kümmern sich neben den rechtlichen Müttern und Vätern häufig Stiefeltern beziehungsweise soziale Eltern um die Kinder, zum Beispiel aufgrund von Trennungen und neuen Partnerschaften. Auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren spielt die soziale Elternschaft eine bedeutende Rolle.

Trotz der veränderten familiären Realitäten orientiert sich das deutsche Recht noch stark an der traditionellen Kernfamilie mit zwei leiblichen Elternteilen, kritisiert Rechtswissenschaftlerin Kirsten Scheiwe im Video. Die Professorin der Universität Hildesheim, die dem wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Jugendinstituts (DJI) angehört, fand insbesondere in England Anregungen dazu, wie die sorgerechtlichen Befugnisse sozialer Eltern erweitert werden können. Dort kann die Elternverantwortung auf mehr als zwei Personen übertragen werden. Auch im Hinblick auf die Einführung der „Ehe für alle“ in Deutschland fordert sie eine Reform des deutschen Familienrechts.

Video-Interview mit Kirsten Scheiwe

Online-Dossier „Eltern“