Prof. Dr. Ingo K. Richter wird 80

Der Verwaltungsjurist war neun Jahre lang Direktor des DJI

25. Januar 2018 -

Als Ingo Richter im Jahr 2002 die Leitung des Deutschen Jugendinstituts an seinen Nachfolger Thomas Rauschenbach übergab, reflektierte er in seinem Abschlussvortrag über Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes, in dem die Gleichberechtigung von Mann und Frau festgeschrieben ist. Als studierter Jurist war Richter hierfür besonders prädestiniert.

Nach Stationen an den Universitäten in Göttingen und München promovierte er 1965 zunächst in Hamburg und ein Jahr später in Paris. Schon früh begann er, aus der Rechtsperspektive auf Bildungsfragen zu schauen. Von 1963 bis 1965 war er Sekretär des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen in Bonn und von 1965 bis 1975 Mitarbeiter und Abteilungsleiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Er war Professor für Öffentliches Recht an der Freien Universität Berlin von 1975 bis 1979 und an der Universität Hamburg von 1979 bis 1993. In jene Jahre fallen auch zahlreiche Gastprofessuren, die der sprachkundige und diskursfreudige Ingo Richter gern antrat: in Stanford (1972/73 sowie 1982/83), am Smith College in Massachusetts (1986), an der Universität Bordeaux (1990), am Hastings College of the Law in San Francisco (1991) und an der University of Chicago (1992).

Während seiner Zeit als Direktor des Deutschen Jugendinstituts von 1993 bis 2002 wurde unter anderem die Sozialberichterstattung ausgebaut und die Forschung auf die neuen Bundesländer ausgeweitet. Neben der Einrichtung neuer Arbeitsbereiche entwickelte er die Außenstelle Leipzig, die aus dem Zentralinstitut für Jugendforschung (ZIJ) der DDR hervorgegangen war, weiter. Einschlägige Publikationen des engagierten Bildungsforschers wie „Schulaufsicht und Schule“ (1980), „Recht der Weiterbildung (1993) oder „Die sieben Todsünden der Bildungspolitik“ (1999) erschienen.

Als Ingo Richter mit 64 Jahren das Deutsche Jugendinstitut verließ, setzte er sich erwartungsgemäß nicht zur Ruhe. Seit 2002 leitet er die Irmgard-Coninx-Stiftung, die sich dem Diskurs über das Transnationale verschrieben hat, gibt weiterhin die Zeitschrift „Recht der Jugend und des Bildungswesens“ heraus und hat eine Honorarprofessur an der Universität Tübingen inne.

Am 27. Januar 2018 feiert der zweifache Vater und mehrfache Großvater Ingo Richter seinen 80. Geburtstag. Wir gratulieren!