Pflegeeltern auf Zeit?

Psychologe Heinz Kindler kritisiert, dass manchen Kindern eine sichere Perspektive in Pflegefamilien fehlt

22. November 2017 -

Bisher kann der Verbleib eines Kindes in einer Pflegefamilie nur gerichtlich angeordnet werden, wenn und solange eine Rückführung zu den leiblichen Eltern eine Kindeswohlgefährdung darstellt. Auch wenn ein solcher Verbleib mehrfach verlängert werden kann, ist die Rechtsprechung in Deutschland doch von der Idee geprägt, die Unterbringung in einer Pflegefamilie solle immer eine Maßnahme auf Zeit sein. „Das ist manchmal eine Illusion“, schreibt Heinz Kindler, Leiter der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ am Deutschen Jugendinstitut (DJI) im Forschungsmagazin DJI Impulse. Es gebe Kinder, um deren Rückführung in die Familie wiederholt gestritten werde und die unter den oft konfliktreichen Verfahren leiden. „Um für diese Kinder eine verbindliche Regelung zu schaffen, brauchen Familiengerichte eine neue gesetzliche Grundlage“, fordert der Psychologe. In Einzelfällen müsse es möglich sein, den Verbleib des Kindes in einer Pflegefamilie bis zur Volljährigkeit festzulegen.

Kommentar von Heinz Kindler

Online-Dossier „Eltern“