Kindesmisshandlung und -vernachlässigung im Fokus der Forschung

Das DJI auf der 15. Europäischen ISPCAN-Konferenz in Den Haag

V.l.n.r. Scottye Cash (Ohio State University, USA), Lil Tonmyr (Public Health Agency of Canada), Flora Bolter (Observatoire National de la Protection l’Enfance, Frankreich), Jenny Gray (ISPCAN Councilor, United Kingdom), Christoph Liel (NZFH, Deutschland), John Fluke (University of Colorado, USA); Foto: Eric van Santen (DJI)

09. Oktober 2017 -

Vom 1. bis 4. Oktober fand in Den Haag das Treffen der International Society for the Prevention of Child Abuse and Neglect (ISPCAN) statt. Sie bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt ein Forum zum Austausch und zur Vernetzung von Forschung zu Kindesmisshandlung und Vernachlässigung.

Das DJI auf der IPSCAN

Das DJI wurde auf der Konferenz durch Dr. Eric van Santen, Susanne Witte und Christoph Liel vertreten, die in zwei Symposien Befunde aus dem Hestia-Projekt und der Prävalenzforschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) präsentiert haben. Ein weiterer Vortrag mit DJI-Beteiligung widmete sich den Erfahrungen mit einem Selbstberichtsmaß zur Erfassung des Kindesmisshandlungsrisikos bei Müttern und Vätern in Deutschland.

Datenlage verbessern

Am Sonntag vor Konferenzbeginn trafen sich mehr als 50 Forscherinnen und Forscher zu einer ganztägigen „Working Group on Child Maltreatment Data-Collection“, um Methoden, Befunde und Entwicklungen in der Erfassung von Kindeswohlgefährdungen auf nationaler Ebene zu diskutieren. Solche Prävalenz- und Inzidenzdaten aus verschiedenen Ländern helfen dabei, das Phänomen besser zu verstehen und Handlungsleitlinien für Politik und Praxis abzuleiten. Unterstützt durch eine internationale Arbeitsgruppe wurde die Working-Group in diesem Jahr von Flora Bolter (Frankreich) und Christoph Liel (NZFH) ausgerichtet. Deutsche Beiträge fokussierten die Auswertung von Kinderschutzakten im Ländervergleich, die amtliche deutsche Statistik von Gefährdungseinschätzungen nach §8a SBG VIII, den Vergleich von Kinderarzt- und Elterneinschätzungen zu familiären Belastungen und Forschungserfahrungen mit Vätern.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der DJI-Themenseite KINDERSCHUTZ unter www.dji.de/themen/kinderschutz