Verunsichert in die Zukunft

Eine DJI-Studie zeigt, dass sich fast die Hälfte der Jugendlichen mit Hauptschulbildung Sorgen um die berufliche Zukunft macht – deutlich mehr als vor fünfzehn Jahren

Foto: iStockphoto

16. Dezember 2018 -

Jeder vierte Jugendliche verlässt die Schule mit maximal einem Hauptschulabschluss – und die unsicheren, vor allem beruflichen, Zukunftsaussichten belasten immer mehr dieser jungen Menschen. Das zeigt eine repräsentative Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI), bei der bundesweit etwa 1.200 Schülerinnen und Schüler, die sich kurz vor dem Hauptschulabschluss befinden, befragt wurden. Während in der aktuellen Erhebung fast die Hälfte der Jugendlichen verunsichert in ihre berufliche Zukunft blicken, waren es im Jahr 2004 lediglich 37 Prozent.

„Dieses Ergebnis weist darauf hin, dass sich trotz der steigenden Zahl an unbesetzten Lehrstellen bei Jugendlichen mit Hauptschulabschluss große Unsicherheiten zeigen“, sagt Studienleiterin Birgit Reißig. Besonders betroffen seien junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund. Zwei Drittel von ihnen zeigten sich bei den Befragungen unsicher hinsichtlich der Berufswahl. In der bundesweiten Langzeituntersuchung, dem Übergangspanel des DJI, werden die Bildungs- und Ausbildungswege von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss ausgehend vom letzten Pflichtschuljahr über mehrere Jahre nachverfolgt.

„Eine Reihe von Jugendlichen geht weiter zur Schule, weil ihnen die beruflichen Pläne fehlen, nicht weil sie einen konkreten höherwertigen Beruf anstreben“, problematisiert Reißig, die am DJI den Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“ leitet. Der Berufsorientierung komme deshalb eine wichtige Rolle zu. Dabei gehe es nicht nur darum, verschiedene Praktika als Teil des letzten Schuljahres anzubieten, wie beispielsweise in Berufsstarter- und Praxisklassen, sondern auch darum die Chancen und Risiken des flexibler werdenden Arbeitsmarkts zu vermitteln.

Pressemitteilung
Studie „Was kommt nach der Schule? Wie sich Jugendliche mit Hauptschulbildung auf den Übergang in die Ausbildung vorbereiten“

Artikel in der Süddeutschen Zeitung „Ungewisse Aussichten“

Interview auf Spiegel Online mit DJI-Wissenschaftlerin Birgit Reißig
Kontakt
Dr. Felicitas von Aretin
Abteilung „Medien und Kommunikation“
089/62306-258
aretin@dji.de

Dr. Birgit Reißig
Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“
0345/ 68178-33
reissig@dji.de

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