Inobhutnahmen zum Schutz von jungen Menschen bleiben auf hohem Niveau

Thomas Mühlmann vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund erläutert die Entwicklung

28. August 2018 -

2017 haben die Jugendämter in Deutschland 61.400 Inobhutnahmen durchgeführt und Kinder und Jugendliche beispielsweise vorübergehend in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht, um sie vor Gefahren, Gewalt oder Vernachlässigung zu schützen. Ein Drittel der Inobhutnahmen betraf unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Während ihre Anzahl 2017 verglichen mit dem Vorjahr um 75 Prozent zurückgegangen ist - weil weniger Geflüchtete nach Deutschland kamen - ist die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen ohne diese  Gruppe ungefähr gleich hoch geblieben. Sie ist aber seit 2005 von rund 25.000 um 58 Prozent auf 39.000 im Jahr 2016 kontinuierlich angestiegen.

„Die Entwicklung zeigt, dass sich der Bedeutungszuwachs der Schutzmaßnahmen verstetigt hat“, erläutert Thomas Mühlmann von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/TU Dortmund. Dies zeige, dass die Jugendämter ihre Verantwortung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen wahrnehmen. Deren Allgemeine Soziale Dienste befänden sich derzeit aufgrund wachsender Aufgaben, eines deutlichen Personalausbaus und eines Generationenwechsels in einem tiefgreifenden Wandel.

„Zu berücksichtigen ist aber auch, dass trotz der vergleichsweise hohen Zahl der Inobhutnahmen nur ein geringer Anteil der Minderjährigen in der Bevölkerung pro Jahr davon betroffen ist: Im Jahr 2016 waren es 0,3 Prozent“, erläutert Mühlmann und ergänzt: „Nur bei einem Teil dieser Fälle hat das Jugendamt in Familien eingegriffen.“

Enwicklung der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland


Kontakt
Dr. Thomas Mühlmann
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik
Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/TU Dortmund
thomas.muehlmann@tu-dortmund.de
0231/755 - 5554

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